DTSG Herten: „Wir fühlen uns hier wie Adoptivkinder“

Das Tor blieb bisher verschlossen. Foto: Sara Holz
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Der Jahnsportplatz in Scherlebeck, die alte Heimat der DTSG Herten, ist verkauft, seit Saisonbeginn kicken die Spieler deshalb am Katzenbusch, der Spielstätte der DJK Spvgg. Herten. Doch es mangelt dem Verein an allen Ecken. „Wir fühlen uns hier wie Adoptivkinder“, klagt Yasar Akcinar. Der erste Geschäftsführer steht im ständigen Dialog mit der Stadt, um die Probleme baldmöglichst auszuräumen.
„Wir haben hier keine Möglichkeit der Lagerung“, beginnt Vereinsvorsitzender Tunay Saribas die lange Liste der momentanen Missstände an der Katzenbuschanlage. Alles muss per Auto hin und her transportiert werden. So zum Beispiel die Getränkekisten für den Verkauf. Wobei, einen Stand haben die Fußballer hier auch nicht. „In der laufenden Saison bedeutet das für uns rund 400 bis 500 Euro Verlust bisher“, überschlägt Adem Ok, der zweite Vereinsvorsitzende.
Brigitte Rode, Leiterin der Servicestelle für den Sport in Herten, kennt die Problematik. „Ich weiß, dass es den Vereinen unter den Nägeln brennt“, so die städtische Zuständige. Deshalb gäbe es Gespräche mit dem Vorstand, deshalb prüfe sie derzeit die Möglichkeit, Equipment in einem kleinen Häuschen am Platz, welches derzeit nicht vom DTSG genutzt wird, unterzubringen. „Ich bin da dran“, verspricht Rode, „schließlich stehe ich ja im Wort.“ Lagerprobleme, die seien aber nicht Katzenbusch-spezifisch, sondern ein Problem aller Sportanlagen. Eine Umsiedlung sieht sie so derzeit nicht vor. „Aus städtischer Sicht handelt es sich um die beste Lösung“, ist sie sich nach Sichtung aller Belegungspläne der Vereine sicher und gibt ein Beispiel: Die Sportanlage Paschenberg müsse um 22 Uhr verschlossen sein, bis 20.45 Uhr dauerten die Trainingszeiten des SC Herten. Ein nur kleines Zeitfenster, welches für die DTSGler bliebe. Zwar stehen die Räume am Katzenbusch auch erst ab 20.30 Uhr zur Verfügung, dann aber etwas länger nach hinten hinaus. Der Vereinsvorstand hat da schon einmal selber recherchiert – immerhin sei diese Variante ihnen im Vorfeld bereits zugesagt gewesen - und herausgefunden, laut Internet müssten dort zwei Trainingstage möglich sein, und zwar ab 19 Uhr. „Uns reichen doch auch erst einmal ein oder zwei Tage“, so Saribas, der die späten Trainingszeiten für eine Zumutung für die Spieler hält. Deshalb trainiert man bisher auch noch in Scherlebeck, doch wie lang diese Übergangslösung noch möglich ist, weiß hier niemand. „Sobald der Bau beginnt, ist Schluss“, weiß Ok. Wie es dann laufen wird, mag sich aber niemand vorstellen. Denn nicht nur die Zeiten sind ein Problem, auch der Anfahrtsweg. „Der Katzenbusch gehört nicht zu unserem Einzugsgebiet“, erklärt Saribas. Aus Langenbochum/Scherlebeck müssten die Spieler – und natürlich auch die Anhänger - deshalb stets anreisen. Eine Jugend aufzubauen, die dann etwa mit dem Fahrrad die Strecke zurücklegen müsste, undenkbar. Solcherlei Überlegungen kann Brigitte Rode nicht nachvollziehen. „Bekannt sind mir zwei Herrenmannschaften, nur damit kann ich arbeiten“, argumentiert sie und fügt hinzu: „Ausbaupläne, die kann ich doch erst schmieden, wenn die Möglichkeiten auch vorhanden sind.“ Langfristig werden also noch weitere klärende Gespräche vonnöten sein, kurzfristig wünscht sich der Verein jedoch wenigstens die Lagerung geklärt zu haben und den angrenzenden Rasenplatz 2 nutzen zu dürfen. „Dort hängt ein Schloss am Tornetz, und zwar zufällig immer dann, wenn wir zu Heimspielen antreten“, wundert sich die DTSG-Mannschaft. Dahinter vermutet man die DJK Spvgg. Herten, denn man fühlt sich einfach nicht willkommen. „Dabei sollte doch jeder Verein das gleiche Anrecht auf der Anlage genießen“, meint Akcinar. Rode kann etwas Licht ins Dunkle bringen: Ein Wochenenddienst entscheide über die Bespielbarkeit der Rasenflächen. Bei schlechtem Wetter würden die Tornetze eben hochgestellt. Zwar sei dem Verein lediglich der Tennenplatz zugewiesen worden, „und damit waren damals auch alle zufrieden“, so Rode, aber immerhin gibt das Hoffnung darauf, zukünftig, zumindest bei schönem Wetter, auch dort ein kleines Zugeständnis mehr erkämpfen zu können. Denn dass der Verein in dieser Saison nicht mehr in die heimischen Gefilde zurückkehren wird, damit hat man sich ja bereits arrangiert. „Die Saisonpläne sind gemacht, jetzt sind wir hier“, sieht Saribas die Situation rational. Es gilt also nur noch an der Feinjustierung zu arbeiten, und am sportlichen Erfolg, denn der bleibt doch die sicherste Variante, um bestmöglichst gefördert zu werden.

Autor:

Sara Drees aus Dortmund

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