(Design-)Outlet-Center – offener Leserbrief an Kurt Krieger

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Frank Oberpichler, Sprecher der Initiative "JA zu Duisburg"

Offener Leserbrief von Frank Oberpichler zur Pressekonferenz der Krieger Grundstück GmbH und NEINVER am 04. September auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Duisburg an Herrn Krieger.

Lieber Herr Krieger,

da haben Sie sich ja ganz schön ins Zeug geschmissen, um der anwesenden Presse zu zeigen, wie das geplante DOC denn nun aussehen soll. Die Jubelzahlen Ihrer Beisitzer möchte ich hier einmal unkommentiert lassen.

Nun, der Einladung war zu entnehmen, dass Sie „Daten, Fakten und Pläne zum geplanten Outlet-Center“ präsentieren wollten. Da fragte ich mich schon, was ist aus dem „Design“ geworden. Ein Versehen? Eine inhaltliche Korrektur?

Gleichwohl, die versammelte lokale und regionale Presse lauschte Ihren Ausführungen über das „affengeile Grundstück“ und bekam als Highlight der Veranstaltung einen zwei Minuten langen Video-Clip angeboten. Was zunächst nach einer Eröffnung für die nächste Folge von Peter Lustig daher kam, entwickelte sich dann zu einer Fortsetzung von Alice im Wunderland mit blühenden Landschaften, schicken Gebäuden und farbenfrohen Menschen. Musikalisch unterlegt war der Clip mit einem Discoambientmix und ordentlich 90er-Bums. So, wie man das halt in Frankfurt und Düsseldorf macht, wenn man Ruhrpöttler beeindrucken möchte.

Ich bin mir allerdings sicher, dass genau diese Ruhrpöttler sehr wohl in der Lage sind zu erkennen, wie der Film geschickt jede konkrete Aussage umschifft. Fakten und Pläne sucht man vergebens im Clip. Und die gab es auch in der anschließenden Frage-Antwort-Runde nicht. So haben Sie mir zwei Mal bestätigt, dass es noch keine konkreten Pläne über die Gestaltung des DOC (oder nur noch OC?) gibt. Bei meiner Frage, ob denn der Rat der Stadt Duisburg am 01. Februar dieses Jahres einen Grundsatzbeschluss zur Realisation eines Design-Outlet-Centers auf eben dieser Fläche, komplett ohne Vorlage irgendwelcher Pläne, Modelle oder anderer Anhaltspunkte gefasst habe, wollte auf dem Podium zunächst niemand das Mikro berühren. Schließlich antworteten Sie, dass das nicht nötig gewesen sei, da die Stadt das sowieso wolle. Aha!

Sie sagten, dass Sie 500.000 Euro in Ihre Werbekampagne stecken, weil Sie das Duisburg schuldig seien. Also mir schulden Sie nichts, versprochen. Allerdings daraus abzuleiten, dass die Initiative „Ja zu Duisburg“, die sich bekanntlich gegen den Bau eines DOC auf dieser Fläche stellt, sicher „ein noch höheres Budget habe, das aus Roermond und Düsseldorf“ stamme, ist – mit Verlaub – schlichter Unsinn. Wenn Sie die Aktivitäten der Initiative von Beginn an aufmerksam mitverfolgt haben, wissen Sie, dass diese von Beginn an öffentlich erklärt hat eine Initiative von Duisburgerinnen und Duisburgern aus Bürgerschaft, Politik und Einzelhandel zu sein. Das war nie ein Geheimnis.

Und nein, unser Budget ist nicht so hoch wie Ihres. Da wirkt dann manches vielleicht hemdsärmliger, nicht so geföhnt und weichgespült wie in Frankfurt und Düsseldorf. Aber wir reden hier auch über Duisburg. Und das liegt mir – als Duisburger Jung – und den vielen Duisburgerinnen und Duisburgern, die unsere Initiative unterstützen, immer noch am Herzen.

Am 24. September entscheiden die Duisburger Bürger über diese Frage. Wenn Sie, Herr Krieger, danach eine neue Verwendung für das Grundstück suchen, lassen Sie uns gerne zusammen sprechen. Ich lade Sie auf einen Filterkaffee ein – wie wär`s?

Glück auf,

Frank Oberpichler
Sprecher der Initiative jazuduisburg.de
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