Pferdetourismus nicht nur im Münsterland in akuter Existenznot
Laufende Kosten nur schwer zu kompensieren

Der Pferdetourismus ist nicht nur im Münsterland in akuter Existenznot. Foto: Archiv
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NRW. Die Coronakrise trifft die pferdetouristischen Betriebe in Deutschland und auch im Münsterland extrem hart. Das zeigt eine aktuelle, deutschlandweite Befragung der Bundesarbeitsgemeinschaft Deutschland zu Pferd e.V. (DzP) in Kooperation mit der dwif-Consulting GmbH, an der auch Betriebe aus dem Münsterland teilgenommen haben.

Der durchschnittliche Umsatzverlust pro Monat in den pferdetouristischen Betrieben mit jeweils knapp acht Vollbeschäftigen beträgt laut Umfrage mehr als 10.000 Euro. Hinzu kommen viele Stornierungen für die Monate Mai und Juni (61 Prozent) sowie Juli und August (29 Prozent), Tendenz wöchentlich steigend. Insbesondere Kinderreiterferien, Klassenreisen, Familien- und andere Gruppenreisen wurden vielfach schon bis ins Jahr 2021 storniert.  „Sorge bereitet uns dabei vor allem, dass unsere Betriebe nicht einfach Maschinen abstellen können wie die Industrie“, so die Vorsitzende der DzP, Gerlinde Hoffmann aus Warendorf. Die Kosten für Futter, Hufschmied und Tierarzt für die Pferde liefen zum Beispiel unvermindert weiter – viele Betriebe hätten 20 oder mehr eigene Pferde, nicht wenige sogar weit über 50. „Die staatlichen Soforthilfen sind daher umso wichtiger, sie können jedoch die hohen laufenden Kosten nicht annähernd kompensieren“, so Hoffmann.

„Die staatlichen Soforthilfen sind daher umso wichtiger, sie können jedoch die hohen laufenden Kosten nicht annähernd kompensieren.“

Nur 7 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sie die Krise gut überstehen, weitere 19 Prozent hoffen dies – in der Regel, weil Umsätze aus anderen Geschäftsbereichen, wie der Landwirtschaft, Verluste zumindest teilweise kompensieren können. 45 Prozent der Befragten aus ganz Deutschland haben Kurzarbeit eingeführt, 8 Prozent planen dies; 14 Prozent mussten Personal entlassen oder stellen nicht, wie sonst üblich, für die Saison weitere Mitarbeitende ein.
Zudem ist der Pferdetourismus ein Saisongeschäft: „Von Ostern bis zu den Herbstferien muss das Geld für den Winter verdient werden. Bricht das weg, sind viele Betriebe spätestens Ende des Jahres akut insolvenzgefährdet“, so Dr. Mathias Feige, Vorstandsmitglied der DzP und Geschäftsführer des dwif.  Auch Michael Kösters, Bereichsleiter Tourismus beim Münsterland e.V., bestätigt dies: „Das Münsterland ist Pferdeland und verbunden mit dem Wegfall der Einnahmen insbesondere in den Osterferien ist die Situation für die Pferdebetriebe mehr als brenzlig. Auf den über 150 Ponyhöfen in unserer Region müssten jetzt eigentlich unzählige Kinder ihre ersten Reitversuche unternehmen. Die Situation bedroht nicht nur die Pferdebetriebe, sondern auch die Wirtschaft vor Ort. Denn die kleinen und großen Gäste im Münsterland werden vielfach auch mit Produkten aus dem Münsterland versorgt.“
Informationsquellen und Hilfestellungen für Pferdebetriebe hat der Münsterland e.V. auf der Plattform www.touristiker-muensterland.de zusammengestellt.

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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