Lokalkompass-Länderreise: Jersey
Kanalinseln bieten aus der Luft und am Boden Atemberaubendes

Atemberaubende Strände gibt es auf Jersey massig.
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Heute geht's auf der Lokalkompass-Länderreise nach Jersey. Grafik: Sikora
  • Heute geht's auf der Lokalkompass-Länderreise nach Jersey. Grafik: Sikora
  • hochgeladen von Thorsten Seiffert

Jersey und die anderen Kanalinseln zwischen Frankreich und England waren vor allem in den 70er und 80er Jahren für Reisende finanziell ein echter Kraftakt. Das hat sich längst geändert, nicht zuletzt durch das abgeschwächte englische Pfund. Ein Trip nach Jersey ist längst bezahlbar geworden und für Kopterpiloten bietet die rund 120 Quadratkilometer große Insel im Ärmelkanal 150 Kilometer vor Großbritannien wunderschöne Fotomöglichkeiten. Ich habe meine Drohne, eine DJI Mavic Pro, eingepackt, um einen Reisebericht "aus der Luft" zu schreiben.

Jersey, die sonnenreichste aller britischen Inseln, erreicht man entweder per Fähre (etwa vom französischen St. Malo aus) oder gleich per Flugzeug. Der kleine Flughafen wird jedoch nicht von allzu vielen Airports in Deutschland angeflogen. 

Wichtig vor einer Auslandsreise für Drohnenpiloten: Ist das eigene Fluggerät richtig versichert? Der verantwortungsvolle Drohnenführer hat bereits für seine Flüge in Deutschland eine Versicherung abgeschlossen oder die Drohne zu speziellen Konditionen in seine normale Haftpflicht aufnehmen lassen. Bevor es ins Ausland geht, ist es ratsam, in die Police zu schauen, ob die Versicherung auch bei Schäden im Ausland haftet. Ist das nicht der Fall, sollte nachgebessert werden.

Einmal angekommen - die Fährüberfahrt von St. Malo/Frankreich zu Jerseys „Hauptstadt“ St. Helier dauert rund 80 Minuten -, findet man eine überraschend vielfältige Flora und Fauna vor, die es zu erkunden gilt. Angefangen von der rummeligen Hafen- und Verwaltungsstadt St. Helier mit einer Bevölkerung von rund 33.500 Einwohnern, über alte Schlösser wie Gorey Castle, wunderschöne oft einsame Strände bis hin zu rauhen Felsenküsten, die mehr als einmal an Schottland erinnern, bietet Jersey eine beeindrucke Palette an Hotspots. Prima:

Tolles Bussystem

Die Insel besitzt ein 570 Kilometer umfassendes Straßennetz mit einem großen Bussystem. Im Prinzip gelangt man ohne eigenes Auto an jede Ecke der Insel. Das Nahverkehrsnetz von Jersey muss man einfach lieben. Kurz bevor man es zu hassen beginnt. Klingt komisch, ist aber so. Wer minutiös geplante Touren bevorzugt, kommt überall gut hin. Wer spontan von einem Ort zum anderen will, hat manchmal ein Problem und wartet gerne mal über eine Stunde auf einen Anschlussbus. Dennoch ist die Reise per Bus empfehlenswert - allein, um sich als Fahrer nicht dem Linksverkehr aussetzen zu müssen. Ein 7-Tages-Ticket für alle Busse kostet 30 britische Pfund (etwa 33 Euro). Apropos: Überall auf Jersey kann man mit britischen Pfund bezahlen, doch Vorsicht: Oft bekommt man Jersey Pfund, die eigene Währung der Insel (Umrechungskurs zum britischen Pfund 1:1) retour. Das kann man jedoch in Deutschland nicht bei der Bank zurücktauschen.

