Schüler des Berufskollegs sagen dem Plastikmüll den Kampf an
Meer-Wert-Becher eingeführt

Nachhaltigkeit ist möglich: Die Schüler des Berufskolleg Hilden führten kurz vor der Corona-Pandemie den "Meer-Wert-Becher ein.
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Auf Initiative der Schülervertretung ist der „Meer-Wert-Becher“ am Berufskolleg Hilden erfolgreich eingeführt worden. Sie setzen damit ein Zeichen gegen die Plastikvermüllung in Flüssen, Seen und Ozeanen.

Wer kennt nicht die Bilder aus den Medien: riesige Inseln aus Plastikmüll, die über die Weltmeere treiben und für Vögel, Meeressäuger und Reptilien zum Verhängnis werden. Zersetzt sich der Wohlstandsabfall aus Plastik im Laufe der Zeit, so gelangen nicht abbaubare Mikroplastikpartikel über die Nahrungskette letztendlich auch in den menschlichen Organismus.
Am Berufskolleg-Hilden (BK) hat sich die Schülervertretung (SV) intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und das nicht zum ersten Mal. So wurde im Rahmen des Projektes „Ökoprofit“ die Mülltrennung in den Klassenräumen vorangetrieben, „Clean-up“-Aktionen auf dem Campus Holterhöfchen durchgeführt und eine Wildblumenwiese mit Insektenhotel angelegt.

Verbrauch von Plastik reduzieren

Im Sinne dieser Projekte für Nachhaltigkeit und Umweltschutz „vor der Haustür“ suchten die Schüler der SV Möglichkeiten, wie man den Verbrauch an Plastik wesentlich reduzieren kann. Eine Idee wird seit Februar, unmittelbar vor dem Corona-Shutdown, umgesetzt: Die Wegwerf-Kaffeebecher aus der Cafeteria des BK-Hilden ersetzten sie durch die nachhaltigen „Meer-Wert-Becher“.
Ein voller Erfolg, wie die SV-Schüler jetzt mitteilen. Die Idee, eine Alternative zu suchen, seien die überfüllten Abfalleimer gewesen. "Meist waren diese bis oben voll mit leeren Einwegbechern. Zudem hat uns Herr Plümel, der Betreiber der Cafeteria am Berufskolleg, seine Erfahrungen mit Mehrwegsystemen vorgestellt.

Pfandbechersystem eingefüht

"In der Cafeteria des Berufskollegs Niederberg, die ich zusammen mit meiner Frau betreibe, haben wir Anfang des Jahres das Pfandbechersystem eingeführt", erklärt Berbert Plümel. Dort verwendet die Familie aus Heiligenhaus das System der Bäko-Gruppe. Da sei es natürlich sinnvoll, einen ähnlichen Becher aus recycelbaren Kunststoff zu verwenden. Der Pfand für die Becher liegt bei einem Euro. "Das ist für jeden bezahlbar", finden auch die Schüler. Der Meer-Wert-Becher besteht vollständig aus recycelbaren Material und hält laut Hersteller mindestens 400 Spülgänge aus. Dabei ist er natürlich geschmacks- und geruchsneutral. Und der besondere Clou für die Nutzer ist die Tatsache, dass "er auch viel stabiler als" der Einwegbecher ist und man sich an dem heißen Getränken jetzt nicht mehr die Finger verbrennt. Und der Becher kann auch mal leer herunterfallen, ohne dass er kaputt geht. Für Plümel war wichtig, "dass die Becher gut in der Spülmaschine zu reinigen sind und durch ihre Stapelbarkeit wenig Platz beanspruchen."

Infokampagne fiel wegen Corona aus

Die Rückläufe seien gut, berichten die Schüler, zumal jeder sein Pfand in der Regel zurückhaben möchte. Allerdings erfolgte kurz nach der Einführung des Bechers der Corona-Shutdown, so dass den Schülern noch die Erfahrungswerte fehlen. Auch die Lehrer der Schule nutzen die Becher.
Die Schüler wünschen sich, dass die Becher auch außerhalb der Schule angenommen werden. Das laufe in anderen Städten - in Wuppertal, Remscheid, Solingen und Velbert vor allem in Bäckereien gut. "Leider nehmen in Hilden noch nicht so viele Bäckereien an dem Projekt teil", bedauern die Schüler. Als Grund nennen sie die Corona-Pandemie. Denn eigentlich war im Frühjahr eine Infokampagne geplant, die dann ausfiel. "Nach den Sommerferien werden wir es sicherlich noch einmal versuchen."

1.100 Becher für Cafeteria

Hygienisch seien die Becher nicht zu beanstanden, betont Plümel. Die Becher würden bei jeder Abgabe gereinigt. Auch wenn man ein neues Getränk auswählt, erhält man einen neuen.
Neben der heißen Spülmaschine durchliefen die Becher auch noch zusätzlich eine Desinfektion - Corona lässt grüßen. Insgesamt habe er rund 1100 Becher für die Cafeteria am BK-Hilden angeschafft, 700 bis 800 Becher seien zurzeit „unterwegs“. Vermutlich aufgrund des nur begrenzt stattfindenden Präsenzunterrichts, ist der Rücklauf der Becher nicht ganz so zügig, wie ich mir das wünschen würde. Das ist in diesen Ausnahmezeiten aber durchaus verständlich."
Wie viel Plastikmüll durch die „Meer-Wert-Becher“ eingespart werde, können die Schüler nicht sagen. Jedes Jahr werden es tausende sein und mit Blick auch die weiteren Generationen von Schülern reduziere sich der sonst entstandene Müllberg also schon wesentlich.

Nachhaltigkeit ist möglich: Die Schüler des Berufskolleg Hilden führten kurz vor der Corona-Pandemie den "Meer-Wert-Becher ein.
Tausende von Bechern landeten Jahr für Jahr bisher in den Mülleimern.
Autor:

Corinna Rath aus Hilden

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