Subkultur und Ihre Geschichten
Katrina Noire, eine Musikerin mit Herz, Seele und Verstand

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Weitere Infos: Plectranthus C

In Zeiten wie diesen, wo das Virus zwar langsam zurück geht, aber immer noch viel Stillstand besteht, ist es wichtig, mal die Menschen vorzustellen, die Tag für Tag dafür sorgen, das eine subkulturelle Landschaft weiterhin Bestand hat.
Die Menschen, die jeden Tag für Unterhaltung sorgen, egal ob in Bild oder Tonform und dabei kleinere Künstler und Bands fördern.
In der kommenden Serie werde ich regelmäßig Menschen vorstellen, die genau das mit Leidenschaft zelebrieren.
Heute: Katrina Noire - Musikerin und Musiklehrerin

Guten Morgen Katrina... Ich fange Mal mit der ersten Frage an, die aller Voraussicht sehr Standard ist. Wer bist du und was machst du genau zu diesen Zeitpunkt

Katrina:

Guten Morgen Andreas, ich bin gerade zu Hause, trinke Tee und nehme mir Zeit für unser Interview. Die meißten kennen mich als Kopf der Projekte Noire und Plectranthus C. mit denen ich jetzt gerne Musik machen würde. Aber ich habe auch noch eine andere Seite, ich bin Musiklehrerin. Auch das ruht gerade wegen des bösen C

Ja, dieses böse C ist ja leider in aller Munde und hindert an einen vernünftigen weiterleben. Wenn das jetzt gerade nicht existent wäre, was würdest du am liebsten machen. Bzw, was fehlt dir durch die Einschränkung, besonders im privatem Bereich?

Katrina:
Ich lebe relativ zurückgezogen, daher fehlt mir persönlich nicht so viel. Ich bin gerne in der Natur und das war ja die ganze Zeit möglich. Was mir wirklich fehlt, ist der Austausch mit anderen Musikern. Von Angesicht zu Angesicht, das gemeinsame Musizieren, um so aus Ideen Songs zu machen. Mir fehlt es, live zu spielen und so in direkten Kontakt mit anderen Menschen zu treten. Wenn das böse C jetzt von heute auf morgen verschwände, würde ich sofort meine Reise nach Seattle nachholen. An die Geburtsstätte des Grunge reisen , sozusagen .

Ahhh okay.... Seattle hat natürlich einiges an Bands ans Tageslicht gebracht und eine ziemliche Welle ausgelöst. Grunge wurde seinerzeit ja schnell ein Massenphänomen. Da kommen wir auch direkt zu einen ziemlich aktuellen Thema. Vieles was "groß" rauskommt und sein Dasein nicht im Untergrund fristet, wird ja schnell mit dem negativen " Mainstream" bezeichnet. Was hat dich dazu bewegt, diesen "Mainstream" zu folgen, bzw was war deine Intuition, die Grunge-Fahne oben zu halten. Denn wenn man deine Songs hört, bemerkt man ja schnell, dass das eigentlich der Haupteinfluss ist

Katrina:
Grunge war nur eine kurze Zeit ein Massenphänomen. Einige wenige Jahre und mit Kurts Tod war das dann auch wieder vorbei. Weißt Du, dass es bereits eine 1. Grunge-Welle gab? Das war etwa Mitte der 1980er-Jahre und brachte Bands wie die Melvins, Green River und Mudhoney hervor. Das war aber ein eher auf die USA begrenztes Phänomen und wurde in Deutschland nur am Rande wahrgenommen. Ich wurde damals gerade erst geboren und daher kann ich Dir gar nicht so genau sagen, wie ich da reingekommen bin. Vielleicht hab ich es mit der Muttermilch aufgesogen oder so. Entdeckt habe ich die Musik dann auf den Platten, die wir der älteren Schwester meiner Schulfreundin stibitzten und heimlich hörten. Ich habe mich direkt angesprochen gefühlt, verstanden. Und das ist bis heute so geblieben.

Ja die erste etwas unscheinbare Welle hatte ich ein wenig mitbekommen, und zwar durch Mudhoney. Das Debütalbum von 1989 hatte ich damals bekommen. Kommen wir ein bisschen zu dir selbst und zum großen C. Durch die Krise gehen Clubs und Gewerbetreibende allmählich zu Grunde. Das in Moment das gemeinsame Musizieren auf der Strecke bleibt, ist ja klar. Aber wenn ich das richtig gelesen habe, betrifft es dich auch beruflich. Was passiert da gerade?

Katrina:
Ja, ich bin Soloselbstständige und unterrichte hauptsächlich Kinder bis ins Grundschulalter. Musik bietet Kindern enorm viele Ausdrucksmöglichkeiten, sei es durch Trommel oder durch Singen oder Tanzen. Das alles ist nicht möglich, denn Musik-, Grundschulen und Kindergärten sind entweder geschlossen oder im eingeschränkten Betrieb. Da fehlt denen eine Musikpädagogin, die von Einrichtung zu Einrichtung zieht, ungefähr so sehr wie Fußpilz. Sprich: Ich darf meinen Beruf aktuell gar nicht ausüben.

Wie schaffst du es in diesen Zeiten, das finanzielle Manko aufzufangen, bzw...steht dir dann nicht auch eine "unbürokratische" Soforthilfe zu Und zu guter Letzt.... Deine Wünsche für das Jahr 2021...

Katrina:
Die unbürokratische Soforthilfe... Ja. Das sah in meinem Fall so aus, dass ich zwei Wochen vor dem Lockdown 8.000€ wieder zurückgeben musste. Es wurde zum Beispiel vorher vollmundig angekündigt, dass man abgesagte Veranstaltungen geltend mache könne. Am Ende war davon aber keine Rede mehr. Wir Kleinselbständigen haben ja keine hohen Mieten oder Angestellte, wir sind selbst unser größeres Kapital. Aber das ist an der Politik irgendwie komplett vorbeigegangen. Um das etwas abzufangen, habe ich mit einer Kollegin ein Online-Programm für Familien auf die Beine gestellt und wir haben da einen „harten Kern“ an musikbegeisterten Familien, die voll mitziehen. Ansonsten lebe ich von meinen Ersparnissen, aber die werden nicht ewig reichen. Für 2021 wünsche ich mir, dass zu allererst die ganze Impferei endlich mal in Gang kommt. Das wird dem bösen C einiges an Schrecken nehmen und somit hoffentlich etwas Entspannung in die Situation bringen. Von Dingen wie Musikfestivals mag ich noch nicht träumen. Das scheint alles so weit weg. Aber eine normale Bandprobe, das wäre was.

Liebe Katrina....danke für die Worte. Hoffen wir,.dass bald wieder Normalität zurück kommt, und deine, unsere Wünsche nach Kultur in Erfüllung gehen. Und hoffentlich kommt bald Mal wieder die Gelegenheit dich auf der Bühne zu sehen.

Autor:

Andreas Wagner aus Düsseldorf

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