Altenpflegeträger danken Azubis mit Einladung zur Beachparty

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Die rund 200 Partygäste hatten ihren Spaß in Dellwig. Fotos: Debus-Gohl
 
Die Cocktails wurden begeistert probiert.

Den bundesweiten Tag der Pflege am 12. Mai nutzten das Evangelische Fachseminar für Altenpflege und die elf evangelischen Altenpflege-Träger in Essen dazu, sich bei ihren Azubis für ihr großes Engagement in der Altenpflege zu bedanken und sie zu einer hippen Beach-Party einzuladen.

„Mit dieser Einladung möchten wir bewusst das außergewöhnliche Engagement unserer Auszubildenden in der Pflege in den Mittelpunkt rücken und unsere Wertschätzung für den Beruf deutlich machen“, betont Pfarrer Andreas Müller, Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks Essen.
Alle Azubis bekamen zwei Eintrittskarten und durften noch einen Gast mitbringen.
Weit über 200 Partybesucher kamen dann auch am Samstag nach Dellwig zur Friedenskirche, um zu feiern. Und dazu gab es reichlich Gelegenheit. Ob der Ritt auf dem Bullen, das Posieren vor der Selfie-Box oder Tanzen zu der Musik von DJ Dimo, für ein abwechslungsreiches Programm hatten die Organisatoren gesorgt.

Rasanter Ritt

Franziska Althoff (23), Azubi im dritten Jahr, ist die mutige Erste, die sich zum Bullenreiten meldet und hat sichtlich Spaß dabei. Danach erzählt sie, warum sie sich gerade für diese Ausbildung entschieden hat: „Ich wollte schon immer etwas Soziales machen. Als mein Opa gestorben ist, musste ich mich um meine Oma kümmern, da habe ich auch den Pflegedienst unterstützt. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dachte, mach das doch zu deinem Beruf.“ Im August, nach bestandener Prüfung, wird sie von ihrer Ausbildungsstelle, dem Seniorenstift Martin-Luther, übernommen. „Ich finde die stationäre Arbeit in der Altenpflege besser als die ambulante. Es ist schöner, wenn man den ganzen Tag vor Ort ist. Da kann man viel besser auf die Bewohner eingehen“, erklärt die angehende Altenpflegerin.
Einrichtungsleiter Andreas Weischede freut sich über die großartige Resonanz auf die Einladung nach Dellwig. „Wir wollten zusammen mit den Trägern gerne etwas Positives zum Tag der Pflege machen." Im Dellwiger Seniorenstift sind im Moment 13 Azubis beschäftigt. „Wir nehmen zweimal im Jahr je drei neue Auszubildende und konnten in den letzten Jahren allen auch eine Stelle bei uns anbieten“, klärt Weischede auf.
Angelina Dluzak (21) und Sabina Lanfermann (20), beide im dritten Ausbildungsjahr probieren die Cocktails, während Kollegin Anika Schumacher (23) erzählt: „Ich hatte eine Ausbildung zum Sozialhelfer gemacht. Meine Mutter ist auch in der Altenpflege tätig. Meine praktische Ausbildung mache ich im Heinrich-Held-Haus in Überruhr und das macht mir dort richtig viel Spaß“.

Riesiger Bedarf an Pflegekräften

Holm Schwanke, Schulleiter des Evangelischen Fachseminars für Altenpflege ist überzeugt: „Wenn im Jahr 2020 die generalisierte Ausbildung kommt, die auch in der EU anerkannt ist, steigert das das Image des Pflegeberufes.“ In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit ist der schon jetzt relativ hochwertig eingestuft. „Aber die Berufsgruppe hat ein eher negatives Selbstbild, obwohl sie ihren Job gerne machen und auch täglich viel Anerkennung bekommen“, weiß Schwanke.
Trotz der - im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen - guten Bezahlung (im ersten Ausbildungsjahr 1.000 Euro), sind nicht alle der 100 Plätze, die das Fachseminar pro Jahr zur Verfügung stellt, besetzt.
Der Bedarf an Pflegekräften ist in Deutschland riesig. Laut Andreas Westerfellhaus, dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, werden etwa 80.000 neue Pflegekräfte gebraucht.

Text: Doris Brändlein
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