Der Shopping Overkill

Gleich in der Überschrift zwei englische Vokalbeln! Gegner der Anglizismen kommen jetzt schon voll auf ihre Kosten - ich weiß. Ist aber in diesem Fall durchaus angebracht - geht es doch um die Teenager-Generation. „Ich würde so gerne auch mal in diesen Laden gehen!“ wurde mir kürzlich von einer mir nahestehenden jungen Dame (12) mit einem sehnsüchtigen Augenaufschlag vorgetragen. Der Ort des Begehrs: Ein Fünf Etagen Konsum-Tempel in der Essener Innenstadt, vollgestopft mit allem, was das Teenie-Herz erfreut - und der Teenie-Geldbeutel hergibt. Schon beim Betreten schnappt man sich eine überdimensionierte Einkaufstaschen in Netz-Optik. Und dann gibt es für Menschen über 40 nur ein Ziel: bloß den Teenager nicht aus den Augen zu verlieren - hier findet man sonst niemals wieder raus. Abgelenkt durch verschiedenste Körpergeruch-Nuancen stolpert man durch die Abteilungen mit witzigen Shirts für drei Euro, vorbei an Netzhemden in Neon-Optik (gab es die nicht schon mal in meiner Jugend?) immer umringt von aufgeregten jungen Menschen mit dem Shopping-Wahnsinn in den Augen. Anprobieren? - keine Chance. Der Zugang zu den Umkleidekabinen gleicht einem streng kontrollierten Hochsicherheitstrakt. Geschätzte Wartezeit 45 Minuten. Das scheint hier aber niemanden zu stören. Also weiter - T-Shirts kann man ja auch mal eben so überziehen. Erst an der Kasse ist dann Zeit zum Luftholen - hier steht man umringt von "Hello-Kitty-Haarklammern", Freundschaftsbändchen und Hrzchen-Kissen an! „Super, oder?“ strahlt meine kleine Shopping-Maus - „Das machen wir bald wieder!“ Das ist eine Drohung!

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