Keine Angst, wenn der 13. auf einen Freitag fällt

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Wenn der 13. auf einen Freitag fällt, wird selbst ,,modern“ denkenden Menschen mulmig. In der christlich geprägten Welt stehen die Dreizehn und der Freitag in ganz besonderem Misskredit. Dagegen deuten Menschen in zahlreichen anderen Kulturkreisen die Dreizehn als Glückszahl.

Unsere germanischen Vorfahren schätzten den Freitag als Tag der Liebesgöttin Freia.

Die christlich-legendäre Überlieferung bietet für diesen Bedeutungswandel mehrere Erklärungen an: So sollen Adam und Eva an einem Freitag aus dem Paradies vertrieben und Jesus an einem Freitag gekreuzigt worden sein.

Mit der Dreizehn werde das ,,himmlische System“ mit seinen zwölf Tierkreiszeichen übermütig überschritten.

Beim letzten Abendmahl von Jesu mit seinen zwölf Jüngern wurde der 13. Mann am Tisch zum Verräter.

Sprichwörter machen das Unbehagen mit der Zahl ebenfalls deutlich: Wenn es ,,dreizehn schlägt“, ist etwas außerordentlich Erstaunliches oder absolut Ungewöhnliches, zumeist jedenfalls etwas Unerwünschtes geschehen.

Mit der Dreizehn ist ,,des Teufels Dutzend“ voll.

Bis in die heutige Zeit achtet ein guter Gastgeber darauf, keine 13 Gäste zu Tisch zu bitten. In vielen Hotels gibt es gar kein Zimmer mit der Nummer 13. Auch die entsprechend numerierten Sitzplätze im Kino, Theater oder Flugzeug sollen erst verkauft oder gebucht werden, wenn ,,nichts Besseres“ mehr zu haben ist.

Wer es - Aberglaube hin oder her - vorzieht, an einem Freitag nichts Neues zu beginnen, nicht zu verreisen oder keinen Umzug vorzunehmen‘ befindet sich in guter Gesellschaft. Freitags hielten sich Schwedenkönig Gustav Adolf oder Reichskanzler Otto von Bismarck möglichst von allen außergewöhnlichen Aktionen zurück. Napoleon 1. fürchtete stets die ,,Ungunst“ des fünften Wochentages.

Noch 1928 wurde der erste Start des Luftschiffs ,,Graf Zeppelin“ auf einen Donnerstag vorverlegt.

Johann Wolfgang von Goethe hingegen und die italienische Schauspielerin Eleonora Duse wollten sich nicht in den ,,Labyrinthen des Aberglaubens“ verstricken.

Während es ,,der Duse“ nichts ausgemacht haben soll, an einem Freitag zu reisen oder selbst mit einem neuen Stück auf der Bühne zu stehen, gründete Goethe anno 1791 eine wissenschaftliche Vereinigung‘ die sich ganz unbekümmert ,,die Freitagsgesellschaft“ nannte.

Nicht in allen Ländern ist die 13 ein schlechtes Omen. In Italien etwa gilt 17 als Unglückszahl: Ihre römischen Ziffern XVII lassen sich zu dem lateinischen Wort VIXI umstellen, was bedeutet ,,Ich habe gelebt“. Aus diesem Grund kam seinerzeit das französische Automodell Renault 17 in Italien nur unter der Bezeichnung Renault 117 auf den Markt.

In Japan findet der Reisende weder ein Hotelzimmer noch einen Flugzeugsitz mit der Zahl vier. Das Wort dafür bedeutet auch ,,Tod“.

Autor:

Bernd Schiele aus Düsseldorf

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