Werden hatte die Wahl

Stimmen zur Wahl:
Ratsherr Hanslothar Kranz (CDU) ist überrascht: „Damit hätte ich nicht gerechnet. Die größte Niederlage in meiner politischen Karriere. Und ich bin ja schon seit 1957 dabei! 1969 ging es mit der CDU auch schon mal kräftig den Bach runter, aber so? Vorm Werdener Rathaus sind wir konstruktiv mit den Leuten ins Gespräch gekommen, da konnte ich keinen Unwillen der Bürger gegen die CDU feststellen. Wir haben einen hervorragenden Wahlkampf gemacht, eigentlich habe ich eine gute Stimmung verspürt!“ Anders als viele Stimmen, immerhin schnitt die CDU im Essener Süden bei den Erststimmen deutlich besser ab als bei den desaströsen, zweistelligen Verlusten im Bereich der Zweitstimmen, distanziert sich Kranz nicht vom Spitzenkandidaten und stellt tapfer klar: „Norbert Röttgen wurde von den CDU-Mitgliedern in Urwahl bestimmt, das darf man nicht vergessen.“ Eine besonderer Aspekt freut Kranz: „Hier in Werden haben alle Wahlkämpfer im Umgang mit dem politischen Gegner einen guten Stil gepflegt.“
Nicht weniger verwundert ist der 2. Bezirksbürgermeister Reinhold Schulzki (SPD): „Damit war nicht zu rechnen, dass die Wähler so in Scharen zur SPD wandern. Ich freue mich unheimlich, konnte es zuerst gar nicht glauben.“ Dass die Wähler die Arbeit von Ministerpräsidentin Kraft belohnt und Norbert Röttgen abgestraft haben, findet Schulzki verständlich: „Hannelore macht einen guten Job. Und die CDU-Leute waren sauer auf die eigene Partei. Laschet oder Laumann hätten es besser gemacht!“ Der überragende Wahlerfolg erlaube es, nun auch unangenehme Dinge anzupacken, spannende Koalitionsverhandlungen stünden an: „Das tolle Ergebnis ist auch eine Verpflichtung, da macht Regieren Spaß!“ Die höchste Wahlbeteiligung in ganz NRW hat der Essener Süden zu melden, die Bürger hätten hier Pflicht und Chance genutzt: „Wir haben eine Stimme und die wollen wir auch nutzen!“ Schulzki ist stolz auf dieses hohe bürgerliche Engagement: „Ein toller Nebeneffekt der Wahl. Schon der Wahlkampf hat mir viel Freude bereitet.“
Peter Maas von den Grünen: „Erst einmal sind wir froh, dass wir unser Super-Ergebnis von 2010 gehalten haben. Es gibt offensichtlich einen starken grünen Block. Wahrscheinlich haben wir lediglich an die SPD abgeben müssen, die Leute wollten Hannelore Kraft. Wir freuen uns, dass Rot-Grün so klar bestätigt wurde, es geht weiter für eine gute Umweltpolitik, gegen Fluglärm, gegen Fracking und andere Übel. Der Solidarpakt für die Kommunen kann nun kommen. Die SPD ist toll durchgestartet, wir Grüne haben trotz zeitweiligen Gegenwindes kaum Federn gelassen. Die CDU musste an Piraten, FDP und SPD abgeben, wir dagegen sind stabil geblieben. Jetzt geht es mit der rot-grünen Koalition so richtig los!“ Glücklich ist Maas über das sehr gute Ergebnis speziell in Werden: „Die hohe Wahlbeteiligung unterstreicht noch die Deutlichkeit des Sieges!“ Auch Maas lobte die gute politische Kultur in Werden: „Auch ein Verdienst von Hanslothar Kranz, der es uns im fairen Miteinander viel einfacher macht!“
Der Werdener Klaus Budde ist Ratsherr für die FDP und mächtig stolz: „Ein großer Erfolg! Es hat sich gezeigt, dass wir das Vertrauen der Bürger zurück gewinnen konnten, das wir durch die Berliner Ereignisse verloren hatten. Es hat sich gelohnt, für unsere Politik auf die Straße zu gehen. Wir haben klar gemacht, dass die FDP für einen ausgeglichenen Haushalt und eine Stärkung des Industriestandorts NRW steht. Auch hat unsere Freiheitskampagne Anklang gefunden, wir sind für Eigenverantwortung und nicht Verbote allerorten!“ Die zweistelligen Resultate in Werden-Land freuen Budde: „Man sieht, dass die erfrischend neue Politik von Christian Lindner die richtige ist. Und er bleibt auch in NRW und steht seinen Mann in der Opposition.“ In den Wahlkampf sei man hoffnungsfroh gegangen, besonders in Werden haben es sehr angenehme Gespräche gegeben. Dass der Essener Süden in so großer Zahl an die Urne gegangen ist, freut den Demokraten besonders.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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