Kunst kurz erklärt - spannende Objekte in Herten
"Miteinander heißt Nähe" - Gastbeitrag von Gregor Spohr

Am 30. August 1999 wurde das Doppel-Objekt eingeweiht. Das Werk "Miteinander" von Heinrich Brockmeier strahlt Ruhe aus, so Gregor Spohr. | Foto: ST
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  • Am 30. August 1999 wurde das Doppel-Objekt eingeweiht. Das Werk "Miteinander" von Heinrich Brockmeier strahlt Ruhe aus, so Gregor Spohr.
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Seit zehn Jahren gibt es Stadt.Kunst in Herten. Wolfgang Seidel und Gregor Spohr sind Mitbegründer und aktive Mitglieder der Initiative. Stadt.Kunst macht sich darum verdient, den Blick für Kunst im öffentlichen Raum zu schärfen. Vieles ist vertraut - und doch weiß man oft nicht, was es bedeuten soll. Diese Wissenslücken wollen Gregor Spohr und Wolfgang Seidel in der Stadtspiegel-Serie informativ und unterhaltsam füllen. Mit "Burgenland" im Schlosspark hatten wir begonnen. Begleiten wir nun Gregor Spohr zur Skulptur "Miteinander" am Glashaus.

von Gregor Spohr

Miteinander – ein Wort, das in Zeiten von erzwungener Corona-Distanz ein ganz besonderes Gefühl, eine ganz besondere Sehnsucht auslöst.
Miteinander – so heißt das Kunstwerk des Recklinghäuser Bildhauers Heinrich Brockmeier, das am 3. August 1999 unweit des Glashauses in der Hertener Fußgängerzone aufgestellt wurde. 
Zwei quadratische Stelen stehen versetzt nebeneinander, 2,50 Meter hoch, auffällig im Aufbau strukturiert durch jeweils drei Edelstahlquader.
Dichtgedrängt zwischen den Edelstahl-Blöcken: Menschengruppen, Seite an Seite aufgereiht. In Fünfer-Reihen jeweils 25 Bronzefiguren, im Wechsel männlich und weiblich.
Vier Gruppen, die sich buchstäblich beistehen, die durch ihr nahes „Miteinander“ den Eindruck vermitteln: Haltet zusammen! Gemeinsam seid ihr stark!
Aus der Ferne wirken die Bronzefiguren zwischen dem glänzenden Edelstahl wie ein grauer Block. Erst aus der Nähe werden die Reihen erkennbar, nehmen die schlanken Bronzen menschliche Formen an.
Ein Kunstwerk im öffentlichen Raum ist in der Regel ungeschützt. Das nutzten in den ersten Monaten nach der Aufstellung der beiden Stelen dreiste Bronze-Diebe. Sie sägten einzelne Figuren aus den oberen Bronze-Gruppen heraus, die damals noch den Abschluss des Werkes bildeten. Erst zwei weitere Edelstahl-Quader, die nun auf den Köpfen der Figuren thronen und sie so schützen, machten dem Spuk ein Ende.
Dem „Miteinander“ hat das nicht geschadet. Es ist ein Werk, das Ruhe ausstrahlt, Ruhe und die Kraft einer Gruppe, die gemeinsam etwas erreichen will.
Nicht einsam und vereinzelt, sondern einander ganz nah. Eine Nähe und Kraft, die man sich besonders in diesen Zeiten wünscht.

Stadt.Kunst:
Mehr über die Initiative Stadt.Kunst im Netz: www.stadtkunst-herten.de

Hintergrund zur Stadtspiegel-Serie über Kunst im öffentlichen Raum in Herten hier auf dem Portal: 
https://www.lokalkompass.de/herten/c-kultur/mit-offenen-augen-unterwegs-kunst-leicht-erfahrbar-gemacht_a1383747

Die erste Folge- Wolfgang Seidel über Burgenland im Schlosspark:
https://www.lokalkompass.de/herten/c-kultur/zwei-kilometer-kunst_a1396998

Autor:

Lokalkompass Herten aus Herten

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