An die Grenzen des Verstands

„Angesichts der Faktenlage hat der Verantwortliche der Staatsanwaltschaft, nach einer anfänglichen Phase verständlicher Verwirrung, im Einverständnis mit den Geheimdiensten und den höchsten Staatsbeamten eine Politik der Irreführung und der Fälschung der Ermittlungsergebnisse beschlossen.“

Was sich in einem verschneiten Wald nahe des italienischen Bergdorfs San Giuda abgespielt hat, ist einfach zu viel für den menschlichen Verstand: Elf Leichen mit elf verschiedenen Todesursachen - Mord, Selbstmord, Krebs und Herzinfarkt. Ein Opfer scheint dem Biss eines Hais erlegen zu sein. Ein in Blut getauchter Baum am Fundort der Leichen scheint nicht nur die DNA aller Opfer zu enthalten, sondern auch die der ermittelnden Beamten. Während auf höchster Ebene beschlossen wird, die mysteriösen Umstände des Vorfalls zu vertuschen und der Öffentlichkeit das Ganze als Al Quaida-Attentat zu verkaufen, versuchen der Priester Don Ermete und die Psychiaterin Giovanna das Rätsel zu lösen: „Man muss alles verstehen, andernfalls muss man alles glauben.“ Doch ihre Suche führt die beiden weniger zur Wahrheit, sondern eher an die Grenze ihres Verstands. Der italienische Autor Sandro Veronesi legt mit seinem Werk XY einen Kriminalroman vor, bei dem es weniger um den konkreten Fall, sondern vielmehr um grundsätzliche Fragen nach Gut und Böse, Schuld und Sühne geht: Ein als Krimi getarntes Philosophieseminar.

Sandro Veronesi / XY / Verlag Klett-Cotta / 391 Seiten

Autor:

Jens Holsteg aus Herdecke

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