WFB Werkstätten des Kreises Mettmann schaffen 2019 eine gute finanzielle Basis für schwere Zeiten
Erfreuliches Jahresergebnis 2019 sorgt für Zuversicht

Zwei der Langenfelder Garten- und Landschaftspflege-Gruppen vor ihrem Transporter. Mit dem Aufdruck werben die WFB vor allem um neue Mitarbeitende.
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  • Zwei der Langenfelder Garten- und Landschaftspflege-Gruppen vor ihrem Transporter. Mit dem Aufdruck werben die WFB vor allem um neue Mitarbeitende.
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Kreis Mettmann. Die Corona-Pandemie hat fast alle fest im Griff, auch wenn die Zahlen im Kreis Mettmann auf ein relativ geringes Infektions-Niveau gesunken sind. Dass es noch nicht vorbei ist, zeigen die jüngsten Hotspots in den Fleischfabriken, die zum Glück Ausnahmen darstellen, aber angesichts der fortschreitenden Lockerung der Beschränkungen wieder verunsichern. Bevor es keinen zuverlässigen Impfstoff gibt, kann man sich nicht wirklich sicher fühlen.
Am 3. Juni 2020 hat der WFB-Aufsichtsrat den Jahresabschlussbericht 2019 abgesegnet. Heute stellen die WFB Werkstätten des Kreises Mettmann das Jahresergebnis 2019 vor und informieren über die aktuellen Entwicklungen an den acht Standorten in Langenfeld, Ratingen und Velbert.

Jahresüberschuss 2019 erhöht die Gewinnrücklage
„Nach sehr guten Ergebnissen in den Jahren zuvor sorgt auch das Jahresergebnis 2019 für zufriedene Gesichter“, stellen Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Ockel und Geschäftsführer Klaus Przybilla fest. "Die Umsatzerlöse aus der Produktion haben sich mit 4,14 Mio. EUR auf dem guten Vorjahresniveau gehalten. Der im Vergleich zu 2018 (689 TEUR) erhöhte Jahresüberschuss von 1,07 Mio. EUR befindet sich wieder fast auf einer Höhe mit dem von 2017 (1,14 Mio. EUR)."
Ockel wertet das Ergebnis als Gemeinschaftsleistung aller WFB-Tätigen, "Geschäftsleitung, angestellte Fachkräfte und die Mitarbeitenden haben einen prima Job gemacht." Dafür gebühre allen Dank und Anerkennung. Da die Arbeitsentgeltrücklage gut gefüllt sei, ginge der Überschuss in die Gewinnrücklage und sorge für zufriedenstellende liquide Mittel.
Alle Arbeitsbereiche waren im Jahresdurchschnitt gleichmäßig gut ausgelastet. Trotz durchaus variierender Auftragsmengen sorgten besonders die Stammkunden für eine sichere und verlässliche Grundauslastung. Nach wie vor wird etwa zwei Drittel des Produktionsumsatzes in den Bereichen Montage (37,3%) und Verpackung/Konfektionierung (28,8%) erwirtschaftet.
"Sehr zufrieden sind wir auch mit den gezahlten Löhnen an die Mitarbeitenden. Statt der vorgeschriebenen 70% konnten wir 79% der erwirtschafteten Produktionsleistung ausschütten", freut sich Klaus Przybilla.

Werbung kostet zwar Geld, ist aber auch für eine WfbM wichtig
„Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“ sagte einst Henry Ford.
Neben Investitionen in die jährlichen Sommer- und Herbstfeste und den Adventsbasar, mit denen sich alle acht Standorte an einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit präsentieren, gab es auch 2019 zusammen mit den Partnerwerkstätten des Arbeitskreises Werkstätten am Nieder-rhein (AWN) einen Messestand auf der Düsseldorfer RehaCare im September. Der Messeauftritt ist Teil einer Imagekampagne, die als "W*" 2018 gestartet wurde (www.werk-staetten.de).
Um etwas gegen den anhaltenden Trend stetig sinkender Mitarbeitenden-Zahlen zu unternehmen, haben die WFB zusammen mit der Werbeagentur "Eigenmarke" in Langenfeld eine eigene Kampagne entwickelt. Mit bunten Grafiken auf den eigenen Standortfahrzeugen und auf einem Bus der Rheinbahn AG sowie wechselnden Plakat-Aktionen sollen Betroffenen, Angehörigen und Betreuern, die die WFB Werkstätten noch nicht kennen, Beratung angeboten und Arbeitsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Ernüchternder Ausblick auf 2020
Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen machen auch den WFB Werkstätten ernste Probleme. Nachdem die Mitarbeitenden – im Vergleich zu Schülern und Kitakindern viel zu spät – am 18. März durch das Betretungsverbot des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales in ihren sichereren häuslichen Wohnumgebungen und Wohnheimen gehalten wurden, ist am 8. Juni das erste Viertel wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt.
Doch fast drei Monate ohne 1.140 Mitarbeitende sorgen für einen gravierenden Einschnitt in den Produktionsumsätzen. Zum Ende Mai stand noch eine schwarze Null, nun wird mit stark reduzierter Mannschaft in die roten Zahlen produziert und schon jetzt ist klar, dass die WFB zum Ende des Jahres wie so viele andere Unternehmen keinen Gewinn machen werden. Alle hoffen, dass sich der Verlust in Grenzen halten wird. Unter anderem durch die personelle Unterstützung der zahlreichen sozialen Wohneinrichtungen in denen die WFB-Mitarbeitenden leben, ist den angestellten Fachkräfte der WFB die Kurzarbeit (bis jetzt) erspart geblieben. Wer nicht in Wohnheimen half, war in der Produktion aktiv, um möglichst viele Aufträge fertig zu stellen und Kunden zu unterstützen und zu halten. Wie schlimm die Krise wird, liegt zum einen in den Händen der Leistungsträger und zum anderen im Vertrauen der Kunden, von deren Aufträgen die WFB abhängig sind.

Freiwillige gerade deshalb dringend gesucht!
Wie in anderen Bereichen auch, fehlt es bei den WFB Werkstätten akut an freiwilligem Zusatzpersonal, an Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst.
Wer gerade sein Abitur gemacht oder den Abschluss Klasse 10 vor Augen hat und noch nicht weiß, ob es im Herbst mit einer Ausbildung oder möglicherweise einem Online-Studium weitergehen soll, ist herzlich willkommen, sich beim DRK Kreis Mettmann für einen der beiden freiwilligen Dienste in den WFB-Werkstätten anzumelden (Link über www.wfbme.de und Stellenbörse).
Unsere Mitarbeitenden freuen sich über jede helfende Hand und danken die Hilfe mit viel Herzlichkeit.

Autor:

Norbert Stevens aus Langenfeld (Rheinland)

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