Grünpflege in Stufen: Neuanpflanzungen für Stadt Essen billiger

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Fordert Nachhaltigkeit für die Borbecker Grünanlagen: CDU-Ratsherr Klaus Diekmann. Fotos: Debus-Gohl
 
Die Ressourcen fehlen: Nur nach Pflegestufen kann Grün und Gruga Reinemachen.

Wild wuchert's im Winkhauser Tal, unkontrolliert wächst's im Schlosspark. Alles so gewollt! Schon seit 2010 ist Grün und Gruga (GGE) vom Rat Sparzwang auferlegt, verschiedene Stufen der Pflege regeln alle Arbeiten der Stadttochter. Aufs bürgerschaftliche Engagement hofft deshalb der Schönebecker Ortspolitiker Klaus Diekmann – gerade mit Blick aufs Jahr der Grünen Hauptstadt.

„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen“, heißt es schon in Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“. Ein Sinnspruch, der für den Schönebecker CDU-Ratsherrn Klaus Diekmann aktueller ist denn je: „Die schaffen das nicht, die Leute bei der Stadt!“ Regelmäßig hört der CDU-Politiker Bürgerbeschwerden, dass überall Grünflächen im Bezirk IV völlig vernachlässigt werden – sei es die Radfahrtrasse, sei es das Winkhauser Tal.
Für Diekmann ist dieser Umgang gerade im Jahr vor der Grünen Hauptstadt eine Farce: An allen Ecken und Enden wird neu gepflanzt, während die alten Bestände einfach verkommen. Die Hintergründe sind dem Ratsherren nicht fremd. Geht die Pflege des Bestands voll auf das Konto der Stadt, gibt's für Neuanpflanzungen Fördergelder von bis zu 80 Prozent der Kosten durchs Land Nordrhein-Westfalen. Die Grüne Hauptstadt 2017 zehrt sogar aus einem eigenen Topf. Aber: „Ich will nicht anklagen, ich will einfach, dass man einmal umdenken muss“, kommentiert Diekmann. Die Pflege des bestehenden Bestands soll in Zukunft ebenso wichtig werden, wie die Neuanschaffungen.

Ressourcen fehlen

„Wir können nicht überall Pflege vornehmen, weil uns die Ressourcen fehlen“, gesteht Eckhard Spengler, Pressesprecher von Grün und Gruga. Gemeint sind sowohl Finanzen wie auch Personal, betroffen besonders naturnahe Flächen. Das Spardiktat stammt noch aus dem Kulturhauptstadtjahr 2010, verschiedene Pflegestufen regeln seitdem, wie viel Energie auf einzelne Bereiche verwendet wird. Repräsentative Flächen, wie Schloss- oder Grugapark, haben hohen Pflegestandard und genießen den vollen Service, während beispielsweise Rad- oder Wanderwege den Kürzeren ziehen: „Da wird der Rasen natürlich nicht so viel geschnitten“, erklärt GGE-Pressesprecher Spengler.
Zusätzlich kämpft die Stadttochter bis heute mit den Folgen des Pfingststurms Ela, der Grünflächen in ganz Essen verwüstete. Erst Ende 2017 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Grün und Gruga ist so gefühlt immer zwei Schritte hinterher, die sowieso dünne Personaldecke leidet darunter: „Es ist schwer, aber sie tun was sie können, sind bemüht.“ Zumindest in einem Punkt kann Spengler aber Entwarnung geben: „Was immer hergestellt wird, ist die Verkehrssicherheit“, kann der GGE-Pressesprecher beruhigen. Werden Schilder, Ampeln oder Signale verdeckt, erfolgt sofort der Rückschnitt.

Nicht meckern, machen!

Auch Diekmann kennt die Schwierigkeiten von Stadt Essen und Grün und Gruga, weiß, dass ihnen die Hände gebunden sind. Er appelliert deshalb an das Engagement der Bürger: Bestes Beispiel vorbildlicher Pflege ist für den CDU-Politiker die Schönebecker Streuobstwiese. Noch vor einiger Zeit war das Gelände überwuchert, in desolatem Zustand. Im Rahmen der Grünen Hauptstadt rief der Bürger- und Verkehrsverein Essen-Schönebeck dazu auf, den Bereich Heißener Straße/Terassenfriedhof wieder auf Vordermann zu bringen. Eine Erfolgsgeschichte: „Alle Leute freuen sich“, weiß Ratsherr Diekmann, „die Bänke dort sind immer besetzt.“
Zwar hofft der CDU-Politiker weiter darauf, dass Stadt und Land in Zukunft wirklich hinterfragen, was es kostet, alte und neue Flächen bewirtschaftet zu halten, aber bis dahin gilt: „Nicht meckern, sondern machen!“
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