Deutschland - Italien: Endlich gilt zu gewinnen

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Endlich gewinnen - so lautet die Mission für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Der dreifache gegen den vierfachen Weltmeister, ein Klassiker im Weltfußball, spielt am Mittwoch um 20.45 Uhr in Dortmund. An der Sportschule in Kaiserau soll es nicht gelegen haben, denn hier fand die Nationalmannschaft optimale Bedingungen vor und erlebte abwechslungsreiche Tage.

In Fan-Outfits schlüpften die Herren Nationalspieler am Montag und präsentierten sich so vor der Filmkamera. Damit wollen sie ihre Unterstützung beweisen für die Damen, die in 137 Tagen in die WM im eigenen Land starten und zum dritten Mal in Folge Weltmeister werden möchten. „Ganz nett und süß“ seien sie für Manager Oliver Bierhoff geworden, die Spots, die zusammen mit Spielerinnen der Frauen-Nationalmannschaft gedreht wurden: „Wir möchten zeigen, dass ganz Deutschland mit unseren Frauen fiebert.“

Werbeaufnahmen mit den Weltmeisterinnen

Es ging auch noch um einen anderen Film. Der Schauspieler Daniel Brühl besuchte die Nationalmannschaft in Kamen-Methler, um den Streifen „Der ganz große Traum“ vorzustellen, der am 24. Februar in die Kinos kommt.
Brühl spielt darin den Lehrer Konrad Koch, der seinerzeit das Fußballspiel von England nach Deutschland brachte. „Sehr nervös“ sei er, die Nationalspieler zu treffen, gab Brühl zu, nervöser noch „als würde ich die Kanzlerin treffen“.
Nach so viel Trubel wurde es Zeit, den Fokus endlich auf das Prestigeduell gegen Italien zu legen. Alle 21 angereisten Spieler (Mario Gomez musste mit Innenbandzerrung absagen) sind fit, betonte der DFB. Und doch brauchten einige Schonung. Nur 13 Mann liefen am Montag zum Training in der Sportschule Kaiserau auf. Geschont wurden unter anderen Sami Khedira und Mesut Özil, die noch am Sonntag Abend mit Real Madrid im Einsatz waren. Übungen für die Beweglichkeit der Spieler und viel Direkt-Pass-Spiel stand auf Jogi Löws Trainingsprogramm. Gestern stiegen dann alle ins Training ein. Deutschland gegen Italien. Zuletzt trafen die beiden großen Fußballnationen am jenem 4. Juli 2006 aufeinander, als für die deutsche Mannschaft das Sommermärchen mit der 0:2-Halbfinalniederlage nach Verlängerung endete. Es war die einzige Niederlage für ein deutsches Team in Dortmund jemals. Klar, dass diese Partie weit mehr als Freundschafts- oder Testspielcharakter hat.
In Kaiserau reisten fünf Dortmunder Spieler an. Weder Mats Hummels noch Marcel Schmelzer, Sven Bender, Kevin Großkreutz und Mario Götze waren natürlich 2006 dabei. „Damals habe ich Weltklassespieler wie Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski bewundert“, sagt der erst 18-jährige Mario Götze auf dem Podium vor den über 100 Journalisten. Und er habe mitgelitten. Heute hofft er auf seinen zweiten Länderspiel-Einsatz.
Mario Götze verkörperte in den Tagen von Kaiserau die ganze Unbekümmertheit und Schnörkellosigkeit der jungen Stars des Bundesliga-Tabellenführers Borussia Dortmund. In der Sportschule Kamen fühlt er sich „wie Zuhause“.
Die kennt er noch aus seiner Zeit in der Westfalen-Auswahl. Was übrigens noch gar nicht so lange her ist Götzes „ganz großer Traum“ ist natürlich, einmal fest dazuzugehören in der Nationalmannschaft.
Im Derby gegen Schalke scheiterte er am Pfosten und an Torwart Manuel Neuer. Diesmal gilt es, einen Gianluigi Buffon, 33 Jahre, 102 Länderspiele, Juve, zu überwinden, aus Götzes Sicht eine Torwart-Dinosaurier. Wie kann der Junge, den viele als Jahrhunderttalent bezeichnen, das alles nur verkraften?
Wie viele der fünf Borussen heute Abend im Signal Iduna Park die Nationalhymne auf dem Platz mitsingen dürfen,
dazu wollte Trainer Joachim Löw, der gestern eine sehr lange Mannschaftssitzung abhielt, noch nichts sagen.
Fragezeichen gebe es für ihn noch auf der zweiten Innenverteidigerposition. Es ist sieht ganz so aus, als sei Mats Hummels vom BVB in der Startformation gesetzt. „Und ein Mario Götze kommt vielleicht im Laufe des Spiels hinein“, so Löw.

Götze kommt erst im Laufe des Spiels rein

Von Beginn Druck auf den Gegner auszuüben, das versprach gestern Philipp Lahm, der verwundert feststellte, mit seinen 27 Jahren (und immerhin 75 Länderspielen) nicht mehr zur jungen Generation in der Nationalmannschaft zu zählen. Er räumte ein, die 0:2-Niederlage 2006 noch nicht vergessen zu haben. „Es gehtnatürlich immer weiter im Fußball. Doch das war damals sehr sehr enttäuschend.“ Nun freue er sich auf die Revanche: „Es macht doch immer am meisten Spaß, sich mit den besten der Welt zu messen.“ Dazu zähle er die Italiener nach viel vor.
Vielleicht nehmen „Jogis Jungs“ den „Geist von Kaiserau“ ja heute mit nach Dortmund. Dort in der Sportschule
jedenfalls waren die Bedingungen nach Meinung von DFB-Pressesprecher Harald Stenger „optimal“. „Uns fehlt
überhaupt nichts“, sagte er gegenüber dem Stadtspiegel. Eigens wurde eine Players-Lounge eingerichtet, ein Massageraum für die Mannschaft und ein Organisationsbüro. Alles für einen Sieg heute gegen Italien, an der Sportschule Kaiserau soll es wirklich nicht gelegen haben.

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