Zimmer im Ecco-Hotel für Obdachlose
Wohnungsnotfallhilfe in Schermbeck auf den Weg gebracht

Bürgermeister Mike Rexforth, Tobias Krause, Leiter der Flüchtlingshilfe  und Günter Mertesacker von Wohnungshilfe Schermbeck/Wesel.
  • Bürgermeister Mike Rexforth, Tobias Krause, Leiter der Flüchtlingshilfe und Günter Mertesacker von Wohnungshilfe Schermbeck/Wesel.
  • Foto: Petra Bosse
  • hochgeladen von Olaf Hellenkamp

Schermbeck. Mit der neu eingerichteten Wohnungsnotfallhilfe in der Gemeinde Schermbeck sollen Frauen und Männer mit ihren Problemen dort abgeholt werden, wo sie stehen, um gemeinsam Probleme aufzuarbeiten und Lösungsstrategien zu entwerfen. Betroffen davon sind derzeit eine Frau und fünf Männer. Die Dunkelziffer allerdings sei, so Günter Mertesacker von Wohnungshilfe Schermbeck/Wesel, viel größer.

Arbeitslosigkeit, Trennung, Überschuldung oder unter anderem Straffälligkeit sowie Alkoholsucht sind nur einige Schwierigkeiten in einer langen Kette, die zur Wohnungslosigkeit führt. Der Verlust der Wohnung ist die Spitze des Eisbergs. „Es gibt sie auch bei uns“, betonte Bürgermeister Mike Rexforth beim Pressegespräch mit Vertretern des Caritasverbandes für die Dekanate Dinslaken und Wesel Günter Mertesacker, Guido Busch und Tobias Krause, Leiter der Flüchtlingshilfe Schermbeck, am Mittwoch in den Räumen der Caritas im Ecco-Hotel.

Die Gemeinde Schermbeck hat in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband ein Konzept für die Unterbringung und Unterstützung der wohnungslosen Menschen auf den Weg gebracht.

Um betroffene Menschen zu erreichen, werden in Schermbeck an öffentlichen Stellen, unter anderem im Bürgerbüro, Vereinen und Geschäften Karten mit Kontaktadressen der Wohnungslosenhilfe Schermbeck verteilt.
„Aktuell leben die Obdachlosen in Schermbeck teilweise in der Flüchtlingsunterkunft am Alten Postweg. Das ist aber auf Dauer keine Option, um diese wieder in ein strukturiertes Leben einzubinden“, so Rexforth. Er sei froh, dass er mit der Caritas nun einen zuverlässigen Partner an seiner Seite habe. „Wir vermuten, dass wir über die Aktion nun mehr obdachlose Menschen erfassen können, die uns bis heute nicht bekannt sind“.

Teilweise leben diese, rund 200 Personen, auf Campingplätze, oder sind temporär bei Bekannten und Verwandten untergekommen. „Viele Menschen die dort leben, bewegen sich im Laufe der Zeit in einer Spirale, die immer weiter nach unten geht“, so Guido Busch.

Durch die Aktion „Wohnungslosenhilfe“, sollen nun diese Menschen erreicht und abgeholt werden. Geschultes Personal der Caritas soll ihnen Hilfestellung geben, sie wieder in das „normale“ Leben einzugliedern. „Deshalb werden wir als Caritas auch draußen vor Ort unsere Dienste anbieten“, erklärt Tobias Busch das weitere Vorgehen. Dass dies nicht leicht sein wird, Menschen in der Obdachlosigkeit zu erreichen, weiß Busch.

Zehn bis zwölf freie Zimmer stehen im Ecco-Hotel für Obdachlose zur Verfügung.

Die zwei Wohnungen in der Uefter Schule sind mit einer Küche ausgestattet, sodass die Wohnungslosen dort Frühstücken und Abendessen zubereiten und einnehmen können. Es besteht zudem die Möglichkeit, die eigene Wäsche zu waschen.

Bei diesem Konzept wird den Wohnungslosen eine Art der Akutunterkunft als Schlafstelle in der Zeit von 16 bis 8 Uhr zur Verfügung gestellt. Anschließend müssen die Bewohner die Unterkunft wieder verlassen und dürfen sich dort nicht aufhalten.

In den unterkunftsfreien Zeiten haben die Wohnungslosen die Möglichkeit das Café der Caritas in den Räumen der Flüchtlingshilfe im Ecco Hotel auf der Maassenstraße zu nutzen. Hier können sie Kontakte zu knüpfen und persönliche Anliegen und Probleme mit den Mitarbeitern besprechen.
Kontaktadresse

Flüchtlingshilfe Schermbeck
Maassenstraße 1-3
Schermbeck
Tel.: 02853/4480731
Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 8 – 13 Uhr

Text und Foto: Petra Bosse

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