Bezirksvertretung stimmt für neuen Supermarkt in Lütgendortmund

Auf diesem Parkplatz an der Lütgendortmunder Straße soll der neue Supermarkt gebaut werden. (Archivfoto: Meier)
  • Auf diesem Parkplatz an der Lütgendortmunder Straße soll der neue Supermarkt gebaut werden. (Archivfoto: Meier)
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Die Bezirksvertretung Lütgendortmund hat am Dienstag Abend (22.1.) für den neuen Supermarkt am Rande des Ortszentrums gestimmt. In geheimer Abstimmung stimmten zehn Bezirksvertreter dafür, acht dagegen.

Für das umstrittene Projekt hatte sich öffentlich nur die SPD stark gemacht, die bei der Sitzung aber nur acht Vertreter stellte. CDU, Grüne sowie Bürgerlisten-Vertreter Reinhard Gallen hatten sich in ihren Beiträgen gegen den Bau des Supermarktes ausgesprochen. Ahmet Sahin von den Linken hatte kein Statement abgegeben. Sicher ist aber, dass mindestens zwei Vertreter dieser Gruppierungen ebenfalls pro Supermarkt votierten.

Vorgesehen ist ein neuer Lebensmittelmarkt mit 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Lütgendortmunder Straße, genau gegenüber liegt der Busbahnhof. Weichen für den Neubau soll der östliche (untere) der beiden Großparkplätze am Rande der Lütgendortmunder „City“ mit einer Kapazität von 190 Stellflächen.

"Wir brauchen einen Vollsortimenter im Lütgendortmunder Ortskern", begründete SPD-Fraktionschef Andreas Lieven das positive Votum für diesen "Frequenzbringer". "Der neue Supermarkt bringt jeden Tag 3000 bis 5000 Kunden in die Nähe des Ortskerns." Er räumte aber ein: "Es ist schon problematisch, dass der Supermarkt nicht in die Ortsmitte gekommen ist." Dies sei aber nicht möglich gewesen. Um eine Brücke zwischen den Geschäften an der Limbecker Straße und dem neuen Supermarkt zu schlagen, will man den Hofstadtweg zu einer Mischverkehrsfläche umbauen.

Ob das dem Geschäftszentrum wirklich hilft, bezweifelte Karin Neumann. "Die Leute werden mit dem Auto zum neuen Supermarkt fahren und nach dem Einkauf wieder nach Hause fahren. Da geht keiner mehr durch Lütgendortmund", befürchtet die CDU-Politikerin.

Gegenwind kam auch von Reinhard Gallen: "Die Geschäftswelt kann solch einen Vollsortimenter nicht gebrauchen", erklärte der Bürgerliste-Vertreter. Er erinnerte daran, dass man "mehr als ein Jahrzehnt lang" um den Bebauumgsplan für die Lütgendortmunder Ortsmitte "gerungen" habe. "Das ist ein Plan aus einem Guss und sehr, sehr gelungen. Das sollte man nicht einfach aufgeben."

Der neue Supermarkt stellt nach Ansicht des Grünen-Sprechers Frank Meyer einen "erheblichen Eingriff in das Dorfgefüge" dar. Er kritisierte, dass die Bürger nicht ausreichend in die Planung einbezogen würden.

Für Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp (SPD) ist die Entscheidung pro Supermarkt letztlich ohne Alternative. Er hält den jetzigen Rewe-Markt im ehemaligen Konze-Gebäude für nicht mehr zeitgemäß. Viele führen deshalb zum Einkaufen "aus Lütgendortmund nach Marten und Bövinghausen". Und überhaupt, wisse niemand, was aus der ehemalilgen Konze-Immobilie werde, die unterdessen im Besitz eines Hedgefonds sei. "Im schlimmsten Fall ständen wir in einigen Jahren ohne Vollsortimenter da."

Daten und Fakten:

Für die Genehmigung des neuen Supermarktes an der Lütgendortmunder Straße muss der Bebauungsplan Lü 112n geändert werden. Außerdem erforderlich ist die so genannte Entwidmung des jetzigen Parkplatzes. Beides hat die Bezirksvertretung auf den Weg gebracht.

Der neue Supermarkt soll eine Verkaufsfläche von rund 2000 Quadratmetern und sowie rund 70 eigene Parkplätze erhalten.

Die Bartholomäus-Kirmes soll unter dem Projekt nicht leiden, heißt es in der Vorlage. Der Supermarkt-eigene Parkplatz soll – wie bisher – mit fünf Karussells bestückt werden.

Der jetzige Parkplatz sei ohne Gelder aus dem Stadterneuerungsprogramm hergestellt worden, heißt es in der Vorlage. Es seien daher keine Fördermittelrückzahlungen zu erwarten.

Autor:

Andreas Meier aus Dortmund-West

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