Angekündigte Jagd auf Gänse
Gänsemord im Schloßpark Herten?

Die Schloßgänse flanieren durch die Kastanienallee - im Hintergrund das Wasserschloß.
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  • Die Schloßgänse flanieren durch die Kastanienallee - im Hintergrund das Wasserschloß.
  • Foto: (C) Britta Müller
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Für den kommenden Mittwoch, den 12.12.2018, hat die Stadt Herten eine Jagd im Schloßpark Herten angekündigt. Wie immer geht es offiziell darum, die sogenannten "Überpopulationen" von Tieren einzudämmern. Ein fadenscheiniges Argument - ist die Population der Tiere doch dem weiträumigen Lebensraum gut angepasst und die Tiere eine willkommenes Naturerlebnis für die meisten Besucher. Hier von einer "Überpopulation" zu sprechen ist wirklich hanebüchen und ein fadenscheiniges Argument.

Gänse haben ein ausgeprägtes Sozial- und Familienleben

Gänse sind stark sozial angebundene Tiere, die ein ausgeprägtes Familienleben führen. Gänseeltern führen ihren Nachwuchs mindestens ein ganzes Jahr lang. Die Gänsekinder, die im Mai geboren wurden, sind also noch in der Obhut ihrer Eltern. Sie leben mit ihren Tanten und Onkeln, Nichten und Neffen und befreundeten Familien zusammen in einer großen Schar. Die Gänse geben fortlaufend Kontaktlaute ab und man kann die Gänsekinder an ihren Piepslauten erkennen.

Selbst Jäger lehnen es normalerweise ab, führende Elternteile zu töten. Aber weil es so reizvoll ist, auf lebende Zielscheiben zu schießen, vergessen sie schon mal ihre guten Vorsätze. So hat man keine Skrupel, die Gänse im Schloßpark zu erschießen - egal ob Elternteil oder Kind - Eheganter oder Ehegans. Gänseehen halten ein Leben lang - wird ein Partner getötet, trauert der Verbliebene nachweislich. Das Töten von Familienmitgliedern ist mit unermesslichem Leid für die hinterbliebenen Tiere verbunden. Vom körperlichen Leid der angeschroteten Tiere, die (vorerst) überleben, will ich erst gar nicht sprechen.

In diesem Jahr wird nicht auf Enten geschossen, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Herten. Ein Lichtblick. Dass die Gänse Enten verdrängen, ist übrigens Jägerlatein - völliger Unsinn, kein Ornithologe würde dem zustimmen.

Mein Plädoyer: Sofortiger Verzicht auf die Jagd auf Vögel!

Wir verurteilen die Menschen auf Malta, Zypern, in Frankreich und Ägypten, die unsere Zugvögel erschießen - Störche, Adler, Rotkehlchen. Wir sind aber selbst keinen Deut besser, wenn wir unsere heimischen Parkvögel erschießen.

Was wäre der Schloßpark ohne seine Vögel? Ohne die trötenden Gänse? Ein sehr langweiliger Ort. Diese Tiere, die nur mit ihren Familien glücklich sind, dürfen nicht sterben.

Im Dezember sind die Kanadagänse oft in ihren Winterquartieren. Hin und wieder halten sie sich auch in ihrem Sommerdomizil, dem Schloßpark, auf. Ein Paradies für viele Vögel - nicht nur für Gänse. Ich hoffe, dass die liebenswerten Schloßgänse sich am Mittwoch in ihren Winterquartieren aufhalten und damit ihr Leben retten.

Vielleicht besinnt sich die Stadt Herten oder die Jägerschaft ja auch noch eines Besseren, denn

  • Gänse verdrängen keine anderen Arten!
  • Es liegt nicht annähernd eine Überpopulation der Vögel vor!
  • Ja, sie machen Dreck - aber das ist kein Grund sie zu töten!
  • Die majestätisch anmutenden Gänse gehören hierher!

Weiterführende Informationen zur Gänsejagd in Deutschland:
http://www.gaensewelt.de/jagd/vortragoejv.html
https://www.komitee.de/node/693

Die Schloßgänse flanieren durch die Kastanienallee - im Hintergrund das Wasserschloß.
Kanadagänse verdrängen keine anderen Tierarten. Das ist eine böse Lüge. Hier mit einem seltenen Silberreiher auf dem Teich.
Autor:

Britta Müller aus Marl

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