Was Sie hören und was Sie besser lassen sollten

Heute wagen wir mal wieder den Blick über den großen Teich und widmen uns zwei Bands, die von den Kritikern hoch gelobt werden, aber bei den Radiosendern oder in den Verkaufscharts nur eine untergeordnete Rolle spielen, was wohl auch an der Komplexität ihrer Werke liegt.

Die amerikanische Band Eels besteht eigentlich nur aus einer Konstante, dem Songwriter Mark Oliver Everett. Seit 1995 produziert er Musik, die sich in kein Korsett pressen lässt. In den letzten fünfzehn Monaten war er besonders kreativ und schließt mit „Tomorrow morning“ eine Trilogie ab. Jeweils aus der Perspektive eines Vogels betrachtet er das Gestern, das Heute und das Morgen. Auf „Hombre lobo“ drückte der Amerikaner als Kea das Vorher und damit den Wunsch nach erwiderter Liebe aus, um dann als Schnee Eule auf „End times“ die Scherben der zerbrochenen Liebe erleben zu müssen. Auf dem dritten Werk verwandelt sich „E“ in einen Kolibri und besingt die Hoffnung.

Wenn man den sehr tragenden und herbstlichen ersten Teil des neuen Silberlinges hört möchte man gar nicht wissen was für den Protagonisten Hoffnungslosigkeit ist, wenn dies das Gegenteil ausdrücken soll. Mit „Looking up“ halten dann aber plötzlich folkige und rockige Klänge Einzug, die die Molltöne auflösen und durch die dunklen Wolken die Sonnenstrahlen hindurch lassen.

Ein grandioses Konzeptalbum was gerade bei den momentanen Wetterkapriolen die Zeit versüßt.

Arcade Fire stammen aus dem kanadischen Montreal und verzaubern ihre Fans seit Anfang diesen Jahrtausends mit einer Mischung aus Indierock und Folk. Dabei kamen auf ihrem letzten Album „Neon bible“ auch Kirchenorgeln und Blasinstrumente zum Einsatz, die das Werk sehr sperrig machten.

Das neue Werk „The Suburbs“ ist wesentlich eingängiger ohne dabei belanglos zu wirken. Hier finden sich tolle Popnummern wie das zuckersüße „Sprawl II“ genauso wie rockige fast punkige Klänge in „Empty rooms“ oder das progressive „Half light II“.

Mit „The suburbs“ legen Arcade Fire ein Meisterwerk vor, welches nach Dauerrotation im CD Player schreit. Wenn das Musikbusiness fair wäre, würden die Kanadier den Durchbruch schaffen und bald ähnlich wie U2 oder REM die Stadien der Welt füllen.

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