Bang - Boom - Bergkamen

Da zeigt mal das Einbruchsopfer den Dieben die lange Nase - hier stand der Tresor, in dem die Langfinger Beute witterten. Foto: Steierl
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Bergkamen. (ist) Jeder, der schon einmal Opfer eines Einbruchs geworden ist, wird es nachvollziehen können: Der Schreck sitzt erstmal tief. Doch diesmal gab es nicht nur beim Einbruchsopfer lange Gesichter, sondern wahrscheinlich erst recht bei den Tätern.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag letzter Woche wurde beim Pflegedienst AuK Born in Bergkamen eingebrochen, und zwar zum dritten Mal in den vergangenen drei Jahren. Zum Ärger über den Sachschaden und den Aufwand für die polizeilichen Ermittlungen mischt sich bei Inhaber Simon Born nun aber eine gehörige Portion Schadenfreude und eine gewisse Genugtuung. Denn die Täter dürften inzwischen eine böse Überraschung erlebt haben: Wie in dem Film „Bang Boom Bang“ hatten die Täter zunächst den gesamten - immerhin rund 80 kg schweren - Tresor über das Flachdach transportiert, von da aus mühselig abgeseilt und schließlich vermutlich in einem Fluchtfahrzeug abtransportiert. Und genau wie in dem Ruhrgebietsklassiker ging die Ausbeute der Bergkamener Einbrecher - nennen wir sie in Anlehnung an den Film Keek und Andy - gegen Null.
Der massive Geldschrank enthielt nämlich weder Geld noch Wertgegenstände, und mit dem Inhalt werden die Diebe wenig anfangen können: Im Tresor waren nämlich lediglich Desinfektionsmittel, die aber bei den Dieben wohl auch nicht mehr für eine weiße Weste sorgen können.
„Bei unserer ersten Zertifizierung riet uns der TÜV, Desinfektionsmittel feuerfest zu lagern und da kam uns der Tresor gerade recht. Normalerweise steckt auch der Schlüssel zum Geldschrank, so dass die Einbrecher sofort hätten sehen können, dass sich der Diebstahl nicht lohnt. Da wir aber gerade in neue Räume umziehen, war der Tresor verschlossen und die Diebe haben sich die große Mühe völlig umsonst gemacht. Für die dummen Gesichter der Einbrecher beim Öffnen des Tresors würde ich einiges geben“, so Simon Born, der gleich eine vermeintliche „Einladung“ an die Täter hinterherschickt. „Kommt ruhig wieder, dann können wir mit unserem neuen Überwachungssystem gleich die langen Gesichter, wenn wieder nichts zu finden ist, aufnehmen“, so Born, der nach dem dritten Einbruch in sein Pflegebüro ein gewisses Maß an Galgenhumor entwickelt hat, zumal sich der Verlust in Grenzen hielt.
Also bleibt den Tätern nur zu raten, beim nächsten Mal auf gute Kleidung und ein fröhliches Lächeln zu achten, da als Lohn für einen Einbruch nur einige nette Fahndungsfotos winken dürften. Bargeld wird bei dem Pflegedienst bereits seit dem ersten Einbruch nicht mehr gelagert und auch sonst seien keine größeren Sachwerte in den Räumen zu finden.
Die eingeschaltete Polizei sucht nun nach den mindestens zwei Tätern und deren Fluchtfahrzeug, hat Fingerabdrücke genommen und Fußspuren abgeglichen. Auch, um zu ermitteln, ob zwischen den Einbrüchen Zusammenhänge bestehen.
Wer also gesehen hat, wie sich lokale Keeks oder Andys mit einem schweren Geldschrank abgemüht haben, kann sich an die Polizei wenden. Und falls sich die Langfinger ähnlich dumm nach dem Öffnen des Tresors angestellt haben wie die Filmvorbilder, dürfte ein Krankenhaus wohl bald einen Einbrecher ohne Daumen, dafür aber mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck, melden.

Autor:

Iris Steierl aus Kamen

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