846 neue Meister feiern in der Düsseldorfer Stadthalle

Gruppenbild der Jahresbestmeister mit Ministerpräsident und den Präsidenten der französischen Partnerkammern
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Am Sonntag feierten 846 Jungmeister in der Stadthalle ihre Meisterbriefe. Für die Handwerkskammer Düsseldorf war es bereits die 70. Meisterfeier seit 1949. Am Osterdienstag 1949, also noch vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland, ehrte die Handwerkskammer bereits ihre Meister mit einer großen Feier. Festredner im 70. Jubiläumsjahr war diesmal Landesvater Ministerpräsident Armin Laschet.

Seit 1949 haben 170.000 Handwerker die Meisterprüfung abgelegt. Bei der 1. Meisterfeier gab es 2.500 neue Meister, Zahlen von denen man heute nur träumen kann. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Meisterabsolventen nochmals gesunken um minus 133 auf 846, hier machen sich laut Kammer die zwischenzeitlich schwachen Ausbildungszahlen in den letzten Jahren deutlich bemerkbar. Daher freute sich Kammerpräsident Andreas Ehlert besonders darüber, dass der jetzige Jahrgang wesentlich gründungswilliger ist (insgesamt 54,3 %, plus 7 %). "Jeder einzelne hat mit dem Meisterbrief die schönste Form des Eigentums erworben, die man sich nur vorstellen kann: Bildung", sagte Ehlert dzu den 681 Meistern und 165 Meisterinnen. Ehlert lobte die Landesregierung für die Verkehrswende, den Infrastrukturausbau, die Digitalisierung und das Azubi-Ticket, das im August 2019 kommen wird. Andererseits seien die Hebesätze für Gewerbesteuer, Grundsteuer und Grunderwerbssteuer gerade in Nordrhein-Westfalen besonders hoch.

Kritik an Bundesregierung
Heftige Kritik übte der Kammerpräsident an der Bundesregierung: "Wenn wir im Handwerk so arbeiten würden, würden unsere Kunden zu Recht sagen: Das ist großer Murks!" Die Bundesregierung tue nichts gegen die wachsende Steuer- und Abgabenlast für den Mittelstand und für die Fachkräfte. In guten Zeiten habe sie mit mit vollen Händen das Geld ausgegeben. Es sei die Mitte der Gesellschaft, die dafür die Zeche zahlen werde. Bei der Grundsteuer werde gerade ein neues Bürokratiemonster geschaffen. "Und unser Bundeswirtschaftsminister schwingt unterhaltsame Reden über nationale und europäische Champions, über Batteriezellenfabriken in Braunkohlelöchern", tadelte Ehlert. Ausdrücklich lobte er den Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek (CDU), der im Ausschuss für Wirtschaft und Energie in Berlin wenigstens mit Sachverstand agiere. "Und deshalb brauchen wir Nordrhein-Westfalen als starkes Korrektiv für mehr soziale Marktwirtschaft in Berlin«, appellierte Ehlert vor 2.500 Gästen im Saal in Richtung Ministerpräsident.

Geisel: Auch Handwerksbetriebe sind Start-ups
"Auch Handwerksbetriebe sind Start-ups und passen daher gut in die Gründerkultur Düsseldorfs", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel in seinem Grußwort. Ministerpräsident Armin Laschet lobte ebenfalls den Gründerwillen der jungen Meisterinnen und Meister: "Handwerksmeister sind auch als Unternehmensgründer Innovatoren und Leistungsträger in unserem Land!" Mit Gründerstipendien, Meister-Bafög und Azubi-Ticket habe die Politik bereits einiges für die Gleichstellung der beruflichen Bildung mit dem Studium geleistet. Laschet erwähnte aber auch, dass es noch zuviele bürokratische Regelungen gebe wie etwa Dieselfahrverbote. "Wir bauen unnötige bürokratische Hürden für Unternehmerinnen und Unternehmer ab und gemeinsam mit dem Handwerk packen wir die Umsetzung der Enquetekommission Zukunft von Handwerk und Mittelstand an, die bereits in der vergangenen Legislaturperiode im Landtag beschlossen wurde", betonte er unter viel Applaus. Jahresbestmeisterin ist in diesem Jahr Friseurmeisterin Inga Schröder aus Moers, die zusammen mit den 17 anderen Prüfungsbesten in ihren Handwerken den Meisterbrief aus den Händen von Minister- und Kammerpräsident auf der Bühne erhielt.

Appell zur Europawahl: Wählen gehen!
Auch dieses Jahr kamen wieder viele Gäste aus der Kommunal-, Landespolitik und dem Landtag zur Meisterfeier. Aus Frankreich waren extra die Präsidenten der Düsseldorfer Partnerkammern in Tours, Blois und Chartres zur Feier angereist. Diese Partnerschaft besteht bereits seit 50 Jahren, am Montag unterzeichneten die Präsidenten in der Handwerkskammer eine Deklaration in der sie ihre Partnerschaft fortschreiben. Die Feier endete mit einem flammenden Appell und wehenden Europafähnchen, an den Europawahlen teilzunehmen.

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