"Gespickt mit Sexualität"

Alle Fotos: Detlef Erler
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„Zu Beginn unseres Konzertes singen wir Lied Nummer 42, Strophe eins bis drei.“ Und dann legt Guildo Horn los, erobert nach wenigen Minuten sowohl einen der Tische in der Bayern-Festhalle als auch die Herzen der Besucher. Zur offiziellen Eröffnung der Cranger Kirmes steuert er ein „konzertantes Intermezzo“ der durchschlagenden Art bei, das sich mit „Ti amo“ antastet und schließlich bei den Erfindern des deutschen Rock’n’Rolls landet, den „Flippers“ – da stimmt sogar Franz Müntefering ein und schunkelt im heißen Zelt mit seiner Michelle.

„Habt ihr Spaß?“, schreit Guildo in die Menge, „dann sagt es doch bitte euren Gesichtern!“ Und schwupps rollt sich der Entertainer mit einem Purzelbaum wieder auf die Bühne, reißt sich Krawatte und Hemd vom Leib und hopst fix auf eine der riesigen Lautsprecher-Boxen.
„Ich bin heute gespickt mit Sexualität“, verrät er, nachdem er Männlein und Weiblein auf seinen langen Wegen durch die Bayern-Festhalle geknutscht hat, ganz nach dem Motto: „Guildo hat euch lieb!“ Er lässt den Schweiß in Bächen rinnen, und ein hingerissener weiblicher Fan wischt ihn ein bisschen trocken mit den Schleifen einer Bluse. Der Mann kann Frauen haben, wow! Dabei verkündet er voller Zuneigung: „Ihr könnt alle so gut aussehen wie ich, es liegt nur an euch!“

Die Massen klatschen frenetisch, wandeln schließlich durch ein „emotionales Stahlbad“, als der Nussecken-Mann und seine Orthopädischen Strümpfe „Er gehört zu mir“ intonieren – mit Kuhglocken und ganz ohne Marianne Rosenberg.
Es gibt im Zelt auch eine Zeit vor Guildo, als Moderator Michael Steinke mit kläglichen Düsseldorf-Witzen untergeht, aber was soll’s, das kann man schnell vergessen.

Viel wichtiger ist doch das große Lebkuchenherz, das OB Horst Schiereck der stellvertretenden NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann um den Hals hängt mit der Bemerkung: „Aber bitte frisch essen.“ Das wird sie gerne tun, denn das „Kind des Essener Nordens“ freut sich „schon das ganze Jahr auf die Kirmes“.
Nur zwei Schläge benötigt der muntere Oberbürgermeister für den Fass-Anstich, dabei haben sich doch schon alle Fotografen auf wild schäumendes Bier gefreut. Und schließlich zeichnet der erste Mann der Stadt einen anderen Mann aus, der es wiklich verdient hat: Bernd Steinmeister, seit 30 Jahren mit der Cranger Kirmes verwachsen, nimmt den „Schaustelleraward 2010“ entgegen. Wir alle kennen „Steinmeisters Bier-Pavillon“ . . .

Inzwischen sind auch Rudi Assauer und Prinzipal Chris-tian Stratmann so richtig in Stimmung gekommen und summen beherzt „Azzurro“ mit. Na dann steht einem erfolgreichen Verlauf der Cranger Kirmes wohl nichts mehr im Wege!

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