L70n: Spatenstich für das neue Gesicht

Ulrich Höhmann und Volker Hoven vor der Karte, die die neue L70n zeigt: Rechts die Hauptstraße mit dem neuen Kreisverkehr an der Wuppertaler Straße (oben rechts), dann führt die Trasse hinter der Schule und Glückaufhalle nach links und im Bogen zum neuen Kreisverkehr an der Haßlinghauser Straße am unteren Bildrand. Zu erkennen ist unten rechts auch das Freibad und der Sportplatz. Foto: Pielorz
  • Ulrich Höhmann und Volker Hoven vor der Karte, die die neue L70n zeigt: Rechts die Hauptstraße mit dem neuen Kreisverkehr an der Wuppertaler Straße (oben rechts), dann führt die Trasse hinter der Schule und Glückaufhalle nach links und im Bogen zum neuen Kreisverkehr an der Haßlinghauser Straße am unteren Bildrand. Zu erkennen ist unten rechts auch das Freibad und der Sportplatz. Foto: Pielorz
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Noch in diesem Jahr soll es soweit sein: Der Spatenstich zur L70n, der Umgehungsstraße in Sprockhövel, soll endlich stattfinden. Fast dreißig Jahre nach den ersten Planungen und vielen Gerichtsurteilen ist nun klar: Die L 70n kommt und sie wird Sprockhövels Gesicht deutlich verändern. Die gesamte Bauphase wird auf zwei Jahre geschätzt, es baut Straßen NRW. Die Sprockhöveler Bürger werden vor allem im kommenden Jahr in den ersten Bauabschnitten etwas von dem Großprojekt mitbekommen.

Los geht es nämlich oben an der Hauptstraße in Höhe der Tankstelle. Dort entsteht im Frühjahr 2019 ein Kreisverkehr und eine Grünfläche. „Der Baubeginn der Umgehungsstraße genau mit dieser Maßnahme macht Sinn, weil sie den größten Mehrwert ergibt. Von dort kann nämlich sofort das Schulzentrum – die Mathilde-Anneke-Schule und die Grundschule – angebunden werden. Zeitgleich entsteht ein Parkplatz und die Anfahrtsmöglichkeiten für die Busse, die sich bisher noch durch das Wohngebiet quälen. Für die Anwohner ist das eine große Entlastung“, so Beigeordneter Volker Hoven. Er ist gemeinsam mit Ulrich Höhmann vom Tiefbau, Ralph Holtze von der ZGS und weiteren Experten in eine Arbeitsgruppe eingebunden, die sich mit der L70n beschäftigt. „Es baut zwar Straßen NRW, aber die Stadt wird das Projekt natürlich engmaschig begleiten. Wir möchten auch den Bürgern die Gelegenheit geben, während der Bauphase, Wünsche, Anregungen und Beschwerden äußern zu können. Möglich wäre dies in festen Bürgersprechstunden in einem Baucontainer, aber auch online über die Homepage der Stadt“, erklärt Ulrich Höhmann. Mit solchen Maßnahmen habe man gute Erfahrungen gemacht, denn die Bauzeit stelle immer alle auf eine harte Probe.

Der Plan: Keine Sperrung 

Das weiß auch Volker Hoven. „Deshalb müssen wir die Bauzeit möglichst effizient gestalten und die wichtigen Maßnahmen in überschaubaren Zeiten abwickeln. Hier ist auch die Baufirma in der Pflicht. Wir befinden uns gerade im Ausschreibungsverfahren. Beim Kreisverkehr an der Hauptstraße rechnen wir mit einer Bauzeit von drei Monaten. Zu diesem Zeitpunkt wird die Hauptstraße normal befahrbar sein. In den nächsten Bauphasen muss die alte Hauptstraße zum Teil weggenommen werden, um den Anschluss an den Kreisverkehr zu bewerkstelligen. Wir werden aber immer die Möglichkeit haben, dass Fahrzeuge den Lebensmittelmarkt oder die Tankstelle anfahren können. Uns ist bewusst, wie sensibel der Einzelhandel auf solche umfangreichen Baumaßnahmen reagiert“, so Hoven. Ist der Knotenpunkt Hauptstraße/Wuppertaler Straße vollbracht zieht sich die Baumaßnahme zunächst parallel zum Radweg Richtung Glückaufhalle. „Der Radweg verläuft ja später über eine Brücke, da wird die neue Umgehungsstraße unterhalb des Radweges geführt. Dann verläuft sie hinter den Tennisplätzen an der Dresdener Straße bis hinunter zu einem neuen Kreisverkehr auf die Hasslinghauser Straße“, beschreibt Höhmann den Verlauf der Trasse. „Hinter den Tennisplätzen wird auf diese Weise ein weiteres Wohnbaugebiet entstehen. Auch das ist für Sprockhövel positiv. Wir müssen sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebereich noch weiterwachsen. Denn das garantiert steigende Einnahmen. Und das führt dazu, dass wir keine Abgabenerhöhungen brauchen, um einen ausgeglichenen Haushalt zu haben“, denkt Hoven Sprockhövels Zukunft. Für ihn gehören dazu noch mehr Gesichtsveränderungen: eine neue Feuerwache auf dem Geländer der früheren Traglufthalle, die mittelfristige Erschließung von Grünflächen rechts und links der South-Kirkby-Straße, die Verlegung des Busbahnhofs in Niedersprockhövel an die Bochumer Straße, die Schaffung weiterer Kreisverkehre. „Und natürlich die Umgestaltung der Hauptstraße. Heute ist die Straße noch eine Landesstraße. Ist die Umgehung L70n fertig, dann wird aus der Hauptstraße eine Kommunalstraße und wir können die neu gestalten. Ein Blick nach Gevelsberg auf die Mittelstraße zeigt doch, was alles möglich ist: Mit Materialmix können wir die Straße strukturieren, ein Tempo 20 lässt zwar den Autoverkehr noch zu, aber erhöht deutlich die Aufenthaltsqualität. Wir wollen Plätze neu schaffen, beispielsweise oben an der Sparkasse. Sprockhövel wird attraktiver – und das führt zu neuer Belebung im Einzelhandel. Und wenn wir mehr Wohngebiete haben, dann müssen die Menschen ja auch ein kaufen gehen – und das sollen sie in Sprockhövel tun!
Natürlich: Hoven weiß: Bis diese Projekte Realität werden, vergeht noch einige Zeit. Aber: „Mit der L 70n fällt der Startschuss. Und ich freue mich darauf, diese neue Entwicklung zu begleiten. Ich nehme aus vielen Bürgergesprächen mit, dass sich die Menschen auf die Veränderung freuen. Sicher, diejenigen, die direkt von der Baumaßnahme betroffen sein werden, müssen einige Monate durchhalten, aber im Ergebnis werden wir alle profitieren. Davon bin ich überzeugt.“
Übrigens: Wenn Niedersprockhövel im nächsten Jahr im September das 25. Stadtfest feiert, soll die L70n zumindest im Knotenpunkt Hauptstraße/Wuppertaler Straße fertig sein. Das wäre ein tolles Geschenk zum Silberjubiläum!

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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