Tennis: Tim Rühl zu Gast in Mülheim
Der "Tiger" hat genügend Power im Tank

Tim Rühl, genannt „der Tiger“, spielt College-Tennis in den USA. Mülheim ist und bleibt seine zweite Heimat.
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  • Foto: Foto: ASU Athletics Media
  • hochgeladen von Marcus Lemke

Von RuhrText

Bestens aufgehoben wäre diese Reportage in der Rubrik: „Was macht eigentlich…“ In der Hallensaison 2016/17 hatte Tim Rühl als 18-Jähriger für den Tennis-Verbandsligisten KHTC Mülheim als Spitzenspieler aufgeschlagen. Mehrmals im Jahr war er als Jugendlicher zu Trainingszwecken aus dem heimischen Waldshut-Tiengen, eine Doppelstadt im Südwesten Baden-Württembergs nahe der Schweizer Grenze, nach Mülheim gereist. In der Stadt am Fluss fand er in der Tennisakademie PMTR beste Trainingsbedingungen vor. Dann verschlug es ihn in die USA. Kürzlich — vor dem November-Lockdown — gab es ein Wiedersehen mit den Kahlenberger Ex-Teamkollegen, absolvierte er doch wieder einmal ein paar Trainingseinheiten in der Akademie an der Mintarder Straße in Saarn. Mülheim ist und bleibt die zweite Heimat des angehenden Tennisprofis Tim Rühl.

Nach den erfolgreichen Abiturprüfungen und intensivem Training am Stützpunkt des Deutschen Tennis-Bundes in Hannover sowie dem Erreichen eines ersten Herren-Weltranglistenpunktes hat Tim Rühl auch die Schattenseite eines Sportlers kennengelernt. Er litt am Pfeifferschen Drüsenfieber und war mehr als zwei Monate lang außer Gefecht gesetzt. „Damals habe ich festgestellt, dass es sehr schwer sein würde, nur mit Tennis sein Geld zu verdienen. Krankheiten und Verletzungen bedeuten ein großes Risiko. Ein beruflicher Plan B mit einer akademischen Ausbildung erschien mir wichtig. Nicht zuletzt nach intensiven Gesprächen mit dem Bundestrainer habe ich mich dann dazu entschlossen, College-Tennis in den USA zu spielen. In Deutschland ist es sehr schwierig, das zeitaufwändige Training mit einem Studium zu vereinbaren. Das lässt sich als College-Spieler in den USA erheblich besser kombinieren. Durch ein Stipendium habe ich das Training, die Kleidung und das Studium komplett finanziert bekommen“, blickt Tim Rühl zurück.

Seit nunmehr drei Jahren spielt er erfolgreich für die Arizona State University in Phoenix und studiert parallel „International Management“. Der „Tiger“, wie ihn viele Tenniskollegen nennen, absolviert in den USA ein straffes Programm. Tim Rühl: „Der Tag beginnt morgens um 8.30 Uhr mit einem Warm-up. Es folgen ein zweistündiges Training auf dem Platz sowie eine einstündige Konditionseinheit mit Schnelligkeits- oder Krafttraining. Nach dem Mittagessen ist Uni angesagt. Abends wird gelernt. Zwei- bis dreimal in der Woche stehen noch Einzel-Trainingseinheiten auf dem Programm.“ Der „Tiger“ hat stets genug Power im Tank, um das kräftezehrende Programm absolvieren zu können.

Derzeit verlebt Tim Rühl ein schon länger geplantes Urlaubs-Semester in Deutschland. Natürlich geht es auch dabei sehr sportlich zu. Zwei Trainingseinheiten und ein Athletikprogramm stehen täglich im Kalender. „Ich hatte im vergangenen Semester mehr Kurse als zuvor belegt, um mir die Auszeit erlauben zu können. In Deutschland — so war die Idee — wollte ich so viel wie möglich trainieren und Fuß bei internationalen Turnieren fassen. Leider gestaltete sich die Turniersituation durch Corona sehr schwierig. Zumindest konnte ich ein paar nationale Wettbewerbe bestreiten, einige auch gewinnen“, so Tim Rühl.

Letztes Semester ab Januar

Ab Januar wird der Baden-Württemberger sein letztes Semester in den USA in Angriff nehmen. Im Mai möchte er seinen Bachelor im „International Management“ erlangen. Und wie geht es dann weiter? „Wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, kann ich auf dem Tennisplatz befreit aufspielen. Die Idee ist, mindestens ein bis zwei Jahre auf die Profitour zu gehen, um dann zu entscheiden, welcher weitere Weg Sinn macht.“

Trainieren wird Tim Rühl dann überwiegend in Waldshut-Tiengen bei seinem Athletiktrainer Alberto di Girolamo und Heimcoach Christoph Back sowie auch hin und wieder in der Tennisakademie von Uwe Schumann in Mülheim. „Das sind alles Top-Trainer“, fühlt sich Tim Rühl an beiden Standorten bestens aufgehoben. Und PMTR-Chef Uwe Schumann freut sich immer ganz besonders, wenn Tim zu Gast in Mülheim ist, schließlich sind dessen Eltern hier gebürtig und gemeinsam mit Tims Vater Wolfgang hat er in den 1970er Jahren in einer Mannschaft zusammengespielt. Wiedersehen macht (immer wieder auf’s Neue) Freude!

Autor:

Marcus Lemke aus Mülheim an der Ruhr

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