Ferienpark Amecke: Bürgerinitiative will endlich Klarheit

So sieht´s an der Seestraße in Amecke derzeit aus.
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  • hochgeladen von Diana Ranke

Die Vertreter der Bürgerinitiative „Amecke 21 – Für einen sanften Tourismus“ sind sauer. Nach Aussagen der Investoren des geplanten Ferienparks sollen die Bauarbeiten jetzt schon im nächsten Frühjahr beginnen. „Wir haben aber noch immer keine konkreten Aussagen, wie das überhaupt aussehen soll“, so die BI.

Der aktuell gültige Bebauungsplan sieht die Einrichtungen für die Freizeitgestaltung und die Verwaltung im Bereich des ehemaligen Freibads vor. „Dieses Gebiet ist nach aktuellem Planungsstand allerdings jetzt nicht mehr Bestandteil des Ferienparks“, erklärte Burkhard Vogt von der BI. Die Verlegung auf die Fläche des heutigen Parkplatzes erfordere eine Änderung des Bebauungsplans - trotzdem solle im Frühjahr mit den Arbeiten im Rahmen des jetzt gültigen Planes begonnen werden. „Es entsteht der Eindruck, dass zuerst Tatsachen geschaffen werden sollen, um dann ein Druckmittel - auch und vor allem gegenüber der Öffentlichkeit - für eine Änderung des Bebauungsplanes im Sinne der Investoren zu haben“, so Vogt.
„Wie kann Baubeginn 2014 sein, wenn niemand etwas Handfestes weiß?“,fragt die BI. Nach Aussagen der Investoren sollte erst mit dem Bau begonnen werden, wenn rund 100 Häuser verkauft sind - das scheint jetzt der Fall zu sein. „Also muss es doch Pläne geben“, glaubt die BI. „Wer kauft denn die „Katze im Sack?“

Häuser 13 Meter hoch?

Bauchschmerzen bereiten der BI auch die Architektur und die tatsächliche Größe der Häuser. Aktuell sind 220 Häuser mit zwei Vollgeschossen möglich. Die zulässige Wandhöhe auf der oberen Hangseite bis zur Dachtraufe beträgt 3,80 Meter. „Von unten, d.h. von der Seeseite aus gesehen, macht es den Eindruck dreigeschossiger Häuser“, erklärte Burkhard Vogt. „Die Häuser werden 13 Meter hoch!“
„Das ist unsere größte Sorge, darüber hat sich anscheinend noch niemand wirklich Gedanken gemacht“, machte Sabine Heinrich deutlich. „Viele Bürger haben überhaupt keine Vorstellung davon, was da entstehen kann. Es wurde ja auch nie in irgendwelchen konkreten Plänen der Öffentlichkeit vorgestellt.“ Von Investorenseite werde zwar immer wieder betont, dass der in Amecke geplante Park mit dem Ferienparkprojekt in Heimbach (Eifel) nicht vergleichbar sei. „Es gibt aber erstaunliche Ähnlichkeiten, was den Bebauungsplan angeht“, machte Vogt klar. „Auch die Kommunalpolitik scheint - bis auf wenige Ausnahmen - nicht mehr genau hinzusehen, was da wirklich geplant ist“. Der Plan lasse dem Investor schon jetzt große Spielräume. Wenn der Bau erst einmal begonnen habe, könne der Investor möglicherweise auch eine Änderung des Bebauungsplanes durchsetzen, der dann ähnlich hohe Gebäude zuließe wie in Heimbach. „Die lassen den Investor einfach machen“, glaubt Mechthild Montag.

Wer betreibt und finanziert Infrastruktur?

Auch Art und Umfang der Freizeiteinrichtungen sind immer noch nicht bekannt. „Es ist absolut unklar, wer das überhaupt machen soll“, so Neiteler. „Es wurde uns eine `wunderbare Alternative´ versprochen. Doch wir werden immer wieder vertröstet und bekommen keine Informationen. Und dafür haben wir unser Freibad geopfert!“
Die Bürgerinitiative befürchtet, dass in Amecke lediglich ein Anlageobjekt entstehen wird. „Wenn erste Häuser im Rahmen des bestehenden Bebauungsplanes entstanden sind, sind Fakten geschaffen, die nicht mehr zu ändern sind. Wenn der Investor dann in Zukunft für die weiteren Gebäude Änderungen verlangt, ist die Stadt im Zugzwang.“, erklärt Rudolf Hansknecht. „Bislang ist kein Partner im Boot, dessen Kerngeschäft der Betrieb von Ferienparks ist. Zusätzliche Freizeitinfrastruktur - über die Schwimmmöglichkeit hinaus - als Voraussetzung für einen erfolgreichen Ferienparkbetrieb ist nicht vorhanden und wird nach Aussagen der Firma Dormio von deren Seite normalerweise auch nicht errichtet.“
„Wer sagt uns, dass da nicht vielleicht noch ein Einkaufszentrum hinkommt?“, fragt die BI. „Wir haben Bedenken, dass da ein zweites Dorf entsteht. Warum baut man keinen kleinen Ferienpark, der zu unserem Dorf passt und nicht unsere Identität stiehlt?“.

Größer, schneller, mehr?

„Größer, schneller, mehr - das ist die Richtung, in die es geht“, glaubt Sabine Heinrich., „nicht mehr klein und dezent, wie es einmal angedacht war. Wir meinen, die Leute werden regelrecht hinters Licht geführt“. Was passiert, wenn gar kein rentabler Ferienpark entsteht und keinerlei Regressansprüche geltend gemacht werden können?, fragt die Bürgerinitiative.
Die Planungen sollen nun, anders als in der Ratssitzung im April versprochen, erst Ende November/ Anfang Dezember vorgestellt werden. „Von Transparenz, Bürgerbeteiligung oder gar gestalterischer Einflussnahme seitens der Stadt Sundern kann hier keine Rede sein“, betonte Vogt. „Wir hatten gehofft, dass es im Sommer eine Diskussionsgrundlage gibt - erfolglos.Wir haben lange genug gewartet. Uns geht es darum, dass endlich konkret gesagt wird, was geplant ist“, bekräftigte Neiteler. „Die Leute müssen doch mitgenommen werden! Aber sie bekommen keine konkreten Aussagen, damit im Nachhinein alles möglich ist und die Bürger nicht rebellieren“, meint Müer. „Wir müssen den Rest unseres Lebens damit klarkommen - oder wegziehen. Schon durch die Regionale wird viel verändert. Wenn der Ferienpark jetzt auch noch so kommt, können viele sich nicht mehr damit identifizieren - das ist nicht mehr unser Dorf!“

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