Brasilien am Abgrund: Unnaerin Inge Moenikes in Sorge um „ihre“ Schützlinge in Leme

Inge Moenikes und Schwester Ludvigis sind inzwischen gute Freundinnen geworden.
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Schon seit vielen Jahren engagiert sich die Unnaerin Inge Moenikes im Kampf gegen Hunger und Elend. Dabei wurde sie zur Weltreisenden. Doch ein Ort, der ihr besonders am Herzen liegt, ist Leme in Brasilien. Denn nach der Fußball-Weltmeisterschaft, mit der so viele Hoffnungen verbunden waren, ist die Situation dort noch schlimmer als vor der WM.

In Leme, eine Stadt mit 80.000 Einwohnern drei Autostunden von der Metropole Sao Paulo entfernt, unterstützt Inge Moenikes aktiv die Arbeit des Konvents der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, deren Stammhaus im sauerländischen Bestwig liegt.

Inge Moenikes lernte die Zustände in Leme im Rahmen eines Besuchs bei ihrer Enkelin Lisette kennen, die dort ein freiwilliges soziales Jahr absolvierte. „Die Zustände dort haben mich geschockt und erschüttert“, erinnert sich die Unnaerin. Der Beginn eines großen Engagements, das inzwischen viele Früchte getragen hat.

Denn Inge Moenikes ist eine Frau, die die Dinge gerne in die Hand nimmt und so überlegte sich die 79-Jährige, wo die Not am größten und welche Hilfe am Nachhaltigsten ist. „Was die Menschen vor allem brauchen ist eine Möglichkeit, menschenwürdig zu wohnen – damit steht und fällt alles“, erfuhr die Unnaerin. Und so begann Inge Moenikes Geld zu sammeln – jeweils 5.000 Euro für ein Haus. Ein einfaches Haus zwar, aber eben ein Haus.

„In Leme leben die meisten der Armen in den Favelas. Das sind Hüttensiedlungen am Rande oder sogar auf der Müllkippe der Stadt“, berichtet Inge Moenikes von den Zuständen dort. Es gibt weder Wasser- noch Stromanschlüsse, dazu kommen giftige Dämpfe, die ununterbrochen aus der Müllhalde ausgasen. „Viele Menschen haben Augenkrankheiten und Hautausschläge, Kinder kommen behindert zur Welt und der Weg zur Schule ist für die Kinder viel zu weit“, listet Moenikes nur einige Nachteile dieser Orte auf.

Weltmeisterschaft hat Leme nichts gebracht

Dabei wollte die brasilianische Regierung vor der Fußball-WM gegen die Favelas angehen und baute in den großen Städten- und Austragungsorten von WM-Spielen massenhaft preisgünstige Wohnungen. An kleineren Städten wie Leme gingen diese Bauvorhaben jedoch vorüber.

Verschärft wird die Situation durch die immer weiter zunehmende Landflucht der Brasilianer. Missernten zum Beispiel durch Dürre vetreiben die Menschen, die sich dann in Städten wie Leme ein besseres Leben erhoffen. „Da es aber in der Stadt kaum Arbeit gibt, verdingen sich dann vor allem die Männer als Wanderarbeiter und lassen ihre Familien in den Favelas zurück“, so Inge Moenikes.

Keine Verbesserung in Sicht

Bessern wird sich die Situation nicht, im Gegenteil: Das Handelsblatt meldete jüngst, dass die brasilianische Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr geschrumpft ist – trotz oder gerade wegen der WM? Darüber streiten die Experten noch.

Doch den Menschen in den Favelas sind die Gründe für ihre immer schlechter werdenden Lebensbedingungen relativ egal. Sie müssen Tag für Tag ums Überleben kämpfen. „Hunger ist ein großes Thema geworden“, weiß Moenikes. Die Speisungen durch den Konvent bekommen immer größeren Zulauf. Und wenn sich die Unnaerin an ihren letzten Aufenthalt zu Weihnachen 2012 an die Speisung zu Heilig Abend erinnert, bekommt sie noch heute Gänsehaut. „Viele haben dort das erste Mal nach Wochen wieder eine richtige warme Mahlzeit gegessen“, so Moenikes.

Infos zur Arbeit des Konvents im Internet unter www.helfen.smmp.de

 Federführend bei der Umsetzung des Hausbauprogramms ist ebenfalls der Konvent der Heiligen Maria Magdalena Postel.
 Die 5.000-Euro-Häuser. verfügen über Wasser- und Stromaschluss.
 Mit der Schlüsselübergabe erhalten die Familien Baumaterial für einen Anbau.
 Welche Familie ein Haus erhält, entscheidet vor Ort Schwester Ludvigis. Inge Moenikes überzeugt sich regelmäßig persönlich vom Fortschritt des Hausbauprogramms.
 Spenden an: Volksbank Unna, IBAN DE18 441600 14 210 244 5842, Stichwort Leme/Sr. Ludvigis.

Autor:

Elke Böinghoff aus Unna

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