Ein bewegtes Leben: Günter Berger ist einer, der sich kümmert

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Fünf Tage die Woche ist Günter Berger für Jungen und Mädchen als Fahrer unterwegs, die zur Christy-Brown-Schule in Herten gebracht werden müssen.

Statt als Pensionär eine ruhige Kugel zu schieben, holt er viel lieber mit dem Bus Kinder von daheim ab und fahrt sie zur Christy-Brown-Schule. Fünf Tage die Woche. Denn den Westerholter treibt ein starkes Gefühl an: Dankbarkeit.

"Ich möchte etwas zurückgeben, weil ich viel Glück hatte. Gerade der Kontakt zu Kindern hat mir selbst persönlich sehr geholfen."
Der Mann hat viel erlebt und überlebt. Nach seiner Ausbildung als Elektriker war er vier Jahre Soldat. Abschließend arbeitete er für den Weltkonzern Mannesmann im Bereich Pipelinebau. "Ich habe viele Jahre im Nahen und Mittleren Osten gearbeitet, war auch in südeuropäischen Ländern im Einsatz."

Zwei Mal an Krebs erkrankt

Dann kam der erste Schicksalsschlag: Günter Berger erkrankte an Krebs. Das Leiden zwang ihn dazu, mit 57 Jahren in Frühpension zu gehen. Kaum war die erste Krebserkrankung besiegt, "erkrankte ich wieder, diesmal an einer anderen Krebsform", so Günter Berger. Unterkriegen ließ er sich aber auch da nicht. "Meine Reha-Aufenthalte habe ich bewusst in Kliniken gemacht, in deren auch an Krebs erkrankte Kinder behandelt wurden. Kinder haben so eine ganz eigene Art, damit umzugehen. Sie bringen mich zum Lachen, schenken mir Lebensfreude."
Als der Westerholter sich einigermaßen erholt hatte, war ihm klar: "Ich möchte etwas tun, etwas Sinnvolles." Dass er sich seit Jahren ehrenamtlich einsetzt, ist bekannt: Günter Berger hat 2004 die Selbsthilfegruppe Atem + Leben gegründet, über die der Stadtspiegel schon mehrfach berichtete. Menschen mit Schlafstörungen und Schlafapnoe sind in der SHG organisiert, zu den Mitgliedern gehören Betroffene und Angehörige aus dem Kreis Recklinghausen und Gelsenkirchen.

"Kinder schenken Lebensfreude."

In Gelsenkirchen finden auch die Gruppentreffen statt, jeden zweiten Donnerstag um 18.30 Uhr in der Personal-Cafeteria der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen, Munckelstraße 27.
Obwohl der Vorsitzende für seine Selbsthilfegruppe viel Zeit aufwendet, war ihm das noch nicht genug. "Als ich vor acht Jahren eine Stellenanzeige im Stadtspiegel las, dass ein Schulbusfahrer für die Christy-Brown-Schule gesucht wurde, habe ich mich darauf beworben." Die LWL-Schule in Herten ist eine Förderschule. Günter Berger gehört zu den Fahrern des Gelsenkirchener Busunternehmens, das den Fahrdienst für die behinderten Jungen und Mädchen leistet. Berger: "Mein Gebiet ist Suderwich und Recklinghausen." Fünf Tage die Woche holt er die Kinder von zuhause ab und bringt sie zur Christy-Brown-Schule. "Ich stehe um 5 Uhr auf, frühstücke mit meiner Frau, und um 6.15 Uhr fahre ich los, um die Kinder abzuholen." Darunter sind Jungen und Mädchen, die laufen können, und welche, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Günter Berger hilft beim Ein- und Aussteigen. Nachmittags wartet er dann vor der Schule bis zum Unterrichtsschluss, hilft seinen Schützlingen wieder beim Einsteigen und bringt sie nach Hause.
"Ich mache das von Herzen gerne", sagt der Westerholter, dem seine Arbeit für andere Menschen viel bedeutet. Günter Berger führt ein bewegtes Leben, in mehrfacher Hinsicht.

Mehr über die Selbsthilfegruppe von Günter Berger:
https://www.schlafapnoegelsenkirchenherten.de
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1 Kommentar
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 17.02.2017 | 16:04  
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