Mitglieder der Werbegemeinschaften in Goch, Weeze und Uedem laden wieder zum Einkaufen ein
Großer Dank an treue Kunden

Ob mit Kinderwagen oder Rollator:Geduldig warten die Kunden in der Gocher Innenstadt vor den Geschäften bis sie an der Reihe sind. Fotos: Steve
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  • Ob mit Kinderwagen oder Rollator:Geduldig warten die Kunden in der Gocher Innenstadt vor den Geschäften bis sie an der Reihe sind. Fotos: Steve
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Es kann wieder überall geshoppt werden. Die 800 Quadratmeter-Regel wurde aufgehoben. Jedes Ladenlokal kann wieder unabhängig von der Verkaufsfläche öffnen, unter Auflagen zu Abstands-, Zutritts- und Hygieneregeln. Nutzen die Kunden das Angebot auch? Wir haben uns bei den Werbemeinschaften in Goch, Weeze und Uedem umgehört.

GOCH/WEEZE/UEDEM. "Die Erleichterung ist überall zu spüren", versichert Karin Arntz, Vorsitzende des Werberings Goch. Ihr Geschenkehaus hat bereits seit längerer Zeit wieder geöffnet. "Bei uns im Laden ist aber auch viel Platz. Da ist das Abstandhalten kein Problem." Maßstab für die durchzuführende Zugangskontrolle ist nämlich ein Kunde pro zehn Quadratmeter. Zudem müssen Auflagen zur Vermeidung von Warteschlangen beachten werden.

Aus Erfahrung der Vorsitzenden wurden die Regeln bislang auch eingehalten: "Die Leute bummeln momentan nicht einfach durch die Stadt, sondern gehen gezielt einkaufen. Aber das ist ja auch so gewollt." Zwischen den rund 70 aktiven Mitgliedern des Werberings Goch herrschte in den letzten Wochen ein reger Austausch. "Mindestens einmal pro Woche gibt es eine Videokonferenz", bestätigt Arntz. "Da tauschen wir uns vom Vorstand über die neusten Verordnungen aus und teilen diese danach unseren Mitgliedern mit." Der Zusammenhalt untereinander sowie mit den Kunden sei wichtig. "Wir freuen uns, über jeden Kunden, der uns treu bleibt", hofft Karin Arntz, dass der lokale Einzelhandel langsam wieder Fahrt auf nimmt. "Denn die aktuelle Situation trifft uns alle hart."

Ähnlich sieht es auch ihr Kollege Johannes Bauer. "In diesen Zeiten wird man demütiger", sagt der Vorsitzende des Weezer Werberings. "Wir sind froh, dass die Kunden in den heimischen Geschäften einkaufen und uns weiter die Treue halten."

Über 50 Mitglieder zählt die Gemeinschaft, zu der aber auch viele Handwerker gehörten. Auch für sie gibt's weitere Lockerungen. Handwerker- und Dienstleistungen (Nagelstudios, Maniküre, Kosmetik und Massage), bei denen der Mindestabstand zum Kunden nicht eingehalten werden konnte, können seit dieser Woche wieder erbracht werden, wenn dabei strenge Hygiene- und Infektionsstandards eingehalten werden. Friseure und Fußpfleger dürfen ihrer Tätigkeit bereits seit anderhalb Wochen wieder nachgehen. Auch bei Johannes Bauer "läuft" es seit kurzem wieder. "Bislang war es für uns ein guter Start", versichert der Geschäftsführer des Schuhgeschäfts. "Aber man muss auch einiges dafür tun", spricht er die strengen Auflagen an. "Ich glaube, die nächste Generation wird bereits mit Mundschutz geboren", rechnet Bauer nicht mit einem schnellen Ende der Coronakrise.

Außerplanmäßige Treffen habe es mit dem Werbering in den letzten Wochen zwar nicht gegeben. "Aber notfalls haben wir uns auch einfach über die Straße hinaus ausgetauscht", verweist Bauer auf die kurzen Wege in Weeze. Und trotz aller Auflagen gibt es für den Vorsitzenden manchmal auch was zu schmunzeln: "Mit der Maske auf verwechselt man schonmal die Kunden."

Gar nicht spaßig fand Heidi Binn den Anfang der Coronakrise. "Wir waren doch alle wie vor die Wand gefahren", erinnert sich die Vorsitzende des Werberings Uedem. "Die Situation ist völlig überraschend auf uns reingeprasselt und fast jeder war betroffen." In den ersten Tagen habe sie fast nur am Telefon gehangen. Unter den 63 Mitgliedern des Werberings herrschte ein reger Informationsaustausch, auch wenn es darum ging Formulare auszufüllen, um Zuschüsse zu erhalten. "Viele Händler haben aber weitergemacht", sagt Binn. "Das ist unserer großer Vorteil auf dem Lande. Es gibt fast nur kleine Betriebe. Die können schneller reagieren." So hätten sich viele mit Hol- und Bring-Service über Wasser gehalten. Mittlerweile hätten fast alle Läden wieder geöffnet. "Wir sind auch zufrieden", versichert die Inhaberin eines Geschenkeladens. "Aber wir brauchen auch nichts schön reden. "Den verlorenen Umsatz holen wir nicht mehr rein."

Dennoch ist auch der Uedemer Werbering stolz, dass die Kunden den Mitgliedern die Treue halten. "Der stationäre Handel ist wieder in vollem Gange, egal ob Bäcker, Blumenladen oder Friseur", sagt Heidi Binn. Und auch alle Abstandsregeln würden penibel eingehalten: "Das machen die Uedemer wirklich toll. Ich habe noch keinen erlebt, der nicht mit Mundschutz das Geschäft betreten hat."

Ob mit Kinderwagen oder Rollator:Geduldig warten die Kunden in der Gocher Innenstadt vor den Geschäften bis sie an der Reihe sind. Fotos: Steve
Das gleiche Bild in Weeze: Auch hier herrscht Diszipiln beim Einkauf. Viele Kunden sind froh, dass die Geschäfte nach so langer Zeit wieder geöffnet haben.
Autor:

Christian Schmithuysen aus Goch

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