Spannende „Anflugstationen“ gibt es für Kopterpiloten auf Jersey en masse. Da wäre zum Beispiel der Seymour Tower. Dabei handelt es sich um einen Küstenwehrturm auf einer felsigen Gezeiteninsel namens L'Avarison, zwei Kilometer östlich der Küste. Man kann den Turm - der sogar als Ferienvermietung betrieben wird - bei Ebbe zu Fuß erreichen. Bei Flut ist er komplett von Wasser umschlossen. Hat man eine Drone, mit der ein insgesamt 4-Kilometer-Trip kein Problem ist, ist das ein spannender Ausflug. Gerade bei Ausflügen über das Meer sollte der Pilot allerdings den Zustand des Akkus stets im Blick haben.

Über dem offenen Meer sollte die Windrichtung beachtet werden. Muss das Fluggerät
den Rückweg gegen eine steife Brise - auf Jersey vor allem im Herbst möglich - absolvieren,
braucht es deutlich mehr Energie und der Akku wird stärker belastet als auf dem Hinweg. Das sollte man immer im Hinterkopf haben, denn der Flug weit über den Ozean ist oftmals verlockend.
Denn auch ein weiteres Highlight sieht von der Ozeanseite am Besten aus: Der Corbiere- Leuchtturm im Südwesten der Insel ist ebenfalls nur bei Ebbe zu Fuß zu erreichen, per Kopter aber spielen die Gezeiten natürlich keine Rolle.
as Spiel der Gezeiten sorgt aber dafür, dass man manche Fotos mehrfach machen möchte, da sich Buchten zweimal am Tag komplett verändern.
Die Geschichte Jerseys als einziges von Deutschen besetztes britisches Gebiet hat zur Folge, dass überall auf der Insel Weltkriegsbunker zu sehen sind, die gerade von oben ein reizvolles Motiv sind. Einige Bunker werden inzwischen auch weiter genutzt. Das kleine Familienunternehmen Faulkner Fisheries in St. Ouen etwa hat es sich in einem alten deutschen Bunker „bequem“ gemacht und bietet dort famos frischen Fisch an.

Auch der „Jersey Race Club“ liegt an der Küste und hier lohnt ein Überflug ebenfalls (natürlich nur, wenn dort kein Betrieb ist). Der Jersey Race Club veranstaltet seit 1832 Pferderennen. Heutzutage findet man den Racetrack in St. Ouen. In der Nähe gibt es auch einen Modellflugplatz.
Manche Dinge sieht man auch nur aus der Vogelperspektive richtig gut: Das sogenannte Devil’s Hole bei St. Mary zum Beispiel füllt sich bei Flut mit Wasser und lässt die Wellen gegen die Felsen prasseln. In der Nähe des Devil’s Hole steht übrigens tief im Gestrüpp verborgen eine Teufelsstatue.
Die Strände von Jersey sind überwältigend und für Surfer eine Paradies. Plemont Bay im Nordwesten etwa ist ein absoluter Geheimtipp unter den Stränden in Europa.

Mildes Klima

Natürlich gibt es auch zahlreiche Yachthäfen auf der Insel, die ganzjährig ein mildes Klima vorweisen kann. Der in St. Helier ist einer der größten und liegt genau gegenüber dem Elizabeth Castle. Auch hier spielen Ebbe und Flut eine große Rolle. Die im 16. Jahrhundert erbaute Festung steht auf einer Gezeiteninsel. Auch sie wurde während der deutschen Besetzung von 1940 bis 1945 weiter genutzt.

Tröpfelt es fröhlich vom Himmel, gibt es neben ausgiebigen Shopping in St. Helier noch viele weitere Attraktionen. Ein Besuch im Zoo macht immer Spaß und wer sich über die Zeit der deutschen Besatzung schlau machen will, findet in den Jersey War Tunnels eine hervorragende Ausstellung, die sich sehr anschaulich mit dieser dunklen Zeit des Geschichte beschäftigt.

Die War Tunnels oder Hohlgangsanlage 8 war ein teilweise fertiggestellter unterirdischer Krankenhauskomplex in St. Lawrence. Über ein Kilometer Tunnel wurden fertiggestellt. Nach der Befreiung der Kanalinseln wurde der Komplex in ein Museum umgewandelt. Absolut empfehlenswert - wie die ganze Insel.

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Autor:

Thorsten Seiffert aus Herten

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