Werkstatt-Berufskolleg ist Schauplatz für Kinofilm
Klappe, die erste: „Warum? Es kann jeden treffen!“

Dreharbeiten zum Kinofilm „Warum? Es kann jeden treffen“ im Klassenzimmer des Werkstatt-Berufskollegs in Unna. | Foto: privat
  • Dreharbeiten zum Kinofilm „Warum? Es kann jeden treffen“ im Klassenzimmer des Werkstatt-Berufskollegs in Unna.
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Film ab, heißt es am Werkstatt-Berufskolleg: Mobbing, Dissing und erhöhte Gewaltbereitschaft gehören mittlerweile zum (Schul-)Alltag. Schauplatz des Jugenddramas ist unter anderem das Werkstatt-Berufskolleg.  „Der Kinofilm „Warum? Es kann jeden treffen!“ soll die Zuschauer auf die Themen aufmerksam machen, sie sensibilisieren und zu einem bewussten und respektvollen Umgang miteinander motivieren“, fasst Thorsten Kramer zusammen. Der Regisseur und Produzent von Sartorius-FILM orientiert sich an wahren Begebenheiten, die trotz fiktionaler Erzählung eine durchaus realistische Geschichte widerspiegeln. „Es geht um Respekt und Toleranz. Das sind genau die Themen, für die wir uns täglich stark machen“, sagt Dieter Schulze. Der Schulleiter des Werkstatt-Berufskollegs war sofort von der Idee begeistert, als Thorsten Kramer anfragte, ob einige Szenen des Films am Werkstatt-Berufskolleg gedreht werden können. Von den elf Drehtagen verwandeln sich an acht Tagen Pausenhalle, Schulhof oder Klassenräume zum Filmset.

Der Streifen erzählt die Geschichte des Schülers Jan, der während seines Abschlussjahrgangs ein Martyrium von Mobbing, Dissing, Nötigung, Ignoranz, extremer Gewalt und sexuell geprägter Machtspiele durchlebt. Diese belastenden Ereignisse lassen ihn im Laufe der Geschichte verzweifeln, und der Protagonist fällt in den Abgrund völliger Ausweglosigkeit. Wie Jan letztendlich die Situation meistert, bleibt noch ein Filmgeheimnis.Thorsten Kramer selbst spielt die Hauptfigur Jan. Das ist für ihn allerdings nicht nur eine Rolle. Der Produzent will mit dem Film zeigen, dass unabhängig vom sozialen Milieu und Bildungsstand jeder in die Situation des Schülers Jan geraten kann. Lehrkräfte und Eltern sollen eine Vorbildrolle übernehmen. Denn: Die Schüler von heute sind die Vorbilder von morgen. Die Premiere des Films „Warum? Es kann jeden treffen“ ist für die Berlinale 2020 geplant.

Übrigens: Das Werkstatt-Berufskolleg ist nicht nur Schauplatz des Films, sondern ist auch für das Catering des gesamten Film-Teams zuständig. Der Fachbereich „Ernährung/Versorgungsmanagement“ versorgt Schauspieler und Crew mit Speisen und Getränken.

WERKSTATT-Berufskolleg:
Im Herbst 2013 startete das Berufskolleg der Werkstatt im Kreis Unna auf dem Gelände der Lindenbrauerei. Es richtet sich an Jugendliche ohne Schul- oder Berufsabschluss. Die Besonderheit: Theorie, Praxis und pädagogische Begleitung kommen aus einer Hand. Ein Team von 50 Lehrkräften unterrichtet heute 550 Schüler – davon sind 160 Geflüchtete – in den verschiedenen Ausbildungsgängen. Neben den Berufsvorbereitungsklassen mit Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bietet das WERKSTATT-Berufskolleg ein vollzeitschulisches Angebot in der Berufsfachschule mit beruflichen Kenntnissen Metall, Ernährung und Versorgungsmanagement, Wirtschaft und Verwaltung an. Eine zweijährige schulische Ausbildung sowohl zur Staatlich geprüften Servicekraft als auch zur Staatlich geprüften Sozialassistentin, die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher oder zur Fachkraft Lagerlogistik. Im Schuljahr 2017/2018 ist der Bildungsgang Fachabitur der Fachschule für Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Sport gestartet. Neue Medien, außerschulische Lernorte, Differenzierungskurse, Projekte und internationale Austausche ergänzen den Stundenplan.

Sartorius-FILM ist eine independent Filmproduktion mit Sitz in Werl. Das Ruhrgebiet ist Dreh- und Angelpunkt und bietet mit seinem unverwechselbaren Charme ein breites Spektrum an interessanten Locations. Thorsten Kramer ist gebürtiger Dortmunder und spielte in verschiedenen Rollen für Serien wie „Der Landarzt“ (ZDF), „Familie Dr. Kleist“ (ARD) und einer der wohl bekanntesten Polizeiruf 110-Folgen „Tod im Ballhaus“ (durchweg mit Starbesetzung). Mit seinem Debütkinokurzfilm „Ein Traum für Zwei“ gelang Thorsten Kramer 2012 der Sprung in die USA mit einer Platzierung als Finalist bei „Hollywood’s international Feel Good Filmfestival“, dessen Weltpremiere vor ausverkauftem Hause stattfand. Kurze Zeit später gründete er die „independent Filmproduktion Sartorius-FILM“ mit dem Ziel, sowohl eigene Filmprojekte wie auch Auftragsprojekte zu realisieren.

Autor:

V K aus Unna

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