Nibelungen(h)ort: ein Fass ohne Boden

Der Trägerverein des Xantener Nibelungen(h)ortes will mehr Geld: 85.000 € soll die Stadt mal wieder zuschiessen. Womit sich das Gesamtinvestment auf dann inzwischen über € 400.000 summieren würde. Nachdem der Hauptausschuss das zunächst verhindert hat, soll jetzt der Rat entscheiden. Mein Kommentar dazu:

Es sind immer die anderen: die bösen Kosten, die aus dem Ruder laufen, der LVR, der Kindern freien Eintritt in seine eigenen Museen gewährt usw.. Der Nibelungenhort ist ein didaktisch hervorragendes Museum, hat eine kompetente Leitung und ist technisch auf dem neusten Stand und hat doch ein Problem: er ist überflüssig wie ein Kropf. Jetzt noch mehr Geld für Marketing auszugeben ist eine Reflexhandlung, die typisch ist für gescheiterte Geschäftsmodelle. Erst wird ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelt, das/die niemand haben will und dann soll ein fetter Werbeetat die Schwächen kompensieren. Die Erfahrung der dot.com-Blase hat die gleichen Reflexe gezeigt und wird auch die gleichen Ergebnisse haben: am Ende wird ein riesiger Geldbetrag verbrannt worden sein. Es gibt nur 2 Lösungen:
1. Ein Ende mit Schrecken, indem diesem unsinnigen Projekt sofort "der Stecker gezogen" wird.
2: Eindampfen der Kosten auf das absolute Minimum. Zum Beispiel braucht der Nibelungenhort jetzt keine hochwissenschaftliche, aber teure Rundumbetreuung mehr.
Es ist keine Schande, Fehlkalkulationen und Fehleinschätzungen einzugestehen. Eine Schande wäre es, weiter gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen. Aber das hat ja vor allem da Tradition, wo es um das Geld anderer geht. Wäre der Nibelungenhort auch nur teilweise mit privatem Geld finanziert worden, würden die Befürworter sicher anders argumentieren. Aber so ist es ja nur das Geld der Steuerzahler - und der hat sich gefälligst über das neue Museum zu freuen.

Autor:

Axel Götze-Rohen aus Xanten

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