Hildener Trinkwasser ist sauber und sicher
Qualität wird ständig überprüft

Das Team in der Zentrale hat das gesamte Hildener Wasserwerk immer im Blick und erkennt Veränderungen sofort. Neben der digitalen Steuerung kann auch immer noch per Hand eingegriffen werden.
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  • Das Team in der Zentrale hat das gesamte Hildener Wasserwerk immer im Blick und erkennt Veränderungen sofort. Neben der digitalen Steuerung kann auch immer noch per Hand eingegriffen werden.
  • Foto: Michael de Clerque
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"Die Trinkwasserversorgung in Hilden ist auch während heißer Sommer gesichert", sagt Norbert Kellner. Der Leiter der Wasserwerke Baumberg GmbH versorgt neben der Itterstadt auch noch Teile von Langenfeld.

Es ist kühl in den Räumen des Wasserwerkes in Hilden. Riesige Rohre durchziehen die Hallen, die zu großen grünen Filtern führen und von dort aus zu den Transportpumpen. Letztere sorgen dafür, dass die rund 55.600 Hildener jeden Tag auf das kostbare Nass zurückgreifen können.
"123 Liter verbraucht jeder Mensch in Hilden pro Tag", erzählt Sabine Müller, Pressesprecherin der Stadtwerke Hilden. "Das entspricht genau dem bundesweiten Durchschnitt beim Wasserverbrauch." Damit fließen im Jahresdurchschnitt jeden Tag 900 Kubikmeter Wasser durch die Hildener Leitungen."Während der richtig heißen Tage ist es natürlich mehr", fährt Müller fort. "Den bisherigen Spitzenverbrauch erfassten die Messsysteme am 25. Juli, als das Thermometer 40 Grad im Schatten zeigte. Da stieg der Verbrauch auf 1450 Kubikmeter an. Vor allem zwischen 19 und 22 Uhr floss besonders viel Wasser durch die Leitungen."
Derartige Spitzen kann das Wasserwerk, dass zu je 50 Prozent im Eigentum der Stadtwerke Hilden und Solingen ist, problemlos verkraften. "Wenn man zurückschaut, haben wir früher sehr viel mehr Wasser verbraucht als heute", erinnert sich Kellner. 1990 lag der Bundesdurchschnitt bei 147 Litern pro Person und Tag.
"Das Hildener Wasser stammt aus rund 30 Meter tiefen Brunnen", erläutert Kellner. Vier davon gibt es auf dem Areal der Wasserwerke, die 70 Prozent der Gesamtmenge fördern. Die übrigen 30 Prozent stammen aus Uferfiltrat. Zwei Brunnen in Monheim, nahe des Rhein gelegen, fördert das kostbare Nass "über eine sieben Kilometer lange Leitung zu uns."

3,9 Millionen Kubikmeter

Etwa 3,9 Millionen Kubikmeter Wasser pumpt das Wasserwerk jährlich in Richtung Hilden, 800.000 Kubikmeter fließen nach Langenfeld - nachdem es aufbereitet ist.
"Wir haben das Glück, dass die Qualität unseres Rohwassers sehr gut ist und den Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügt. Dank des Fehlens von Keimen, müssen wir auch nicht chloren. Durch die Mischung der beiden Rohwasser ersparen wir uns außerdem die Entkarbonisierung (Entkalkung Anm. der Red.)", erläutert der Wasserwerksleiter. Nach dem Mischen folgt die eigentliche Aufbereitung des Wassers. Im ersten Schritt steht die Entsäuerung an. Dabei werden zu hohe Kohlenstoffdioxidkonzentrationen durch Zugabe von Sauerstoff aus der Luft vermindert. Danach fließt das Wasser in die nächste Anlage. Auf dem Quarzsandfilter mit unterschiedliche Korngrößen liegt auf der obersten Schicht Hydroantrazit (Kohle). "Damit filtern wir Mangan und Eisen heraus", erklärt Kellner. "Leider gibt es für beide Stoffe keinen Markt", bedauert er. Alle zehn bis 15 Jahre tauscht das Wasserwerk den Sand komplett aus. Im dritten Schritt folgt der Durchfluss durch den Aktivkohlefilter, in dem organische Stoffe zurückbleiben. Drei große Behälter stehen dafür zur Verfügung.
"Und wenn das Wasser dann einen pH-Wert von 7,45 hat, haben wir alles richtig gemacht", scherzt Kellner. Das dann "optimale Trinkwasser fließt nun in den Trinkwasserbehälter, aus dem die Pumpwerke die Städte versorgen können.

Große Sicherheit

Damit eben nichts passiert, überwacht sein Team in der Leitwarte jeden Meter Leitung, jedes Ventil und die Prozesse in den Filtern. "Wir sehen alle Werte und erkennen Tendenzen frühzeitig", erklärt Elektromeister Christoph Müller in der Leitwarte. "Im Zweifel können wir alle Bereiche auch per Hand regeln", fährt er fort.
"Natürlich sind wir gegen mögliche Störungen abgesichert", betont Kellner. Notstromaggregate sorgen immer für Strom, die Leitwarte ist zusätzlich batteriegepuffert.
Außerdem gibt es mehrere Wasserbehälter zur Überbrückung und eine zusätzliche Leitung nach Solingen. Dank des Höhenunterschiedes fließt das Wasser auch ohne Pumpen nach Hilden. Beide Städte können sich gegenseitig versorgen. "Das macht Sinn und hat für uns den Vorteil, dass wir bei Reparaturen im Werk nicht das Wasser für die Bürger abstellen müssen." Und dann steht als Reserve noch die unternehmenseigene Sengbachtalsperre zur Verfügung. Mit einem Füllgrad von 54 Prozent liegt sie für die Jahreszeit im Normalbereich.
"Bei einer Verkeimung würde sofort die in Bereitschaft stehende Chlorierungsanlage eingesetzt", informiert Kellner. Der Blick auf die Analysewerte zeigt, dass das Hildener Wasser weder mit Medikamenten noch Bakterien belastet ist. Alle übrigen Werte befinden sich weit über unter den festgelegten Werten. "Wir lassen unser Wasser regelmäßig kontrollieren, damit alles so bleibt wie es jetzt ist", sagt Kellner - und das das heißt: Sauberes Wasser.

Autor:

Lokalkompass Langenfeld - Monheim - Hilden aus Monheim am Rhein

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