Großrazzia von Polizei, Zoll und Ordnungsamt
Schlag gegen Clan-Kriminalität in Ratingen

Bei der Großrazzia in Ratingen wurde unter anderem dieser Karton mit unversteuerten Zigaretten beschlagnahmt.
  • Bei der Großrazzia in Ratingen wurde unter anderem dieser Karton mit unversteuerten Zigaretten beschlagnahmt.
  • Foto: Polizei
  • hochgeladen von Martin Poche

Ratingen, In ihren Bemühungen im Kampf gegen Clan-Kriminalität und im Rahmen der landesweiten "Null-Toleranz-Strategie" haben in der Nacht von Freitag auf Samstag die Kreispolizeibehörde Mettmann, der Zoll und das Ratinger Ordnungsamt eine Großrazzia durchgeführt. Ziel waren mehrere Wettbüros und Gaststätten sowie eine Shisha-Bar. Zwei Wettbüros sowie eine Gaststätte wurden noch in der gleichen Nacht geschlossen.

Die überprüften Objekte waren schon längere Zeit Gegenstand polizeilicher und ordnungsbehördlicher Maßnahmen und Beobachtungen, weil Erkenntnisse dazu vorlagen, dass diese als Treffpunkte und Rückzugsorte von Personen dienen, die in kriminellen Gruppen organisiert sind, die der Clankriminalität zuzuordnen sind oder dieser zumindest nahe stehen. Bereits in der Vergangenheit hat die Kreispolizeibehörde Mettmann in Kooperation mit dem Zoll und städtischen Ordnungsbehörden Kontrollen dieser Art durchgeführt - unter anderem in Erkrath, Langenfeld, Velbert oder Heiligenhaus.

Beim aktuellen Einsatz in Ratingen wurden am 26./27. Juli insgesamt fünf Objekte am Berliner Platz, der Düsseldorfer Straße, der Oberstraße, der Poststraße sowie an der Straße Am Sandbach kontrolliert.  Die Bilanz des um 20 Uhr begonnenen Schwerpunkteinsatzes kann sich aus Sicht der Polizei wie auch der weiteren beteiligten Behörden durchaus sehen lassen: Insgesamt wurden bis 1 Uhr am Morgen 75 Personen in den Objekten und deren Umfeld überprüft. Acht Strafverfahren, unter anderem wegen des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln oder wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs, wurden eingeleitet. Außerdem mussten wegen diverser anderer Verstöße insgesamt 19 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht werden.

Letztendlich wurden gleich drei der überprüften Objekte noch in der Nacht geschlossen. Dabei handelte es sich um ein Wettbüro am Berliner Platz, ein Wettbüro an der Straße Am Sandbach sowie um eine Gaststätte an der Oberstraße. In allen drei Lokalitäten hatten die Betreiber neben anderen Verstößen unter anderem auch illegale Glücksspielautomaten und Online-Wett-Terminals aufgestellt und somit gegen die Glücksspielverordnung verstoßen.

Hier weitere Feststellungen und Maßnahmen der beteiligten Behörden im Einzelnen:

Die Polizei stellte bei ihren Personenkontrollen in einem Wettbüro am Berliner Platz bei einem 40 Jahre alten Mann aus Ratingen zum Verkauf verpackte Tütchen mit Cannabis und Amphetaminen sicher. Gegen den mutmaßlichen Dealer wurde daraufhin ein Strafverfahren eingeleitet.

Der Zoll stellte in einer Shisha-Bar an der Düsseldorfer Straße insgesamt 15 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak in einigen Dutzend Tabak-Dosen sicher. Außerdem stellte der Zoll auch insgesamt 2.700 unversteuerte Zigaretten in einem Kiosk an der Oberstraße sicher. Diese Verstöße gegen das Tabaksteuergesetz werden nun mit Straf- und Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen geahndet. Ferner stellten die Zöllner Straftaten wegen illegaler Beschäftigung (Schwarzarbeit) sowie Verstöße gegen das Steuergesetz fest. Hinzu kamen gleich mehrere arbeitsrechtliche Meldeverstöße sowie Verstöße gegen das Mindestlohngesetz, welche mit Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen geahndet werden.

Das Ordnungsamt der Stadt Ratingen stellte bei dem gemeinsamen Einsatz insbesondere Verstöße gegen die Glücksspiel- und die Gaststättenverordnung sowie gegen das Nichtraucherschutzgesetz fest. Sowohl gegen den Inhaber eines Kiosks, als auch gegen den Inhaber einer Shisha-Bar wurden zudem Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen geschrieben, weil sie ohne die dafür benötigte Sondererlaubnis eine Außengastronomie vor ihren Objekten führten.

Alle im Einsatz gewonnenen Erkenntnisse werden nun noch weiter zusammengetragen und ausgewertet. Sie dienen dann insbesondere der Polizei dabei, bisher bereits erkannte kriminellee Strukturen in und rund um die überprüften Orte weiter aufzuhellen.

Autor:

Martin Poche aus Düsseldorf

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