Geschäftsführer Marc Bunse: "Das alte Hallenbad hat seinen Lebenszyklus erreicht"
Stadtwerke möchten neues Freizeitbad bauen

Nett und adrett, aber leider zu klein, nicht zeitgemäß und technisch veraltet: Das Hallenbad in Ratingen-Mitte.
  • Nett und adrett, aber leider zu klein, nicht zeitgemäß und technisch veraltet: Das Hallenbad in Ratingen-Mitte.
  • Foto: Stadtwerke Ratingen GmbH
  • hochgeladen von Thomas Zimmermann

Die Stadtwerke Ratingen GmbH prüft den Neubau eines Freizeitbades in Ratingen-Mitte. Das hat das Unternehmen am Dienstag bekannt gegeben. Grund für die Planungen sind die Ergebnisse einer Studie zur Zukunftssicherung. „Die Studie hat uns gezeigt, dass es sinnvoll und notwendig ist, die Badkapazitäten an diesem Standort zu erweitern und um moderne Freizeitelemente zu ergänzen“, fasst der Aufsichtsratsvorsitzende Gerold Fahr die Ergebnisse zusammen.

Fein, aber klein - so empfinden viele Stammgäste während der Winterschwimmsaison das adrette Angerbad. Denn wenn - was statistisch zu 60 bis 70 Prozent der Fall ist - zwei Bahnen des Sportbeckens für Schulen und Vereine abgetrennt sind, wird es schnell eng für die übrigen Gäste. Nur dank größter Rücksichtnahme und Geschicklichkeit kommen sich dann ambitionierte Freizeitsportler und gesundheitsorientierte Schwimmer nicht in die Quere. Wie groß die Auslastung jetzt schon ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Belegungspläne.

Auch der Vereins- und Schulsport würde profitieren

"Wir sind mit unseren Kapazitäten defintiv an der Grenze", bestätigte Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Bunse gestern gegenüber dem Ratinger Wochenblatt. Über die starke Auslastung hinaus gebe es aber längst einen zusätzlichen Bedarf an Schwimmzeiten. Vereinzelt konnten die Stadtwerke diese Nachfrage im Lintorfer Hallenbad decken - doch auch da habe man inzwischen "kaum noch Luft". Für Schulklassen aus Mitte ist Lintorf wegen der zu langen Fahrtzeiten ohnehin keine Option.
„Durch einen Erweiterungsbau könnten wir den Bedarf für Vereins- und Schulsport viel besser befriedigen", erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Bunse. Außer der Kapazitätserweiterung ist für Bunse der Freizeitaspekt der geplanten Badeanstalt besonders wichtig. Tatsächlich ist das 1971 gebaute Hallenbad an der Anger trotz sorgsamer Pflege in die Jahre gekommen, auch die Technik ist veraltet. Moderne Freizeit- und Fitnesselemente speziell für Jugendliche hat es nicht zu bieten. Zeitgemäßer Badespaß: Fehlanzeige!

"Das Ratinger Angebot muss attraktiv bleiben"

"Ein separates, freizeitorientiertes Bad wäre für gesundheitsorientierte und junge Zielgruppen ein attraktives Angebot“, sagte Geschäftsführer Bunse. Natürlich wäre es für die Stadtwerke enorm wichtig, die Schwimmer von morgen zu gewinnen und zu binden. Nicht umsonst ist die Machbarkeitsstudie unter dem Gesichtspunkt der "Zukunftssicherung" in Auftrag gegeben worden.
Außerdem, so Bunse, würden Nachbarstädte wie Düsseldorf seit einigen Jahren wieder verstärkt in die Modernisierung ihrer Bäder investieren. Im Vergleich zum Umfeld müsse das Ratinger Angebot aber attraktiv bleiben, betont der Geschäftsführer. Von einer Sanierung, so Bunse, rate die Studie ab. Das Hallenbad habe "seinen Lebenszyklus erreicht".

Planer fürchten keine Konkurrenz für das Lintorfer Allwetterbad

Dass durch den Bau eines neuen Freizeitbades in Mitte eine zu große Konkurrenz für das Lintorfer Allwetterbad entstehen könnte, befürchten weder Bunse noch Fahr. "Lintorf bleibt einzigartig durch sein Angebot für junge Familien", argumentiert der Aufsichtsratschef. Außerdem verfüge das Bad mit seiner Saunalandschaft über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.
"Die Stadtwerke müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und sollten nach Möglichkeit noch in der zweiten Jahreshälfte die Öffentlichkeit an den Planungen beteiligen", so Fahr. "Wir wollen uns anhören, welchen Bedarf es gibt, und auch die Wünsche der Politik berücksichtigen", ergänzt Bunse. Sollten die Abstimmungen zügig verlaufen und auch die politischen Entscheidungsträger grünes Licht geben, könnten die Stadtwerke im schnellsten Fall Ende 2020 mit dem Neubau beginnen. Kapazitäten für bauliche Aktivitäten hätte das Unternehmen dann wieder, denn bis dahin soll die Verlegung der Glasfaserkabel und der Rohre für das Fernwärmenetz weitestgehend abgeschlossen sein.

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