Wer zahlt für die Sanierung der Rollschuhbahn im Grugapark?

Die Rollschuhbahn im Essener Grugapark muss dringen saniert werden, doch die Kosten übersteigen die Möglichkeiten des Vereins, der die Bahn nutzt, bei Weitem. | Foto: Gohl
  • Die Rollschuhbahn im Essener Grugapark muss dringen saniert werden, doch die Kosten übersteigen die Möglichkeiten des Vereins, der die Bahn nutzt, bei Weitem.
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Ein engagierter Sportverein möchte eine marode Sportanlage erhalten, kann aber das Geld dafür nicht aufbringen. Um den Umbau zu finanzieren, könnte ein Besitzerwechsel helfen, den der Rat der Stadt beschließen müsste. Somit ist die Politik die womöglich letzte Hoffnung des REV Gruga in Bezug auf die Rollschuhbahn im Park.

Am Dienstag, 15. Mai, steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses für die Sport- und Bäderbetriebe. Allerdings nur unter dem Stichwort "Kenntnisnahme", denn die grundlegende Entscheidung kann dort nicht getroffen werden.
Dabei ist die Problematik nicht neu. Anfang 2017 hatte sich der REV Gruga e.V. an den Oberbürgermeister gewandt und auf den Zustand der mehr als 50 Jahre alten und nicht überdachten Rollschuhbahn, der Umkleiden und Vereinsräume aufmerksam gemacht. Nach verschiedenen Gesprächen gab der Ausschuss im November einen Prüfauftrag an die Verwaltung. Sie sollte Möglichkeiten finden, um den Trainings- und Wettkampfbetrieb aufrecht zu erhalten - im Grugapark oder an anderer Stelle.
Aber das ist nicht so einfach, selbst wenn man das Geld für einen Augenblick außer Acht lässt. Wie der gesamte Park gehört die Anlage Grün und Gruga. Sie wurde an den Essener Sportbund verpachtet und von diesem an den REV unterverpachtet. Von Grün und Gruga ist allerdings kaum Hilfe zu erwarten, denn - wie es in der Ausschussvorlage für den nächsten Dienstag heißt - die Rollschuhbahn ist für den Grugapark "von untergeordneter Bedeutung". Eine Einschätzung, die der Verein nicht gerne hört, die aber verständlich ist, wenn man bedenkt, dass wohl nicht viele Parkbesucher die Anlage überhaupt wahrnehmen.

Anlage ist für den Park "von untergeordneter Bedeutung"

Um dennoch zu einer Sanierung zu kommen, wäre ein Besitzerwechsel denkbar und Grün und Gruga durchaus bereit, die Fläche an die Sport- und Bäderbetriebe zu übertragen (oder dem Verein ein Erbbaurecht einzuräumen). Als ein städtisches Projekt könnte eine Modernisierung der Rollschuhbahn vorgenommen werden und anschließend die Vermietung an den Verein erfolgen.
Was für den Laien gar nicht so kompliziert klingt, ist als Vorgehen jedoch eher ungewöhnlich und erfordert einen grundsätzlichen Beschluss der Politik, die dabei natürlich nach der Finanzierungsmöglichkeit fragen muss. Der REV hätte 30.000 Euro an Eigenmitteln zu bieten und würde nach Fertigstellung die Rollschuhbahn anpachten und die laufenden Kosten des Betriebes tragen, erläutert die Verwaltung. In bisherigen Berechnungen des Vereins ist von Gesamtkosten von über 400.000 Euro für die Sanierung die Rede. Ohne Eigenleistungen, dafür mit den üblichen städtischen Standards und bei Einhaltung des öffentlichen Vergabeverfahrens könnte sich die Summe noch deutlich erhöhen, warnen die Fachleute.
Eine Entscheidung also, die der Politik angesichts der gesamtstädtischen Finanzlage nicht leicht fallen dürfte. Die Rollschuhbahn im Grugapark müsste umfassend saniert werden. Am kommenden Dienstag soll im Sportausschuss eine grundlegende Lösung diskutiert werden.Foto: Gohl

Autor:

Sabine Pfeffer aus Essen-Kettwig

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