Letzter Spieltag Bökelberg

Mythos Bökelberg. Foto aus dem Bildband "Letzter Spieltag Bökelberg".
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  • Mythos Bökelberg. Foto aus dem Bildband "Letzter Spieltag Bökelberg".
  • Foto: Christoph Buckstegen
  • hochgeladen von Jörg Terbrüggen

Es war und ist vielleicht eines der bedeutensten Stadien der Bundesliga-Geschichte. Verbindet man mit dem Bökelberg doch die glorreichen Erfolge von Borussia Mönchengladbach in den 1970er Jahren. Und es hat schon etwas Nostalgisches, wenn jetzt der Bildband „Letzter Spieltag Bökelberg“ erscheint.

Es war schon etwas Besonderes, obwohl die Tagweite des Abschieds einem damals gar nicht so bewusst wurde. So empfand es jedenfalls Christoph Buckstegen, als er sich aus Berlin auf den Weg in das kleine Stadion am Niederrhein machte. Ihn interessierte dabei allerdings weniger das letzte Spiel gegen den TSV 1860 München. Er wollte vielmehr Eindrücke von dem Stadion machen, dass alle Fußball-Fans mit Namen kannten: das Bökelberg-Stadion.
Der Bökelberg, der Ort, an dem der Mythos von der „Fohlen-Elf“ seinen Ursprung hatte und das über die wohl steilsten Stehplatzränge im deutschen Fußball verfügte. Damals ergriff Buckstegen die Chance, noch einmal an dieser „Kultstätte“ fotografieren zu können. „Es war schön, denn ich konnte mich damals noch völlig frei bewegen. Das ist in den heutigen Stadien gar nicht mehr möglich.“ Der bekennende Gladbach-Fan hatte sich mit reichlich Filmen eingedeckt, die er auch allesamt „verschoss“. Wer nun aber jubelnde Spieler, packende Torszenen, Paraden der Torhüter oder ähnliches in dem Band sucht, der schaut vergebens in das Buch.

Letztes Foto von Manolo

Christoph Buckstegen hat einfühlsame Momente eingefangen. Er zeigt eben Bilder, die vielen Fans die Erinnerung an so manchen Spieltag auf dem Bökelberg wieder ins Gedächtnis rufen. Ein letztes Foto von Manolo, der die Mannschaft immer mit seiner Trommel angefeuert hatte. Etwas geknickt hat er ihn, damals schon sehr krank, auf dem Sitzplatz fotografiert. Männer stehen auf Bierkisten, um das Spiel zu verfolgen, Fans auf dem Weg ins Stadion, der Treffpunkt für Pressevertreter vor dem Spiel, eine Fernsehkamera auf der Südtribüne. Der Imbiss auf dem Schürenweg, an dem sich so mancher vor dem Spiel eine Wurst geholt hat ist ebenso dabei wie der Tunneleingang an der Osttribüne. Oder das einen Quadratmeter große, verlassen wirkende Kassenhäuschen für Block 25. Und: das letzte Tor auf dem Bökelberg.

Interview mit Günter Netzer

Christoph Buckstegen hat sich fast sein ganzes Leben mit Fußball beschäftigt. Selbst im Studium. Hier wählte er, welch Überraschung, für seine Diplomarbeit das Thema Fußball. Immer schon interessierte ihn mehr das Drumherum, als die packenden Szenen auf dem Platz. Beim Fußballmagazin „11 Freunde“ gehört Buckstegen übrigens zu den Fotografen der ersten Stunde. Für den Fotoband konnten zwei Niederrheiner für die unterhaltsam-sportlichen Texte gewonnen werden: der Mönchengladbacher Stefan Hermanns, jetzt Sportredakteur in Berlin, hat unter anderem ein Interview mit Bökelberg-Star Günter Netzer beigesteuert. Christof Siemes aus Rheydt-Venn steuerte seine persönliche Bökelberg-Erinnerung von 2004 bei.
Der Band umfasst insgesamt 144 Seiten mit 65 Fotografien in Farbe und Schwarzweiß. Es kostet 19.80 und ist unter ISBN 978-3-95680-007-8 im Buchhandel zu bestellen.

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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