Feierabend-Wanderung des Umweltamts durch Kurl und Scharnhorst

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Vom Treffpunkt Kurler Bahnhof machte sich die Gruppe unter Leitung des ehemaligen langjährigen Dortmunder Umweltamtsleiters auf den Weg zum Naturlehrpfad Alte Körne. (Foto: Günther Schmitz)
 
Erste Einweisung und Informationen gab's am Treffpunkt Bahnhof Kurl. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: Naturlehrpfad "Alte Körne" |

20 Jahre lang war Wilhelm Grote Leiter des Dortmunder Umweltamtes, und auch in seinem Ruhestand lässt ihn das Thema Umwelt nicht los. Mehrmals im Jahr macht er für das Umweltamt Führungen durch die Vororte, immer mit Augenmerk auf der Natur.

Eine ganze Woche lang hat er jetzt mit Interessierten den Dortmunder Norden vom Groppenbruch bis zur Greveler Deponie durchwandert. Die letzte Etappe der Woche führt durch die Stadtteile Kurl, Grevel und Scharnhorst.

Die Wanderung beginnt am Naturlehrpfad Alte Körne. Das Naturschutzgebiet umfasst rund 126 Hektar und existiert seit 1990. „Der Körnebach entsprang früher einmal in Körne und führte in die Innenstadt. Durch die Tätigkeiten im Bergbau ging aber im Lauf der Zeit die ursprüngliche Quelle verloren, der alte Körnebach führt seitdem nun noch wenig Wasser“, erklärt Grote am Beginn des Naturlehrpfades in Kurl.

„Landschaftlich ist der Nordosten ein besonders schöner Teil von Dortmund“, findet Grote. „Wir haben hier große zusammenhängende Gebiete, die nur durch die Bahnlinie getrennt werden. Der Naturlehrpfad Alte Körne wird von einem Initiativkreis betreut. Die Ehrenamtler haben rund 40 Info-Schilder entlang des Pfads aufgestellt, sie bieten außerdem Führungen an.

Der Pfad wird intensiv genutzt, das sieht man bei der Wanderung. Radfahrer, Familien, Jogger, sie alle nutzen das Grün vor der Haustür. Besonders dicht kommt der Pfad in Scharnhorst-Ost an die Bebauung heran. Auf einer riesigen Wiese grasen Schafe. Sie 'arbeiten' dort als Landschaftspfleger. Die ersten mehrstockigen Häuser des Stadtteils sind in Sichtweite – das der Naturschutz an diese Stelle so gut funktioniert, wundert auch Grote ein bisschen.

„Die Ränder sind das wichtigste“, egal ob Waldrand, Uferzone oder Küste, hier hält sich der Mensch bevorzugt auf. Und dort heißt es auch, zu gewichten: Wird beispielsweise die Renaturierung eines Bachs wie der Körne für den Menschen oder für die Natur gemacht? „In erster Linie sollte man dabei an die Natur denken“, meint Grote. Und die ist am Naturlehrpfad und im Nordosten überhaupt vielfältig: Viel Arten, Frösche, Molche, Wasservögel, Schmetterlinge, Spechte, Fledermäuse gibt es hier, dazu seltene Gräser und den breitblättrigen Stenzwurz – eine Orchideenart. Sie kommt im Kurler Busch vor.

Zwischendurch geht es durch einen Buchenwald, der sich durch nachwachsende Bäume selbst verjüngt, das Ideal einer forstwirtschaftlichen Nutzung. Die Pappeln, die in der Nachkriegszeit so großzügig angepflanzt wurden, sie müssen aus verschiedenen Gründen weichen. Zehn Prozent der Fläche der Stadt sollen einmal Naturschutzgebiete sein, erklärt Grote. „Die Stadt strebt das an.“ Doch so richtig sei das noch nicht gelungen, den Naturschutz umzusetzen.

Dazwischen gibt es eine kleine Exkursion zum Einsiedler Karl, der im Kurler Busch lebte, zum Wassertrum in Grevel und zum Totholz im Wald. Im Wirksfeld nämlich werden die abgestorbenen Bäume nicht entfernt. „Der Wald sieht dann zwar unaufgeräumt aus, aber das Totholz sind die Hotspots im Wald“, da entsteht Neues.

Zum Abschluss der Tour wird sogar noch eine Blindschleiche gesichtet, bronzefarben schimmernd ist sie, und viel kleiner als erwartet, nicht viel größer als ein großer Regenwurm. Wilhelm Grote gibt den Teilnehmern noch einen Tipp mit auf den Weg. Im alten Dorf Kurl, das als Bauernschaft schon 1198 erwähnt wurde, gibt es den Zusammenfluss der Alten und der Neuen Körne. Er ist in der Nähe der Kurler Krankenhauses. Von dort aus kann man die Gegend zwischen dem Lanstroper Kreidehügel und dem Emschertal gut erwandern, entweder in Richtung Kurler Busch oder zum Naturlehrpfad.

Infos zu den Veranstaltungen des Umweltamtes

Der Naturlehrpfad Alte Körne
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