Ortsvorsteherin Ines Nieders-Mollik möchte Sprachrohr für Bürger und Verwaltung in Unna Mitte sein
24-Stunden-Job mit direkter Lösung

Ortsvorsteherin Ines Nieders-Mollik
  • Ortsvorsteherin Ines Nieders-Mollik
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Stefan Reimet

Anfangs waren viele enttäuscht: „Sie haben ja gar keine langen blonden Haare wie Frau Kroll.“ Im Gebiet Unna-Mitte dauerte es etwas, bis klar war, Ines Nieders-Mollik ist nicht die Vertretung sondern die neue Ortsvorsteherin. Ihre Funktion muss sie bis heute oft erklären. Die Architektin im Ruhestand möchte als Mittlerin zwischen Bürgern und Verwaltung fungieren und ist ab sofort auch im ZiB erreichbar.

Und ihr ist klar, im Vergleich zu den Dörfern ist es in der „City“ natürlich schwieriger, in Kontakt zu kommen. „Man wird seltener angesprochen auf der Straße.“ Häufig kommt dann die Frage, ob die eigene Straße noch zu Ihrem Bereich zähle. Der reicht immerhin von Afferde bis Königsborn , wobei sie sich mit Ortsvorsteher Burkhard Böhnisch erst Mal darauf geeinigt hat, wer welche Straßenseite verwalte. Die Grenze zu Königsborn läuft auch mitten durch das Schulzentrum. „Ab und zu muss ich auf den Stadtplan schauen“, räumt Ines Nieders-Mollik ein. 
Mittlerin zwischen Bürger und Verwaltung
Dabei möchte sie gerne „live“ in Kontakt treten, was jetzt wieder funktionieren soll. Vertrauen setze ja meistens ein Gesicht voraus. Ihr Credo lautet, dass sie gerne als Mittlerin zwischen Bürgern und Verwaltung ansprechbar sein möchte. „Denn die hängt in Unna weit oben. Der neue Oberbürgermeister ist erst mal noch nicht so publikumsnah wie der alte.“ Politik da oben sei für Bürger etwas, was oft Unverständnis erwecke.
Dabei sollte Verwaltung die Sachverhalte erklären, die Art der Kommunikation sei wichtig. Ein Beispiel: Häufig werde sie angeschrieben, man lebe in der 30er Zone und es werd ezu schnell gefahren. Ausserdem fehlen Parkplätze. Und die Tempo-30-Aufschrift auf der Straße fehle.
Dazu müsse man aber wissen, an viele Dinge habe sich der Bürger gewöhnt. Und sie habe sich auch erst in die Regelwerke einarbeiten müssen. Denn eine große Aufschrift auf der Fahrbahn ist nicht Pflicht, wohl aber die Beschilderung zu Beginn und am Ende. „Wie der Keks im Café, kann aber muss nicht.“
Verkehrs- und Lärmprobleme
Für viele Bürger neu sei auch die Erkenntnis, dass Parkplätze statt 2 Meter jetzt 2,20 Breite haben und länger sind, damit größere SUV angemessen parken können. „Wo früher sechs Autos standen, sind es jetzt nur vier.“ Und plötzlich habe man Knöllchen an der Scheibe, weil man falsch gestanden habe. Ihr Vorschlag: Ordnungsamt und Pressestelle sollten sich zusammensetzen und mit den Bürgern solche Sachverhalte kommunizieren. Dass aber die Verwaltung gar nicht auf die Bürger höre könne sie nicht feststellen.
So möchte Ines Nieders-Mollik ein Sprachrohr für Fußgänger und Radfahrer sein. Sie erlebe aber auch, manche Fahrradfahrer glaubten sie seien Könige. Das Miteinader sei oft nicht individuell sondern egoistisch geworden. „Wir sind nicht mehr die Gesellschaft von vor 40 Jahren, haben aber viel Hilfsbereitschaft in Corona erlebt. Das sollte weiter gelebt werden.“
"Alles was prickelt"
Ihr Einzugsgebiet als Ortsvorsteherin umfasst „alles was prickelt“. Der Bornekamp gehört dazu und natürlich der Schulneubau Hertinger Straße. Insbesondere beim Schulbau werde es Verkehrsprobleme geben. „Das wäre blauäugig zu glauben das da kein Lärm entsteht.“ Im Blick habe sie hier den Ausgleich zwischen dem Bedürfnis der Eltern, ihre Kinder mit „dem Schultaxi bis in das Klassenzimmer“ zu fahren und den Menschen die dort leben, evtl. im Home-Office arbeiten und sich gestört fühlen.
Die Zusammenarbeit mit anderen Ortschaften ist für sie eine wichtige Säule. Von Amtskollegen erhielt sie viel Unterstützung. Mit Ihnen setzte sie Anfang des Jahres einen Brief auf, mit dem sich alle Ortsvorsteher für das tapfere Durchhalten der Bürger in der Krise bedankten. „Das war ein . War sehr nettes Miteinandner. Da entwickelt sich etwas.“

Drei Fragen an …

Frau Nieders-Mollik, wie war ihre erste Zeit im Amt als Ortsvorsteherin?

„Viele Bürger dachten ich sei die Vertretung und wunderten sich, ich hätte ja gar keine langen blonden Haare, wie meine Vorgängerin. Aber jetzt sprechen mich die Unnaer immer öfter an, es ist fast ein 24-Stunden-Job, das habe ich nicht erwartet.“

Was möchten Sie für die Bürger in Unna-Mitte verändern?

„Zwischenmenschliche Kontakte sind wichtig. Es wird Spannungen geben, aber als Vermittlerin zwischen Verwaltung und Bürgern möchte ich Vertrauen schaffen und Sachverhalte verständlich erklären. Da möchte ich eine Ebene finden, um miteinander zu reden, denn Verwaltung möchte die Bürger ja nicht ärgern.“

Wo liegen denn künftig die Konfliktthemen?

„Im Bereich Verkehr. Da prallen Welten aufeinander. Hier müssten die Bürger mitgenommen werden. Man muss nicht immer mit dem Auto bis ans Grundstück fahren. Das betrifft auch den Schulneubau Hertinger Straße. Zwischen Schulalltag und Ruhebedürfnis der Anlieger wird es Probleme geben. Oder in der Fußgängerzonen zwischen Fußgängern und Radfahrern. Manche glauben Sie seien Könige. Solidarität wie in der Coronazeit sollte weiter gelebt werden.“

Info:
Ortsvorsteherin Ines Nieders-Mollik ist erreichbar: am 4. Donnerstag im Monat im Gartenvorstadtzentrum von 11-13 Uhr und im ZiB Unna, am letzten Freitag im Monat ebenfalls von 11-13 Uhr sowie in dringenden Fällen auch unter 0176-96154432.

Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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