Literatur im Spieker mit absurden gereimten Ungereimtheiten
Limerick-Fans kamen voll auf ihre Kosten

Edward Lear (alias Michael van Ahlen), der kauzige Limerick-Versschmied, hatte im Spieker seinen großen Auftritt. In Begleitung einer typisch englischen Miss (alias Sabine van Ahlen) tauchte er vor seinem Publikum auf. Foto: Michael Döring
  • Edward Lear (alias Michael van Ahlen), der kauzige Limerick-Versschmied, hatte im Spieker seinen großen Auftritt. In Begleitung einer typisch englischen Miss (alias Sabine van Ahlen) tauchte er vor seinem Publikum auf. Foto: Michael Döring
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Haltern. Der alte Spieker staunte nicht schlecht. Edward Lear (alias Michael van Ahlen), der kauzige Limerick-Versschmied, hatte dort seinen großen Auftritt. In Begleitung einer typisch englischen Miss (alias Sabine van Ahlen) tauchte er vor seinem Publikum auf, so gestreift, so bunt und schräg gewandet wie seine absurden gereimten Ungereimtheiten, Verse, Gedichte und Geschichten.

Erwähnt sei hier “Die Eule und die Miezekatze“ etwa, „Die Geschichte der Sieben Familien vom Pippel- Poppel-See“ oder „Zwei alte Junggesellen“ sowie zwei skurrile Rezepte (mich schaudert’s bei der Erwähnung „Gargle Pastetchen“). Im Gepäck hatte er gleich zwei Publikationen: der von ihm selbst illustrierte „Edward Lears kompletter Nonsens“, brillant ins Deutsche geschmuggelt von Hans Magnus Enzensberger und erschienen 1980 im Insel Verlag, Leipzig, sowie „Wie nett, Herrn Lear zu kennen“, Deutsch von Grete Fischer, Heimeran, München 1965. Zeitbedingt konnte lediglich sein f a s t kompletter Nonsens zu Gehör gebracht werden. Dabei hatte Lear auch Balladen und Lieder geschrieben. Übrigens, wussten Sie, dass er zudem ein großartiger Maler, Schriftsteller Illustrator und Zeichner war, der 1846 der jungen Queen Victoria Zeichenunterricht erteilte?
Limerick-Fans kamen voll auf ihre Kosten. Es wurde gekichert, geschmunzelt, lauthals gelacht, obwohl Lear’s sehr britischer, sehr schräger Humor das deutsche Publikum zunächst verblüffte, aber dann hörbar amüsierte. Spannend war es, Vergleiche zu ziehen zwischen den von der Miss in astreinem Englisch mit „upper class accent“ vorgetragenen Limericks und den auf dem Fuße folgenden klangvollen Übersetzungen aus der Feder von Theo Stemmler und Enzensberger.
Zwei begeisterte Reaktionen aus dem Publikum:
Hätte Edward Lear seinem deutschen Limerick-Kollegen Hasso Freundt begegnen können, hätten ihm dessen Fünfzeiler „geschmeckt“. . Wie es sich gehört, hatten sie immer einen Ort als Reimwort.
Ein Limerick-Fan, einst auf Irland-Fahrt, hatte auf dem Hotelkissen keinen Schlaf finden können. Als er spontan eigene Verse habe schmieden wollen, seien sie geradezu leichtfüßig auf sein Kopfkissen getänzelt. Sollte es Sie nach Sanremo ziehen, besuchen Sie doch Edward Lear’s Grab auf dem Cimitero Monumentale della Foce. Auf Wiederhören am 3. November. (E.M.)

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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