Mutmaßlicher Mörder schweigt vor Gericht

In Kofferraum ihres eigenen Autos wurde das Opfer tot aufgefunden. Das Foto zeigt ein bau- und farbgleiches Kraftfahrzeug.
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  • Foto: Polizei Hagen
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Von Jana Peuckert
Mutmaßlich weil sie ihre Beziehung beenden wollte, musste Juliane F. im Alter von 27 Jahren sterben. Seit gestern muss sich ihr Lebensgefährte wegen Mordes vor dem Hagener Schwurgericht verantworten.
Stefan M. wirkt blass. Beim Betreten des Sitzungssaales versteckt er sein Gesicht hinter einem Aktenordner. Während der Verhandlung wirft er kaum einen Blick nach oben. Stattdessen schreibt er unentwegt Sachen auf ein Blatt Papier. Der Vorwurf gegen den 30-jährigen Hagener wiegt schwer. An einem nicht näher bestimmbaren Tag nach dem 10. März soll er Juliane F. durch massive Gewaltanwendung getötet haben. Der Angeklagte, der sich gleich doppelten rechtlichen Beistand gesucht hat, hüllt sich in Schweigen. Dafür melden sich andere zu Wort. Unter anderem ein Kriminalbeamter, der berichtet, dass am 15. März eine Vermisstenanzeige eingegangen war. Bei der Frau handelte es sich um Juliane F. Seit dem 11. März hatte Niemand mehr etwas von der sympathischen Frau mit den langen blonden Haaren und dem sportlich-modischen Kleidungsstil gehört. Auch ihr hellblauer Renault Twingo war verschwunden. Der Fall kommt ins Rollen und plötzlich erfahren die Ermittler, dass mehrere Personen den Angeklagten an dem Wochenende des 12. März mit dem Wagen der Getöteten haben umherfahren sehen. Nachforschungen ergeben, dass der Hagener gar nicht im Besitz eines Führerscheins war. Die Arbeitgeberin der 27-Jährigen erklärt der Polizei gegenüber, dass es sehr ungewöhnlich sei, dass der Angeklagte den Renault fuhr, da die Tote immer sehr genau mit ihrem Wagen war, und nur sie selbst damit fahren durfte, sonst niemand.
Am 17. März hat das Warten der Familie ein bitteres Ende: Es ist etwa 14 Uhr, als ein 24-jähriger Versicherungsvertreter durch Hagen fährt und auf einem Parkplatz in der Berchumer Straße auf den hellblauen Twingo stößt: „Kurz vorher habe ich bei Facebook gelesen, dass eine Frau und ein blauer Renault vermisst werden. Ich hab das Kennzeichen wiedererkannt.” Er ruft die Polizei. Die macht schließlich eine grausame Entdeckung: Im Kofferraum des Wagens kommt die Leiche von Juliane F. zum Vorschein. Kurz darauf gerät der Angeklagte unter Verdacht.
Neben des Mordvorwurfes muss sich Stefan M. auch wegen Betruges vor Gericht verantworten. Er soll mehrfach ein Ferienhaus, das er gar nicht besitzt, vermietet und auf diese Weise 5.350 Euro zu Unrecht kassiert haben. Zudem soll er im Internet ein iPhone für 618 Euro versteigert, das Geld bekommen, die Ware aber nie verschickt haben. Auch dazu schweigt der 30-Jährige. Am Dienstag geht der Prozess mit weiteren Zeugen in die nächste Runde.

Autor:

Lokalkompass Hagen aus Hagen

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