Die Weihnachtsgeschichte aus heutiger Sicht

Leserbrief an die RZ

Die Weihnachtsgeschichte aus heutiger Sicht

Bezug: Stuckenbusch Baupläne sorgen für Unmut, RZ vom 19.12.2017

von: Dr. Dr. Joachim Seeger, RE-Nord

Stuckenbusch ist mittlerweile nicht nur für seine großartige Krippe in der St.-Franziskus-Kirche bekannt, die von den Stuckenbuschern mit großem Engagement gehegt und gepflegt wird und die sich über die Grenzen von Stuckenbusch hinaus großer Beliebtheit erfreut. Die Krippe ist ein Symbol für die Menschwerdung Gottes und sie sortiert zugleich die gesellschaftliche Ordnung neu. Nicht die politischen Eliten erfahren als Erste von der Ankunft des Sohnes Gottes, sondern einfache Menschen- die Hirten. Der Engel des Herrn persönlich überbringt ihnen die Nachricht, dass der Heiland geboren wurde. Diese Geschichte ist zuerst eine Erzählung der Armen.
Völlig konträr zu der Weihnachtsgeschichte vollzieht sich momentan das politische Geschehen in Stuckenbusch. Verschiedene Bürgerinitiativen konkurrieren miteinander bei dem Versuch, öffentlich geförderte Sozialwohnungen von dem Stadtteil fernzuhalten. Man spricht in diesem Zusammenhang von drohender „Gettoisierung“ und man fühlt sich der Willkür der Stadt und der Verwaltung ausgesetzt. Sozialwohnungen sind offensichtlich ein großer Störfaktor in diesem noblen Stadtteil. In dieser exquisiten Wohngegend wollen Akademiker unter sich bleiben. Menschen mit geringem Einkommen tragen zur „Verringerung der Wohnqualität“ bei und sind verantwortlich für die „Wertminderung des Bestandes“. Das sind diskriminierende Äußerungen gegenüber einer Gruppe der Bevölkerung, die dringend bezahlbaren Wohnraum in Recklinghausen sucht. Nach Möglichkeit sollen diese Mitbürger in andere Stadtteile ausweichen, denn in Stuckenbusch sollten lieber Eigentumswohnungen gebaut werden, die man lukrativ an wohlhabende Bevölkerungsschichten vermieten kann, bevor man seinen Lebensabend im Kreis betuchter Nachbarn verbringen möchte. Frau Bergmaier sollte sich schnell von derartigen Überlegungen distanzieren, damit die CDU in Recklinghausen dadurch keinen Schaden nimmt. Was sagt denn der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Holger Freitag, zu dem Geschehen? Er ist schließlich ebenfalls in Stuckenbusch beheimatet. Vielleicht trägt die Botschaft von Weihnachten dazu bei, dass der eine oder andere in Stuckenbusch seine Position noch einmal überdenkt und möglicherweise ändert. Dann hält der Geist der Weihnacht auch Einzug in Stuckenbusch!

Autor:

Dr. Dr. Joachim Seeger aus Recklinghausen

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