In der Goebelstraße lief nicht alles nach Plan
Ein langwieriger Ausbau der Straße mit viel Ärger

So sieht die Situation nach den Umbaumaßnahmen momentan aus.
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  • So sieht die Situation nach den Umbaumaßnahmen momentan aus.
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Ist erst einmal der Wurm in einem Projekt, dann kochen schnell die Emotionen hoch. Die Anwohner der Goebelstraße können davon ein Lied singen, ein langes Lied. Denn eigentlich sollte ihre Straße längst fertig sein, doch bis heute liegt noch kein Asphalt auf der Fahrbahn. Das ärgert viele, die sich von der Stadt und den verantwortlichen Personen mit ihren Problemen im Stich gelassen fühlen. Wir fragten bei beiden Seiten einmal nach.

Vieles ist hier an der Goebelstraße nicht so gelaufen, wie es ursprünglich einmal geplant war. Ein Blick zurück: 2010 wurde die Goebelstraße als verkehrswichtige Straße eingestuft. Bei den Ausbauplänen war auch ein Radweg geplant. "Doch die Straßenbreite gab keinen Radweg vor", erläuterte Yvonne Surink. Daher unterbreitete man den Anliegern zwei Vorschläge, eine favorisierte Variante sollte es dann werden. "Doch wir haben 2010 schon angemerkt, dass wir erst dann ausbauen, wenn wir auch die entsprechenden Förderanträge auf dem Tisch haben", so Jochen Kemkes, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung.
Frühestens 2014 sollten die Arbeiten beginnen. Doch es kam wieder alles ganz anders. Denn die Pläne mussten wegen der dort stehenden Bäume erneut geändert werden. Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Kleve stufte die Bäume als Allee ein. Somit sollten sie erhalten bleiben. "Eine Baumbeseitigung kam nicht infrage. Alle Bäume seien erhaltenswert, auch ein Gutachter kam zu dieser Meinung. Wir haben dann mit der Unteren Landschaftsbehörde mehrmals Kontakt aufgenommen, ohne Erfolg", so Kemkes. Neuer Plan: bis auf drei Bäume bleibt alles bestehen.
Als die Bäume dann noch auf ihre Standfestigkeit überprüft wurden, kam das nächste Unheil. Denn bei der Beseitigung des ersten Baumes "flutschte" dieser nur so aus der Erde. "Da klingelten bei uns allen sofort die Alarmglocken", meinte Yvonne Surink. Niemand wollte dafür verantwortlich sein, dass beim nächsten Sturm einer dieser Bäume umknickt. Also wurden alle entfernt. Doch der Alleecharakter musste wieder hergestellt werden. "Das wird alles sehr aufwändig gemacht mit einem eigenen Pflanzbeet für jeden Baum", so Kemkes. "Wir haben uns wirklich bemüht, die Bäume stehen zu lassen und alles zu verkürzen. Das hat jedoch nicht gefruchtet. Das kostet aber auch Zeit und verzögert das Projekt. Ich kann schon nachvollziehen, dass die Bürger dann unzufrieden sind. Das sind wir auch", fügte Pressesprecher Tim Terhorst hinzu.
"Wir mussten mit unserer Planung wieder von vorne anfangen. Das galt natürlich auch für die Planung mit dem Radweg." Ein separater Radweg war vom Tisch, es sollte nun ausgebaut werden mit einer Radwegmarkierung auf der Straße. Doch auch dazu musste erst wieder ein Förderantrag eingereicht werden, der nun bewilligt wurde.
Einigen Anliegern dauert das Prozedere einfach zu lange. Sie vermuteten sogar, dass Geld für den Straßenausbau vorhanden gewesen sei, dieses Geld aber in die Maßnahme Nollenburger Weg geflossen sei. "Das stimmt natürlich nicht", wunderte sich Jochen Kemkes. Auch dort habe man erst auf Fördergelder gewartet, ehe ausgebaut wurde. "So ist nun mal der Ablauf. Und genau so ist es auch in der Goebelstraße passiert. Olaf und Sabine Rappert wunderten sich nach dem Ausbau über eine Verengung zur Auffahrt ihres Grundstücks. Doch auf den alten Fotos zur Bauplanung ist deutlich ersichtbar, dass der Standort nur etwas mehr auf die andere Seite gezogen wurde. "Sie mussten vorher schon um den Baum herum fahren, um mit beiden Autos auf ihr Grundstück zu kommen. Und das müssen sie jetzt auch", so Yvonne Surink.
Auch die Forderung nach einer Tempo-30-Zone, wie sie unter anderem auch von der Familie Rappert gefordert wurde, kann man in der Verwaltung nicht nachvollziehen. "Die Straße ist Unfall mäßig nicht auffällig. Wenn dort Radfahrer fahren, dann können sie hier nicht einmal mit 50 durchfahren", ist sich Kemkes sicher. Auch der Vorwurf, durch die Neupflasterung seien Grundstücke verkleinert worden, wies Yvonne Surink zurück. Man sei mit der Pflasterung etwas an die Grundstücke heran gegangen, sie seien deswegen aber nicht kleiner geworden. Auch die Anmerkung, man pflastere nicht mehr mit den alten Steinen zu, entkräftete die Verwaltung. "Wir haben denjenigen gefragt, ob er noch Sechskantsteine übrig hätte, das musste er allerdings verneinen. So haben wir den Rest mit anderen Steinen gepflastert."
Dass durch die ganzen Verzögerungen natürlich auch die Kosten für die Anlieger pro Quadratmeter gestiegen sind, ist über die Jahre logisch. "Die 18 bis 19 Euro pro Quadratmeter haben wir aber schon 2016 angekündigt", bemerkte Yvonne Surink zum Abschluss. So sah die Situation aus, als der Baum noch vor dem Haus stand. Foto: Stadt Emmerich So sieht die Situation nach den Umbaumaßnahmen momentan aus. Foto: Jörg Terbrüggen

So sieht die Situation nach den Umbaumaßnahmen momentan aus.
So sah die Situation aus, als der Baum noch vor dem Haus stand.
Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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