Juan De Dios' Leben als Film: Knapp dem Tod entronnen

Der Exil-Kubaner Juan de Dios lebt mit seiner Frau Monika Banderas in Düsseldorf. Sein leben soll jetzt verfilmt werden. Etwa eine Million weiterer Kubaner lebt derzeit noch im Exil.
  • Der Exil-Kubaner Juan de Dios lebt mit seiner Frau Monika Banderas in Düsseldorf. Sein leben soll jetzt verfilmt werden. Etwa eine Million weiterer Kubaner lebt derzeit noch im Exil.
  • Foto: Monika Bandera, Foto privat, Veröffentlichung genehmigt
  • hochgeladen von Nele Cent-Roppel

Juan de Dios blickt ernst in die Kamera. Neben seinem Saxofon ist seine Frau Monika Bandera sein größter Halt. Haft, Folter, Erschießungen und schließlich Flucht – der 79-jährige Exil-Kubaner, der einst auch im legendären Buena Vista Social Club spielte, hat eine Menge in seinem Leben mitgemacht. Jetzt soll sein aufregendes Leben für das Fernsehen verfilmt werden.
Grundlage für die Dokumentation soll die Juan-de-Dios-Biografie „Mambo - Cha-Cha-Cha“, geschrieben von seiner Frau Monika Bandera sein. „Derzeit wird das Drehbuch geschrieben und alles vorbereitet“, sagt Bandera und legt unserer Zeitung eine Kopie der Optionsvereinbarung für die Fernsehdokumentation vor. Ausführende Produktionsgesellschaft soll demnach die Firma TV21 sein, zu deren Geschäftsführung die bekannte TV-Journalistin Sabine Christiansen gehört.
„Ich möchte auf das Schicksal meines Mannes und anderer Kubaner aufmerksam machen, die ihre Heimat verlassen mussten und unter dem System gelitten haben“, formuliert Bandera, die auch Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte ist, ihre Intention.
Juan de Dios wollte 1964 nach Mexiko ausreisen, als er am Hafen gefangen genommen wurde und wegen „Landesflucht“ vier Jahre ins Gefängnis kam. Dass er ein paar Jahre zuvor einmal in einem Restaurant Fidel Castro, seinen Bruder Raúl und Che Guevara kennengelernt hatte, brachte ihm nichts. Nur knapp entkam er seinem Erschießungstod, weil ihn ein anderer alter Bekannter, der mittlerweile Chef der Geheimpolizei war, in letzter Minute wiedererkannte. De Dios kam daraufhin in ein Zwangsarbeiterlager, 1968 gelang ihm die Flucht nach Italien. Passenderweise hies das Schiff „I hope“ (Ich hoffe).
Mittlerweile lebt Juan de Dios seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. Seine Düsseldorfer Frau hat er in Spanien kennengelernt. „Ich arbeitete dort als Sekretärin“, erinnert sich Bandera. Die Einreise nach Kuba ist de Dios auch nach Jahrzehnten noch unmöglich. „Wir würden sofort verhaftet.“ Erst seit wenigen Jahren besteht überhaupt wieder Kontakt zur kubanischen Familie des Saxofonisten.
Wegen der schwierigen Situation soll die halb fiktive, halb dokumentarische Fernsehdokumentation über de Dios Lebensgeschichte vor allem in Mexiko, Honduras und Guatemala umgesetzt werden. De Dios Rolle wird dabei überwiegend von Schauspielern gespielt, aber auch er selbst soll zu Wort kommen und in die Recherchen eingebunden werden. Mit der Verfilmung geht für Monika Banderas und ihren Mann ein Herzenswunsch in Erfüllung. Es wäre die Krönung jahrelanger Bemühungen. Monika Bandera hofft, dass der Film vielleicht schon Ende des Jahres fertig sein wird.

Autor:

Nele Cent-Roppel aus Monheim am Rhein

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