Dauerausstellung und einige Neuerungen
Neues im Iserlohner Stadtmuseum

An der historischen Theke aus dem früheren Musikhaus Muck können Museumsbesucher in zehn verschiedene „Klassiker“ und „Schnulzen“ hineinhören.
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  • An der historischen Theke aus dem früheren Musikhaus Muck können Museumsbesucher in zehn verschiedene „Klassiker“ und „Schnulzen“ hineinhören.
  • Foto: Stadt Iserlohn
  • hochgeladen von Stephan Faber

Das Stadtmuseum Iserlohn (Fritz-Kühn-Platz 1) hat die lange Zeit des Lockdowns genutzt und in seiner Dauerausstellung einige Neuerungen für die  Besucher umgesetzt.

Ein Highlight der jüngeren Zeitgeschichte ist der Ausstellungsbereich zum Musikhaus Muck. Der kultige Plattenladen gab nach seiner Schließung in den 1980er Jahren Teile des Mobiliars an das Museum ab, unter anderem die alte Theke, an der Kunden mit damals brandneuer Technik in Schallplatten hineinhören konnten. Die alten analogen Plattenteller drehen sich nun wieder – dank moderner Digitaltechnik. Zehn verschiedene Lieder erklingen auf Knopfdruck in den historischen Kopfhörern, darunter Klassiker wie "She loves you" von den Beatles oder schöne Schnulzen wie "Wenn der Mondschein nicht so romantisch wär". Besucher können sich dank der Musik wieder in die Zeit der 1960er und 70er Jahre zurückversetzen lassen!

Eine weitere Neuerung erwartet die Besucher im Ausstellungsbereich der Gaststätte Bintz. Dieser wurde durch zwei Original-Gemälde aus dem Besitz der ehemaligen Wirtsfamilie erweitert. Bintz war unter anderem auch ein Treffpunkt für Vereine, weswegen hier auch über Jahrzehnte historische Vereinsfahnen ausgestellt wurden. Diese mussten nun aus konservatorischen Gründen eingelagert werden und machten Raum für Objekte zur Geschichte der Iserlohner Brauerei. Die Exponate gehören zu einer jüngst übernommenen umfangreichen Privatsammlung an Biergläsern, Krügen und "Fan-Artikeln", die Erinnerungen an gesellige Abende und Feiern mit dem sauerländischen Pils wachrufen.

Sonderausstellungen

Aktuell zeigt das Stadtmuseum zudem im Obergeschoss die Sonderausstellung:  "Feldbahngeschichten" des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Die Feldbahn war zwischen 1900 und 1950 das, was heute der Lastwagen ist – flexibel, weil ihre Gleise schnell verlegbar sind, und überall im Einsatz. Feldbahnen und Kipploren wurden auf Baustellen, in Wäldern, beim Torfabbau, in Ziegeleien und im Bergbau eingesetzt, zunächst mit Dampf betrieben, wenig später bereits mit Elektrizität.
Die Wanderausstellung zeigt nicht nur ausdrucksstarke Bilder, sondern erzählt auch die damit verbundenen Geschichten, also Feldbahngeschichten: Wie wurde aus der Schiefergrube ein Tauchparadies, in dem es unter Wasser alte Loren zu entdecken gibt? Was hatte es mit dem Paderborner Bauern auf sich, der als Besitzer von fünf Pferden zu stolz war, eine Lokomotive anzuschaffen? Wofür waren die "Platzloks" der Ruhrkohle AG zuständig? Eine Modellinstallation mit einer Feldbahnenszene ergänzt die Ausstellungstafeln. Originalfahrzeuge konnten aus Platz- und Gewichtsgründen nicht mit auf die Reise gehen.
Rüdiger Uffmann und Dr. Burkhard Beyer, Geschäftsführer der Historischen Kommission für Westfalen beim LWL haben für die kleine Schwester der Eisenbahn diese Ausstellung konzipiert, die bis zum 25. Juli im Stadtmuseum Iserlohn zu sehen ist.

Das Stadtmuseum Iserlohn ist wieder zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr) geöffnet. Alle Besucher werden gebeten, aus Gründen der Rückverfolgbarkeit ihre Kontaktdaten in ein vorbereitetes Formular einzutragen.
Weitere Informationen gibt es telefonisch unter www.iserlohn.de.

Autor:

Stephan Faber aus Iserlohn

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