Tierschutzpartei: Wolfsschutz statt Jägerlobbyarbeit - FDP fordert wolfsfreie Zonen
Die Rückkehr des vermeintlich bösen Wolfes oder Jäger mit neuem 'Sportobjekt'

Am gleichen Tag, an dem das schwarz-rote Bundeskabinett der GroKo in Berlin den Abschuss von Wölfen in Deutschland erleichterte, den Abschuss ganzer Rudel freigab, veranstaltete die bekannt jägerfreundliche FDP im Schloss Holte-Stukenbrock eine als öffentlich deklarierte Podiumsdiskussion mit dem Titel 'Der böse Wolf zurück in OWL' (OWL = Ostwestfalen-Lippe). Neben VertreterInnen der Presse waren Thomas Pusch vom Nabu, Hubertus Beringmeier als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes OWL sowie Karlheinz Busen, MdB, Jagdpolitischer Sprecher der FDP Bundestagsfraktion sowie die FDP-MdB's Schäffler und Sauter auf Einladung der FDP zugegen.
Für die Tierschutzpartei nahmen an der öffentlichen Veranstaltung der zweite Landesvorsitzende der Tierschutzpartei NRW und Regionalgruppenleiter Ostwestfalen-Lippe Martin Lück, der Regionalgruppenleiter Gelsenkirchen-Recklinghausen Jörg Etgeton sowie die Fuchsbeauftragte Gabriele Etgeton an der Veranstaltung teil.

Fotografier- und Filmverbot - Dokumentation der Redebeiträge untersagt
Die als öffentlich deklarierte Veranstaltung begann damit, dass den Tierschützern untersagt wurde, Fotos zu machen bzw. die Rednerbeiträge der Jagdfreunde und Wolfsgegner mitzufilmen. Auf einer FDP-Veranstaltung dürften Nicht-FDP'ler nicht fotografieren und filmen, so die FDP-Veranstalter. Auf die Hinterfragung, was mit öffentlich denn dann gemeint sei, wurde nicht weiter eingegangen.
Alle geladenen RednerInnen kritisierten, dass sie an der Diskussion nun teilnehmen müssten ohne eine qualifizierte Stellungnahme zur neuen Wolfsverordnung der Bundesregierung abgeben zu können mangels ausreichender Sichtungs- und Prüfmöglichkeit.

FDP fordert Erleichterung Wolfs-Abschuss und wolfsfreie Zonen
Die FDP forderte allerdings klar und ohne jedwede Einsicht in Tierschutzaspekte die Erleichterung zum Abschluss von sogenannten "Problem"wölfen und verlangte wolfsfreie Zonen zum Schutz von Mensch und Nutztieren gerade in ländlichen (!) Gebieten.
"Hier stellt sich dann die Frage, wo die Wölfe dann noch leben sollen - in den Fußgängerzonen der Innenstädte?", hinterfragt Martin Lück die nicht durchdachte und schlichte No-Wolf-Aussage der FDP.
Es entbrannte eine besorgte und intensive Diskussion zwischen den Tierschützern, einem ehrenamtlichen Mitglied des BUND, einem Verteter von WikiWolves auf der einen Seite - und auf der anderen Seite Vertretern des Landwirtschaftsverbandes, Nutztierhaltern und Kreisjägerschaft. In erster Linie ging es um die Probleme , Entschädigung und praktische Umsetzbarkeit im Herdenschutz, um versicherungstechnische Fragen, Entschädigungen und arbeitsmäßige Mehrbelastung bei den Nutztierhaltern.

Tierschutzpartei gegen erleichterte Abschussfreigabe und Rudelausrottungen
"Generell bleibt abzuwarten wie sich die Wolfspopulation im Kulturraum Deutschland entwickelt. Während sich Pro-Jagd-Seite für ein eindeutiges, gesetzlich geregeltes Wolfsmanagement ausspricht mit dem Ziel der erleichterten sogenannten 'Entnahme' von Tieren, sprich deren Abschuss, entwarnt die andere Seite, insbesondere auch wir Tierschützer, und plädiert auch weiterhin für eine Einzelfallprüfung und weitere Beobachtung der Ausbreitung des heimischen Wolfes in Deutschland," betont Martin Lück, Regionalgruppenleiter Ostwestfalen-Lippe.
"Wir fordern, unserem zurückkehrenden Wolf eine Chance auf Integration und Koexistenz einzuräumen und nicht die Fehler der Vergangenheit, sprich Ausrottung zu wiederholen," so Gabriele Etgeton, Fuchsbeauftragte der Tierschutzpartei Landesvorstand NRW und Pro-Wolf-Aktivistin. 

Die Tierschutzpartei zeigt sich entsetzt über den aktuellen Kurs der Bundesregierung sowie die erleichterten Abschussregelungen zulasten der Wölfe.

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