Warnstreik in Düsseldorf
Der öffentliche Dienst fordert Sechs Prozent mehr Gehalt

Gleiche Arbeit = Gleicher Lohn - das war die Botschaft der Streikenden.
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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - das fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Gewe) bei ihrer Demo in der Düsseldorfer Innenstadt. Gekommen sind rund 200 Streikende.

In der vergangenen Woche ist auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen den Gewerkschaften und dem Tarifverbund der Länder (TDL) gescheitert. Das sorgt für Zorn und Unverständnis im öffentlichen Dienst. Die Arbeitnehmer zogen am heutigen Donnerstag daher die Konsequenzen und streikten bundesweit für bessere Arbeitsbedingungen. "Es kann nicht sein, dass ein verbeamteter Lehrer mehr verdient, als ein beschäftigter", bemängelt Sebastian Krebs.

"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"

Der Lehrer aus Düsseldorf ist stellvertretender Vorsitzender der Nordrhein-Westfälischen Gewe und spricht an diesem Donnerstag morgen zu den rund 200 Streikenden. Immer wieder gibt es tosenden Applaus für den Gewerkschaftler. "Wir fordern nicht nur die sechs Prozent mehr Gehalt, sondern auch gleiche Arbeitsbedingungen", sagt Krebs. Was der Berufsschullehrer meint: Ein nach Tarif beschäftigter Lehrer rutscht bereits nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit ins Krankengeld ab. Lehrer, die verbeamtet sind, erhalten weiter ihr volles Gehalt weiter.

Keine Einigung in Sicht

Doch eine Einigung zwischen den Gewerkschaften und der TDL scheint meilenweit entfernt zu sein. "Es gibt kein Angebot. Die Arbeitgeber schweigen", sagt Krebs. Für Ende Februar, beziehungsweise Anfang März, ist die nächste Verhandlungsrunde geplant. "Wenn es dann kein Angebot gibt, werden wir weiter streiken. Wir streiken so lange, bis wir unsere Ziele erreicht haben", sagt Krebs entschlossen.

Unterrichtsausfall an Schulen

Dadurch fällt in Schulen zum Beispiel erneut Unterricht aus. "Von unserer Schule sind heute drei Lehrer streiken. Das merkt man dann schon", sagt ein Realschullehrer, der nicht namentlich genannt werden will.
Insgesamt zeigt sich Sebastian Krebs zufrieden mit der Streik-Resonanz. "Es ist gut, dass so viele Menschen gekommen sind und uns in unseren Forderungen unterstützen." Insgesamt würden laut Krebs bei einem positiven Ausgang der Verhandlungen etwa 2 Millionen Arbeitnehmer profitieren. Die Anspannung der Streikenden sieht man deutlich - aber auch ihre Entschlossenheit. Immer wieder wird in die mitgebrachten Trillerpfeiffen gepustet, dazu gibt es Jubel, Zustimmung und Zorn. Der Regenschirm eines Teilnehmers spricht sinnbildartig für alle Versammelten. Auf ihm prankt der Slogan: Lasst uns nicht im Regen stehen!"

Öffentlicher Dienst bestreikt

Bestreikt wird heute noch den ganzen Tag der öffentliche Dienst. Das sind unter anderem Lehrer, Mitarbeiter der Universitäten, Krankenhäuser und Justizmitarbeiter. Doch auch der nächste Streik ist schon in Planung. "Wir werden vor der nächsten Verhandlungsrunde in ein paar Wochen nocheinmal streiken", kündigt Krebs an.

Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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