Viele Projekte für 2011 - Die Monheimer Wirtschaftsförderung ist gefordert

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Auffällig zeitnah aber doch wohl eher zufällig kurz nach den zuletzt via Tageszeitung öffentlich ausgetragenen Scharmützeln zwischen Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann und CDU-Ratsfraktionschef Tim Brühland, der dem Stadtoberhaupt bei dessen Ansiedlungspolitik „Mutlosigkeit“ vorgeworfen hatte, ging man seitens der städtischen Wirtschaftsförderung nun in die Offensive, und präsentierte das neue Arbeitsprogramm für 2011.

Eigentlich ein Standardtermin der traditionell nicht nur Aus-, sondern vor allem auch Rückblick ist, eine Art Bilanzpressekonferenz mit Präsentation der nächsten Zukunftsmodelle.

Die Bilanz, die Stadtplaner Oliver Brügge und Bürgermeister Daniel Zimmermann gemeinsam zogen, fiel denn auch naturgemäß deutlich freundlicher und heller aus, als sie wohl von den politischen Kontrahenten des Bürgermeisters gezeichnet worden wäre.

Beide verwiesen vor allem auf die deutlich erhöhe Kommunikation zwischen Wirtschaft, Handel und dem Rathaus, die sich unter anderem mit regelmäßigen Treffen belegen lässt, auf eine daraus resultierend verbesserte Stimmung in der Stadt und ein größeres Miteinander, wie es beim gemeinsamen Projekt „Monheimer Stadtfest“ sichtbar werde. Und sie beschrieben die letzte Zeit auch als eine Phase des Sammelns und Ordnens für eine neue Monheimer Marketing-Offensive. Oliver Brügge: „Denn nichts ist schließlich schlimmer, als eine Kampagne ohne Inhalte.“

An den Inhalten freilich hat sich zuletzt nicht so viel geändert. Das liegt auch an dem bereits etwas betagten Zahlenmaterial, das Brügge von der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg (GfK) präsentieren musste. Danach hat Monheim in der Zeit von 1999 bis 2009 die dynamischste Entwicklung im gesamten Kreis Mettmann genommen. Nirgendwo in der Region wurden in dieser Zeit so viele neue vollwertige Arbeitsplätze geschaffen. Und: Es gelang eindrucksvoll, den immensen Kaufkraftabfluss aus den Stadtmauern zumindest schon mal deutlich einzudämmen. Dabei stieg die sogenannte Zentralitätskennziffer, die letztlich dokumentiert wie viel des für Konsum zur Verfügung stehenden Geldes tatsächlich innerhalb der eigenen Stadt ausgegeben wird, von 62,6 (1999) auf den Wert von 79,1 (1999). Dass erst die Zahl 100 eine letztlich trotz der immensen Großstadtkonkurrenz erstrebenswerte Bilanz von Plus-Minus-Null bedeutet, zeigt, wie viel Luft nach oben noch ist. Dass weder Poco noch das im Bau befindliche Monheimer Tor (Rathaus Center III) oder der geplante neue Edeka-Markt an der Berghausner Straße in diesen Zahlen auftauchen macht jedoch durchaus Mut für die Zukunft.
Ebenso mutvoll wie selbstbewusst will die Stadt den Standort Monheim denn auch in naher Zukunft präsentieren. Geplant sind unter anderem Anzeigenschaltungen in überörtlichen Magazinen und Zeitungen, Radiospots, ein komplett überarbeiteter Internetauftritt der Stadt, Buswerbung und die verstärkte Präsenz auf Fachmessen. Dabei geht es vor allem darum, auch im RheinPark endlich wieder für Zufluss zu sorgen. Denn dort herrscht tatsächlich seit längerer Zeit auffälliger Stillstand, sieht man mal vom MEGA-Umzug ab. Der Hochschulstart kommt mit Verspätung. Ob die wirtschaftskrisengebeutelten Maschinenbauer von Doosan überhaupt noch kommen, ist längst nicht mehr sicher. Und IMR bleibt mindestens so lange ein trauriges Kapitel, bis endlich wieder Bagger über das dortige 40.000-Quadratmeter-Areal rollen. Von denen wünscht man sich bei der Stadt ausdrücklich den Bau eines „bahnaffinen Unternehmens“. Daniel Zimmermann und Oliver Brügge setzen also mutig auf die Schiene. Das schränkt zwar ein. „Aber so lange wir auch noch genügend andere Flächen ohne Bahnanschluss anbieten können, wollen wir zumindest versuchen, hier ein Unternehmen anzusiedeln, dass die Gleise nutzen möchte“, betont der Monheimer Bürgermeister. Gespräche laufen bereits, offenbar auch mit Henkel und Hammesfahr, aber Konkretes gibt es noch nicht.

Konkret werden soll es jedoch Anfang Mai. Dann wollen die Monheimer Wirtschaftsförderer tatsächlich ein neues Unternehmen an der Wasserachse präsentieren. „Auf 3000 Quadratmetern“ und „mit Signalwirkung, wohin es dort weiter gehen kann“, macht Bürgermeister Zimmermann neugierig. Mehr mag er aber noch nicht verraten.

Neue Gewerbeflächen sollen in den kommenden Monaten zudem auf der alten Menk-Fläche, auf dem Creative Campus von UCB und an der Berghausener Straße (ehemals Schmolz & Bickenbach) erschlossen werden. Dort will der Investor Sontowski und Partner nun wohl dieses Jahr mit dem Bau des neuen Baumberger Edeka-Marktes beginnen. Es hieß auch schon mal 2010 solle es soweit sein.

Baumberger Problemzonen bleiben die Hauptstraße(hier soll nach wie vor der heutige Pennymarkt erweitert werden) und das Einkaufszentrum Holzweg. Dort sind alte Pläne wieder aus der Schublade geholt worden, den Kaisersmarkt zu erweitern. Zudem ist der Wegfall der Post im Norden bis heute nicht aufgefangen worden. „Wir sind in Gesprächen mit dem Eigentümer“, heißt es von Seiten der Wirtschaftsförderung.

Und dann gibt es auch noch etwas griffigere frohe Botschaften für die Innenstadt. Dort hat man seitens des Rathaus Centers offenbar die Bereitschaft signalisiert, den Haupteingang zum neuen Busbahnhof künftig treppenfrei und damit barrierelos zu gestalten. Und: Die Krischerstraße soll optisch deutlich aufgepeppt werden! Dabei will man wohl sogar vor einem Abriss der drei Pavillons nicht zurückschrecken, um mehr Luft in das Straßenbild zu bekommen.

Viele offene Baustellen also und jede Menge Gesprächsstoff, zum Beispiel für das Monheimer Stadtfest vom 27. Bis 29. Mai.

Autor:

Thomas Spekowius aus Monheim am Rhein

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