Weltpoliotag am 28.10.2018

28. Oktober ist Welt-Polio-Tag

Als Jonas Edward Salk am 28. Oktober 1914 als Sohn russisch-jüdischer Eltern in New York City geboren wurde, war Polio noch eine echte Geißel der Menschheit.

Polio? Spukten nicht immer mal wieder Meldungen über einzelne Infektionen in fernen Ländern durch die Medien, wüsste wohl kaum noch jemand etwas mit dieser Krankheit anzufangen. Medizinisch korrekt wird sie als Poliomyelitis bezeichnet, im Volksmund ist sie unter der Bezeichnung Kinderlähmung geläufig. Es ist eine durch Viren übertragene Infektionskrankheit, bei der Nervenzellen im Rückenmark Schaden nehmen und Lähmungserscheinungen verschieden starker Ausprägung zur Symptomatik zählen.

Erst Mitte der Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts gelang es dem schon als Kind hochbegabten Salk nach Vorarbeit durch andere Wissenschaftler, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Und wer erinnert sich nicht an den eingängigen Slogan „Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam!“? Groß angelegte Impfaktionen weltweit drängten die Polio zurück. Ähnlich wie die Pocken verlor auch Polio seit den Sechzigerjahren ihre Schrecken. Doch das hehre Ziel einer Polio-freien Welt ist noch immer nicht erreicht …

Europa gilt als frei von Kinderlähmung – doch im Zuge der Globalisierung und weiter zunehmender beruflicher wie privater Reisefreudigkeit wäre es fatal, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Flüchtlinge aus Ländern, in denen Kriege toben und das Letzte, an das man denkt, die gründliche Impfung der Kinder ist; Urlaubsländer, in denen die Krankheit noch immer endemisch ist – und schon ist es passiert ...

Das Tückische an der Polio ist, dass nur ein geringer Prozentsatz der Infizierten auch erkrankt. Alle anderen merken nichts von der Infektion, verbreiten das hochansteckende Virus aber. Treffen solche Viren dann auf eine durch zunehmende Impfmüdigkeit nur noch lückenhaft geschützte Bevölkerung, kann Polio ganz schnell auch in Europa oder Deutschland wieder ein Thema werden.

In Deutschland leben heute noch rund 60.000 Menschen, die in jungen Jahren erkrankten. Sie leiden nicht „nur“ unter den von Anfang an vorhandenen Symptomen, sondern in zunehmendem Alter vermehrt an Post-Polio-Syndrom, zu dessen Beschwerden Muskelschwächen, Atemnot und Erschöpfung gehören. Dieses Krankheitsbild ist noch gar nicht richtig erforscht, und so kann mancher Betroffene von einer wahren Odyssee auf dem Weg von einem Arzt zum anderen berichten.

Als die WHO 1998 die Region Europa für Polio-frei erklärte, hoben UNICEF und WHO einen Gedenktag aus der Taufe: Der Welt-Polio-Tag wird seither alljährlich am Geburtstag des Impfstoff-Entdeckers Jonas Salk, dem 28. Oktober, begangen. Dieser Tag erinnert nicht nur an die Krankheit – er soll vielmehr die Bevölkerung zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes motivieren.

Auch in unserer Region gibt es Polio-Betroffene – Mitbürger, die in jungen Jahren an Polio erkrankten und bis heute unter den Spätfolgen zu leiden haben. Die Regionalgruppe Dortmund des Bundesverbandes Poliomyelitis e.V. (BV Polio) nimmt den Welt-Polio-Tag zum Anlass, um über die Krankheit, ihre Gefahren und ihre Folgen zu informieren.
Die Regionalgruppe Dortmund trifft sich monatlich, jeden 3. Mittwoch im
Eugen-Krautscheid-Haus, Lange Str. 42, 44137 Dortmund, jeweils um 14:30 Uhr
Jeder Polio-Betroffene ist herzlich willkommen!

Autor:

Gerlinde Schulte-Meißner aus Datteln

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