Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte

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Ist der Frühling jetzt da? Wollen wir es hoffen, aber noch kommen Mitte Mai die Eisheiligen. Jedenfalls konnten wir heute beim Spaziergang 20°C und mehr genießen.

Blumen in allen Varianten erfreuen uns mit ihrer Farbenpracht. Zurzeit sind, wie man auf den Fotos sieht, Hornveilchen und Stiefmütterchen im Garten und auf Friedhöfen sehr beliebt – in vielen Blautönen aber auch in anderen Farben.

Wussten Sie, liebe Leser, dass die Farbe Blau die mit Abstand beliebteste Farbe ist, sowohl bei Frauen als auch bei Männern?

Sie wird mit vielen positiven Eigenschaften assoziiert. Blau ist die Farbe der Ferne, der Weite und der Unendlichkeit. Blau ist die Farbe des Vertrauens und der Verlässlichkeit. Blau ist still und entspannend, Grün eher ruhig und erholsam.

In Dichtung, Malerei und Redensarten spielt die Farbe Blau eine große Rolle.

Die blaue Blume als ein zentrales Symbol der Romantik steht für Sehnsucht und Liebe und für das Streben nach dem Unendlichen.
Die blaue Blume wurde später auch ein Sinnbild der Sehnsucht nach der Ferne und ein Symbol der Wanderschaft. Als reale Vorbilder der blauen Blume werden oft heimische Pflanzen angesehen, in Mitteleuropa etwa die Kornblume oder die Wegwarte.

Interessant ist, dass die blauen Farbnuancen unser Empfinden unterschiedlich beeinflussen können.
Z.B. ruft hellblau ruft häufig eine Assoziation mit Treue, Harmonie, Sehnsucht sowie Zufriedenheit hervor.

Aber blau kann auch negative Assoziationen bewirken. Die blauen Schatten in sonnig bestrahltem Eis und Schnee bewirken – insbesondere im Eisblau – das Gefühl von Kälte.

In erstaunlich vielen Redensarten erscheint die Farbe Blau, fast immer im negativen Sinn:

"einmal blau machen" (von der Arbeit fernbleiben)

"der blaue Planet" (unsere Erde aus dem Weltall betrachtet)

"blau sein" (betrunken sein)

"das Blaue vom Himmel herunter versprechen" (Unmögliches versprechen)

"das Blaue vom Himmel herunterlügen" (lügen)

"das Blaue vom Himmel herunterreden" (viel reden)

"ins Blaue hinein gehen" (ohne klare Zielvorstellung etwas machen)

"sich grün und blau ärgern" (sich furchtbar ärgern)

"grün und blau schlagen" (gehörig verprügeln)

"grün und blau vor den Augen werden" (übel werden, Seekrankheit)

"mit einem blauen Auge davonkommen" (glimpflich davonkommen)

"blaues Blut in den Adern haben" (adlige Herkunft)

"blauen Dunst vormachen" (etwas vorgaukeln)

"sein blaues Wunder erleben" (große, unangenehme Überraschung)

Und wer es gerne poetisch mag, der lese das wunderschöne und vielleicht berühmteste Gedicht über den Frühling von Eduard Mörike:

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja Du bist 's!
Dich hab’ ich vernommen!

Autor:

Manfred Jug aus Essen-Steele

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