Ortsteil-Projekt
Geld für "Brückengeschichten" - Landesregierung hilft mit 90 Prozent der Kosten

Frohe Kunde für Hörde: Ministerin Ina Scharrenbach (l.) übergab symbolisch das Geld an die Dortmunder Künstlerin Sylvia Liebig.
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Fast 170.000 Euro Fördermittel übergab Ministerin Scharrenbach für die Hörder „Brückengeschichten“ des örtlichen Vereins Hörde International. Den Bescheid über die Gelder aus dem Landesprogramm "Heimat. Zukunft." überbrachte die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellungpersönlich im Beisein von Bürgermeisterin Barbara Brunsing und Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock.

In den kommenden beiden Jahren möchte das Kunstprojekt „Brückengeschichten“ vor Ort hör- und erlebbar machen, was die Hörder miteinander und mit ihrem Stadtteil als Heimat verbindet. „Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für die Nutzung des Förderinstruments Heimat-Werkstatt“, kommentiert NRW-Ministerin Scharrenbach die außergewöhnliche Initiative.

Brückenfest 2019

Bei den Vorbereitungstreffen zum Brückenfest 2019 tauschten sich der Vorstandsvorsitzende von Hörde International e.V., Jochen Deschner, und Silvia Liebig, Dortmunder Künstlerin, über ihre geplanten Projekte aus. Dabei entschied man sich, die beiden Projekte Wandbilder und Oral-History-Collage zusammenzufassen. Die Idee einer Fassadenbemalung von Hörder Wohnhäusern durch Kunstschaffende unter dem Titel „Brückengeschichten“ war geboren.

Die Hörder Stadtteilagentur, bei der Stadterneuerung Hörde beratende Ansprechpartnerin, suchte finanzielle Unterstützung. Mit dem Modul der „Heimat-Werkstatt“ wurde das passende Förderprogramm gefunden.

Werkstatt-Prozess

Die Heimat-Werkstatt will Menschen miteinander darüber ins Gespräch bringen, was ihre lokale Identität ausmacht, und was sie in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld als Gemeinschaft verbindet. Für diesen „Werkstatt-Prozess“ sollten die Hörder eigentlich beim Hörder Brückenfest in einer von Künstlerin Silvia Liebig entwickelten Sprachkabine erzählen, warum sie sich in Hörde zuhause fühlen. Daraus entstand der Name des Projektes „Brückengeschichten“.

Coronabedingt konnte das Brückenfest, das seit 2015 vom Verein Hörde International organisiert wird, nicht stattfinden. Kurzerhand entwickelte die Künstlerin mit dem Verein eine Alternative, die auch das Heimatministerium überzeugte: Die Geschichten werden nun mit Mikrofon und Aufnahmegerät eingefangen und zu Hörstücken komponiert.

Wandbilder von Streetart-Künstlern

In der zweiten Phase der Heimat-Werkstatt setzen Streetart-Künstler die Hörstücke von Silvia Liebig in Wandbilder, sogenannte Murals, um. Zu den Kosten für die Fassadenbemalungen von rund 188.000 Euro steuert NRW 90 Prozent dazu. „Ohne die Förderung wäre das Projekt in dieser Form nicht durchführbar gewesen“, sagt Jochen Deschner.

10 Prozent finanziert der Verein. Dabei hilft die Bezirksvertretung. „Die Bezirksvertretungen können in ihrem Stadtbezirk über die Förderung von Kunst und Kultur, Heimat- und Brauchtumspflege entscheiden“, erklärt Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock. Auch Bürgermeisterin Barbara Brunsing freut sich über die Unterstützung: „Das Projekt fördert die Entstehung von Kommunikationsstrukturen und stärkt das Gemeinschaftsbewusstsein.“

Noch sind nicht alle Fassaden ausgewählt, die in der zweiten Phase bemalt werden – Bewohner und Eigentümer in Hörde sind aufgerufen, Vorschläge bei der Stadtteilagentur einzureichen. Hausbau als Familie beendet? Dann jetzt das Baukindergeld beantragen.

Frohe Kunde für Hörde: Ministerin Ina Scharrenbach (l.) übergab symbolisch das Geld an die Dortmunder Künstlerin Sylvia Liebig.
Autor:

Holger Schmälzger aus Dortmund-Süd

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