Rückkehr aus dem Winterquartier - Rauchschwalbe ist Tier des Monats

Endlich ist es wieder soweit. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, die Biergärten füllen sich. Und auch für unsere Zugvögel ist es das Signal, aus den südlichen Winterquartieren zurückzukehren. Viele haben dabei lange und beschwerliche Reisen hinter sich, denn die Winterquartiere von Kuckuck, Gartengrasmücke, Knäkente und Nachtigall liegen in Afrika südlich der Sahara. Für andere ist die Zugstrecke weniger lang, und sie kehren daher in milden Jahren oft schon ab Ende Februar oder im März zurück aus den Winterquartieren im Mittelmeerraum. Aufgrund der milden Witterung sind Singdrossel, Zilpzalp und Hausrotschwanz schon vielerorts zu hören.

Eine Vogelart war im Winter bei uns nicht zu sehen und erscheint in diesen Tagen wieder bei uns, ohne lange Zugwege zurückgelegt zu haben. Die Rauchschwalben tauchen nach langem Winterschlaf vom Grund der Seen und Teiche auf, um ihre Niststätten in Ställen und anderen offenen Gebäuden aufzusuchen. Von August an bis in den Oktober sammelten sie sich in großen Schwärmen abends in Röhrichten und Gebüschen und versanken in der Nacht im Schlamm am Gewässergrund. Schon Aristoteles und Plinius beobachteten diese außergewöhnliche Verhaltensweise und der große schwedische Naturforscher Linné konnte sie im 18. Jahrhundert bestätigen. Wie das genau funktioniert, konnten aber erst neuere verhaltensbiologische Forschungen herausfinden. Wenn die Schwalben nebeneinander auf den Schilfhalmen oder Gebüschzweigen sitzen, reicht ein außen sitzender Vogel eine Zehe seinem Nachbarn, dieser tut das Gleiche mit seinem Nachbarn, und so fort. Der letzte Vogel hält mit seinem „Außenbein“ einen Halm oder Zweig fest. Insgesamt entsteht so eine schwankende Reihe von Schwalben, die – wenn die Außenvögel ihren Halm loslassen - zu Boden und im Schlamm versinkt. Dort fallen sie sofort in den Winterschlaf, von dem sie erst in diesen Tagen wieder geweckt werden. Die moderne Vogelforschung hat den genauen Mechanismus für die „Rückkehr ins Leben“ im Frühling noch nicht herausgefunden. Man weiß zwar, dass es nicht die steigenden Temperaturen sind, sondern die zunehmende Tageslänge, die die Vögel aufwachen lässt. Doch bisher ist nicht bekannt, wie die unter dem Gewässergrund ruhenden Vögel die Tageslänge wahrnehmen. Möglicherweise erwachen einzelne Vögel im frühen Frühjahr und kriechen an die Bodenoberfläche, um die Tageslänge zu testen.
Wie dem auch sei. Schwalben sind seit Jahrhunderten willkommene Frühlingsboten, auch wenn eine Schwalbe noch keinen Sommer macht. Wir sollten die Vögel auch dadurch willkommen heißen, dass wir ihnen Einlass in Ställe und Scheunen gewähren, damit sie sich fortpflanzen und im Herbst mit ihren Jungen wieder in die Gewässer hinabsinken können und so den Fortbestand der Populationen gewährleisten.

Über LANUV: Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen ist als Landesoberbehörde in den Fachgebieten Naturschutz, technischer Umweltschutz für Wasser, Boden und Luft sowie Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit tätig. Mehr: www.lanuv.nrw.de

Autor:

Lokalkompass Kreis RE aus Recklinghausen

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